348 Grosbritannien. (November 1.)
deutschen Zahlen 672000 To. an, aber sie haben viel weniger als den dritten
Teil dieses Betrages an englischem und weniger als die Hälfte an Schiffsraum
aller Nationen versenkt. Die Deutschen behaupten, es seien nicht mehr
hinreichend Schiffe auf See, daß die Versenkungszahlen sich auf der alten
Höhe halten könnten. Im Sept., dem schlechtesten Monat für den Feind,
was die Versenkung von Schiffen angeht, war unser Seeverkehr von Schiffen
über 10600 To. um 20 Proz. an Schiffszahl und um 30 Proz. an Schiffsraum
stärker als im April. Daher muß der Feind schon eine andere und
besondere Erklärung für seinen Mangel an Erfolg finden. Ich kann sie
ihm geben: es ist die, daß der lange Arm der engl. Flotte in die Tiefen
hinabreicht, und so ist sein Ernteertrag ärmlicher und die Zahl der deutschen
U. Boote, welche „nicht zurückkehren“", im Steigen. Seit April, dem Monat,
in welchem die engl. Verluste am höchsten waren, sind sic beständig herabgegangen,
und zwar letzthin in bemerkenswertem Maße. Die seit Beginn
des Krieges aus allen Ursachen eingetretene Nettoverminderung an enal.
Schiffsraum beträgt auf Grund des amtlichen Registers in Schiffen über
1600 To. weniger als 21½ Mill. Br. To. oder 14 Proz. Jetzt richtet dieser
U-Bootkrieg in jeder Hinsicht weniger Schaden an, und die Hilfsmittel des
Landes sind in weit größerer und in zunehmender Ausdehnung dem Ausbau
der Handelsmarine gewidmet. Ich erwarte noch günstigere Nettoergebnisse.
Aber andererseits glaube ich auf Grund bester Information,
daß die Deutschen U-Boote schneller als bisher bauen können und daß sie
noch nicht das Höchstmaß ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben. Es scheint
mir daher, daß es im U-Bootkriege wie auch sonst zu einer entscheidenden
Prüfung über die Entschlossenheit und die geistigen Fähigkeiten zwischen
den beiden streitenden Mächten kommt. Für die Gegenwart komme ich zu
dem Schluß, daß der U.Bootkrieg für uns gut geht. Wir müssen aber
unsere Pläne für einen langen Krieg machen. Ich sehe kein Zeichen dafür,
daß er kurz sein wird, und alle können durch Sparsamkeit unserer Flotte
und den Flotten unserer Alliierten helfen, die U. Boote zu schlagen.
G. sagt über die Lage des Baues von Handelsschiffen und über die
neuen nationalen Schiffswerften folgendes: Trotzdem unsere Anstrengungen
auf militärischem Gebiete und in der Munitionserzeugung das Höchstmaß
erreicht haben und die Inanspruchnahme unseres Mannschaftsersatzes seine
Quellen auf das Mindestmaß herabgesetzt hat, werden wir 1917 einen
Marine= und Handelsschiffsraum hergestellt haben, der ungefähr dem besten
in unserer Geschichte gleich ist; und dieser wird im Jahre 1918 noch viel
größer sein. Die Einheitsschiffe, die jetzt bestellt worden sind, stellen einen
Schiffsraum von 1 Million Br. To. dar. Die Hälfte von diesen sind bereits
im Bau und der Rest wird in Angriff genommen werden, sobald die Schiffe,
die jetzt im Bau sind, von Stapel gelaufen sind. Eine beschränkte Anzahl
von Einheitsschiffen ist bereits fertiggestellt, aber die sämtlichen Schiffswerften,
die zum Bau von Einheitsschiffen geeignet sind, können sich noch
nicht gänzlich dieser Aufgabe widmen, weil ihre Stapel bereits durch andere
Schiffe in Anspruch genommen sind.
G. bespricht dann den Angriff deutscher Seestreitkräfte auf den von
Norwegen nach den Shetland-Inseln bestimmten Geleitzug in der Nacht
vom 16. zum 17. Okt. und fährt dann fort: Ich kann im Vertrauen dem
Hause mitteilen, daß wir heute in der Entwicklung und Hervorbringung
von U-Bootabwehreinrichtungen aller Art mehr tun als vor sechs Monaten,
ja sogar mehr, als wir glaubten tun zu können. Im September wurden
90% aller Schiffe auf allen atlantischen Linien begleitet; und seitdem das
Begleitsystem eingeführt wurde, war der Verlust von begleiteten Schiffen,
die durch die Gefahrzone fuhren, 1: 200. Ich möchte gern eine Tatsache