1165.
238 2. Buch. 6. Kapitel.
triguiert hatte, des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg.) Auch
für Hartwig von Bremen hatten diese letzten Streitigkeiten mit dem
Herzoge das Ergebniß, daß er nun endlich dem Drängen der verbündeten
Fürsten nachgab und sich ihnen offen anschloß.
Bon allen Seiten wurde nun der Angriff gegen den gewaltigen
Herzog erneuert. Während die Truppen des Bremer Erzbischofs
von Harburg und Freiburg aus verwüstende Einfälle in
Heinrichs Gebiet machten, wofür dieser sich durch gänzliche Zerstörung
der letzteren Burg rächte, während ihm die Einnahme des
durch seine Lage inmitten undurchdringlicher Sümpfe trefflich geschützten
Harburg nicht gelang'), drang der Erzbischof von Magdeburg
mit einem gewaltigen Heere gegen Haldensleben vor, das jetzt
genommen und zerstört wurde. Ein gleiches Schicksal traf das feste
Neindorf an der Selke.) Nach Einnahme einer herzoglichen Burg
in der Nähe von Goslar bemächtigten sich die Fürsten dieser wichtigen
Stadt selbst, welcher deshalb durch strenge Bewachung der
Wege von den Hergoglichen jede Art von Zufuhr abgeschnitten wurde,
so daß bald Mangel und schließlich eine bittere Hungersnoth entstand.)
Es war ein wilder, verwüstender Kampf, der, von beiden
Seiten mit der äußersten Leidenschaft und Erbitterung geführt, dem
Lande die tiefsten Wunden schlug.)
Heinrich der Löwe mußte alle seine Kräfte auf den Kampf mit
den sächsischen Fürsten concentrieren, so nöthig seine Anwesenheit
auch in seinem zweiten Herzogthume, Baiern, gewesen wäre. Die
1) ibid. Et fecit iuxta oonsilium
archiepiscopi et transitt ad Magdedurgensem
archiepiscopum et mansit
apud eum ferme duobus annis.
2) Heilm. II, 9: — milites Hartrici,
— qui orant in castrie Horeborg
et Friborg, facicbant frequentes exeursus
et faciebant incendia et pracdas
in possessionibus ducis. Quam ob
rem dux transmissa militia occuparit
Friborg et fregit munimenta eius et
adacquavit eam solo. — — Soli, qui
erant in castro Horeborg, continuernnt
ao usque ad reditum archiepiscopi, eo
quod locus esset munitus propter pahudosas
voragines.
3) Chron. Mont. Ser. a. 1167:
(Wichmannus) castrum, quod vocabatur
vetus Haldosleve, et castrum Niendorf
destruxit. — Ann. Palid. p. 93:
— prefati principes congregato erercitu
regionem prediis ct incendiis vastant,
domum dueis prope Goslariem
destruunt. Inde revertentes munitione
quasäam dueis cum castro Haldeslcve
capiunt, captas destruunt. — Anfl.
Magdeburg. p. 192: Castrum Haldeslere
et Neindorp destruitur.
4) Helm. II, 8: Et addita est
Goslaria rrincipibus. Et praecepit
dux custodire vias, ne quis frumentum
induceret Goslariae, et esurierunt
valde.
5) ibid. Fervebat autem seditionum
saeva tempeslas per omnem Sa-Lv0nim,
contendentibus seilicet universis
principibus adversus ducem.
Et füctae sunt captiones militum et
demembrationes ct eversiones urbium
atque domorum et incendia eivitatum.