Full text : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

644  Cavieren

auch:  Scoranza):  Das  Stuck  gefiel  dem  großen  Haufen
nicht,  es  war  K.  für  das  Volk.  Schlegel  Haml.  2,  2  2c.
—  Cavieren:  1)  (lat.):  a)  intr.  (haben):  für
Etwas  bürgen,  haften  2c.  —  b)  refl.:  sich  hüten,
in  Acht  nehmen  2c.  —  2)  (it.,  vgl.  Cavata):  a)
tr.:  Wechselbriefe  c.,  zu  Geld  machen,  versilbern.  —
Ferner  (Fechtk.):  b)  die  Klinge  nach  einem  Zirkelhieb
  wieder  in  die  vorige  Lage  bringen.  vollmonn
106.  —  c)  parieren,  sich  nach  dem  Aushaun  des
Gegners  richten.  chd.  (ogl.  1b).  —  Cavilikren
(it.),  tr.:  die  Faden,  wo  die  Strähne  festgebunden
sind,  v.  der  zu  färbenden  Seide  absprengen.  Precht#
1,  124;  Kavilierstock,  Werkzeug  dazu,  bestehnd
aus  einer  niedrigen  Bank  u.  einem  senkrecht  darauf
  befestigten  Brett  mit  horizontalen  Pfloͤcken,
worüber  man  die  Seidensträhne  hängt.  ebd.;  2,
199  rc.,  s.  (it.)  Caviglia  liawiljal,  Pflock,  vgl.:
Kavitsche,  f.,  Pflock,  worauf  die  Seide  ausgedreht
  wird.  Adclung  U.  kapellieren  2.—  Cavill-aͤnt
(lat.),  m.,  -en,  —s;  —en:  Spötter;  vralt.  auch  —
höhnender  Verweis  2c.  Keisersberg  Post.  3,  67  cc.
atiön,  f.;  Sen:  höhnende  Neckerei;  Trugschluß
2c.  Lulher  6,  26b  2c.  —  Kaviller  2c.:  s.  Kafiller  1e.
—  Cavill-Eren  (lat.),  tr.;  intr.  (haben):  höhnen,
  (ver)spotten,  necken,  z.  B.  mit  Trugschlüssen
„2c.  -õs,  a.:  spitzfinig,  verfänglich  2c.  —  Cavilät
(nlat.),  k.;  —en:  Höhlung,  Höhle:  Die  Haupt-K-en
  des  Körpers.  —  Kavitsche,  k.;  —n:  s.  Kavilieren.
  —  Cavol-o  (it.),  m.,  uv.;  i:  Kohl.  —
Kaworolo:  s.  Gore.  —  Kavouk:  s.  Kauk.  —
Cavour  (□-i#),  m.,  —6;  —:  ein  bedeutender  ikal.
Staatsmann  (1  1861),  dessen  Hauptwirksamkeit
nam.  dem  Anschluß  Italiens  an  Piemont  u.  der
Begründung  des  Königreichs  Italiens  galt;  nach
ihm  auch  C.,  eine  länge,  schwarze,  toskanische  Cigarre.
  CGorienl.  16,  Suib.  isieren:  Die  Republikaner,
welche  Preußen  „c.“  u.  ihm  die  Rolle  Piemont's  in
Italien  aufzwingen  wollten.  Dolkss.  14,  303.  —
Cavum  §  24,  2,  n.]:  s.  Carzdium.

Caxassa,  f.;  0:  Branntwein  (bei  den  Negern).
Globus  8,  33  7a.

Caw  rc.,  Kaw  2c.,  mit  nachfolgendem  Vokal
s.  Cav  2c.;  Kav  2c.;  dagegen  m.  nachfolg.  Konsonanten:
  Camkh  (engl.  kät),  n.,  —s;  —8:  Dichter
Baryt.  wird  in  Derbyshire  C.  sod.  Cauk]  genannt.
Gken  1,  271.  —  Cawnegx  (engl.  käni),  m.,  —;
—8:  ein  ind.  Feldmaß:  2:  Mannies  [s.  d.  ]  machen
einen  C.  oder  Acker  aus.  Cncykl.  f.  K#usl.  546a  2cc.  —
Caur(wal.  kär),  m.,  —s;  —:  Ein  mächtig  C.  od.
Riese.  Rodenberg  Wal.  118.  -Sces,  f.:  Eine  C.  or.
Riesin.  116.  —  Kawwäl,  m.,  uv.;  uv.:  Art
Priester  der  Jesiden.  Peictmann  Or.  2,  332.

Caxa  (span.  kächa),  f.;  —#:  Behältnis,  Höhlung
  (z.  B.  Caj  a.  Gerläcker  NReis.  2,  113,  val.
„Faß“.  110);  Kassa;  auch  (vgl.  Kasch):  indische
Scheidemünze.

Capämbe  (ka#-),  n.,  —;  —#:  Tonwerkzeug  der
Neger  auf  den  maskarenischen  Inseln.  Globus  5,
66b.  —  Cagenn-e  (kajenn):  1)  Hauptstadt  des
franz.  Guyana,  als  Deportationsort  beruͤchtigt

Kebusch

wegen  seines  für  Europäer  mörderischen  Klimas.
Dazu:  C.-Baumwolle  (Kormorsch  M.  2,  501);
Krankheit,  Art  Aussatz;z-Pfeffer,  beißendes
Gewürz  aus  Cäpsicum  baccätum  r2c.  —  2)  in  einer
Art  Whistspiel  (C.),  die  beste  Farbe:  Ilvensleben
638;  Scozor  16,  78c.  —  3)  halbseidnes  gestreiftes
  Sommerzeug.  -ren,  ir.:  nach  Cayenne
deportieren:  [Man  ließ,]  die  Verstockten  zu  kastei'n
  mit  kurzer  Hand  sie  c.  Seume  Mein  Sommer
(1805)  129.  —  Capkkren  (kai—-—:  s.  degagieren  4.
—  Cäphman:  s.  Kaiman.  —  Kaposhk  (tschippew.
kasösch):  Möve.  (reiligrach  H.  108;  314.  —
Kaßfler  (gr.),  m.,  —;  uv.:  ein  durch  seine
(Sing-)  Schwäne  berühmter  kleinasiatischer  Fluß.
w.  26,  356  2c.,  vgl.:  Die  Schwän'  im  sumrfenden
Strom  des  Kastros.  V.  Ov.  1,  86  2c.  Dazu:  Kaystrische
  Aue  (w.  26,  398),  Vögel  [Schwäne]  2c.  —
Capsuma,  k.;  0:  C.  So  heiößt  in  diesen  Gegenden
lam  obern  Amazonas]  das  Getränk,  welches  man  in
Peru  Chicha  ls.  d.]  nennt  u.  das  am  Ucayali  Mazäto
  heißt.  Die  alten  Qnuichuas  bezeichneten  es  als
Acca  u.  in  ihrem  Lande  wird  es  aus  Mais  bereitet,
während  man  zum  Mazato  Bananen  verwendet.
Am  obern  Amgzonas  bereitet  man  die  C.  aus  sußen
Maniokwurzeln;  unterhalb  der  Mündung  des  Rio  negro,
abwärts  bis  Para,  nennt  man  dies  anregende  Getränk
Macachara.  Slobus  11,  203a.  —  Caßtes,  pl.:
Sandalen  der  Merikaner.  Westermann  3,  56b.
Cazab-e,  -i:  s.  Kassawa.  —  Cazador  (span.),
m.,  —56;  -es:  Zäger.  Globus  5,  5b;  6,  166a  #tc.;
auch:  Officiere  der  c-es  [Scharsschützen  .  Zaltiano
302  rc.,  s.  Cbasseur.  —  Käzakon,  m.,  —#  ;  —:
in  Sapan,  neuerer  Name  für  Daimio  (.  d.).  Ua#.
22,  551.  —  Kazan:  s.  Chasen.  —  Kazapp  rc.:
s.  Kassab.  —  Kazawällla:  s.  Kasawaika.  —  Cazäza,
  f.;  (s):  Art  schwächrer  Rumm  (in  Brasilien).
  —  Razi-asker  (türk.),  m.,  uv.;
Uv.:  Die  K.  (die  Präsidenten  der  beiden  obersten  Gerichtshöfe).
  Grenzb.  26,  4,  125.  —  Kazikt-e),  m.,
zen;  zen:  Häuptling,  bei  den  südamerik.  Indianern
(l.  Apo;  Toqui);  verallgemeint:  Als  Abraham  seinen
Brudersohn  Loth  aus  den  Händen  der  4  Könige  od.
Keretrete.  W.  35,  52.  —  Kazine:  s.  Chasine.
Kebes  (türk.),  pl.:  wollne  Bettdecken.  —
Kebir  (ar.),  a.:  groß,  s.  Bachschisch;  Dak  4;
Emir;  Som  2c.  —  Kebla  (ar.),  f.;  —s:  die  v.  den
Moslemin  beim  Gebet  zu  beebachtende  Richtung
(nach  Mecca  hin,  f.  im  Koran  Sure  X,  87)  u.  die
diese  Richtung  angebende  Nische  in  der  Moschee
(Mihrab,  s.  ebd.  III,  33);  Die  K.,  d.  h.  der  Centralpunkt
  der  Gebetsrichtung.  Austd.  38,  81  da  2c.,  auch:
Die  Moschec,  ein  offnes  Mauerwerk  mit  einem  Kebli.
39,  277b;  auch  Kibl-ah,  eh,  f.,  z.  B.:  Er  hatte
die  Absicht,  Jerusalem  u.  insbesondre  diese  Moschee  zu
dem  eig.  Heiligthum  des  Islam  u.  zu  der  Kibleh  der
Muhamedauer  zu  machen.  Peiermann  Or.  1.  199  2c.  —
Kebob  (tartar.),  n.,  —s;  —#:  K.  ..,  kleine  zarie
Lammfleischstuckchen  .,  gebraten.  .  Man  nimmt  eine
Portion  davon  in  dle  Hand  u.  isst  sie,  wie  Kastanien.
Wir  mußten  auch  einige  K—s  nehmen.  Kohl  Südr.  1,
254.  —  Rebusch  (ar.):  Brombeeren.  Petermann