Contents : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

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.VergleichenwirbeideReihenmiteina-nder,sofinden
wir  durchaus  nicht  immer  in  den  ländlichen  Bezirken
die  meisten  Geburten  und  in  den  Städten  die  geringsten.
Zwar  gibt  auch  diese  Tabelle  noch  kein  ganz  einwandfreies
  Bild.  Denn  manche  der  angeführten  Landkreise
  haben  fast  städtischen  Charakter,  weil  sie  stark
industriell  sind.  Immerhin  läßt  sich  daraus  wohl  feststellen:
  Oberschlesien  hat  stärkste  Geburtenziffern,  auch
in  seinen  Städten  und  Industriebezirken.  Ebenso  das
Ruhrgebiet.  Manche  rein  ländlichen  Bezirke  sind  dagegen
  sehr  kinderarm.  So  namentlich  die  Lüneburger
Heide.  Ferner  gewisse  Striche  in  Niederbayern,  im  südlichen
  Schwarzwald  und  in  Hessen-Nassau.

Trotzdem  bleibt  es  natürlich  dabei,  daß  in  den
Städten,  besonders  in  den  Großstädten,  der  Kinderschwund
  am  schlimmsten  ist.  Berlin  steht  zwar  in  den
Reihen  der  obigen  kinderarmen  Bezirke  erst  an  sechzehnter
  Stelle.  Aber  das  besonders  Bedenkliche  ist,  daß
in  Berlin  und  den  meisten  anderen  Großstädten  der  Geburtenrückgang
  recht  neuen  Datums  ist,  während  gewisse
ländliche  Gegenden  schon  immer  mit  dem  Makel  einer
geringen  Kinderzahl  behaftet  gewesen  sind.  Keine  Großstadt
  Europas  und  vielleicht  der  Welt  hat  von  Mitte  der
siebziger  Jahre  an  einen  solchen  Geburtenrückgang  gehabt
  wie  Berlin,  das  in  den  siebziger  Jahren  geradezu
glänzend  stand.  Die  Geburtenzahl  ging  in  den
38  Jahren  von  1876  bis  1913  von  472  auf  202  bei  je
10  000  zurück,  also  um  über  die  Hälfte.  Rechnen  wir
nur  die  drei  Jahrzehnte  von  1880  bis  1910,  so  ist  in
dieser  Zeit  eine  Abnahme  um  184  von  399  auf  215  bei
10  000  Menschen  festzustellen.  Dagegen  in  Paris  beispielsweise
  in  dieser  Zeit  nur  eine  Abnahme  von  76.
Der  Rückgang  war  also  in  der  deutschen  Reichshauptstadt
  mehr  als  doppelt  so  groß  wie  im  sog.  Seine-Bobel.
Einen  ähnlich  großen  Geburtensturz  zeigte  die  zweitgrößte
  Stadt  Deutschlands  Hamburg  mit  einem  Minder
von  152  Geburten  seit  1880,  wo  man  noch  384  Geburten

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