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wir durchaus nicht immer in den ländlichen Bezirken
die meisten Geburten und in den Städten die geringsten.
Zwar gibt auch diese Tabelle noch kein ganz einwandfreies
Bild. Denn manche der angeführten Landkreise
haben fast städtischen Charakter, weil sie stark
industriell sind. Immerhin läßt sich daraus wohl feststellen:
Oberschlesien hat stärkste Geburtenziffern, auch
in seinen Städten und Industriebezirken. Ebenso das
Ruhrgebiet. Manche rein ländlichen Bezirke sind dagegen
sehr kinderarm. So namentlich die Lüneburger
Heide. Ferner gewisse Striche in Niederbayern, im südlichen
Schwarzwald und in Hessen-Nassau.
Trotzdem bleibt es natürlich dabei, daß in den
Städten, besonders in den Großstädten, der Kinderschwund
am schlimmsten ist. Berlin steht zwar in den
Reihen der obigen kinderarmen Bezirke erst an sechzehnter
Stelle. Aber das besonders Bedenkliche ist, daß
in Berlin und den meisten anderen Großstädten der Geburtenrückgang
recht neuen Datums ist, während gewisse
ländliche Gegenden schon immer mit dem Makel einer
geringen Kinderzahl behaftet gewesen sind. Keine Großstadt
Europas und vielleicht der Welt hat von Mitte der
siebziger Jahre an einen solchen Geburtenrückgang gehabt
wie Berlin, das in den siebziger Jahren geradezu
glänzend stand. Die Geburtenzahl ging in den
38 Jahren von 1876 bis 1913 von 472 auf 202 bei je
10 000 zurück, also um über die Hälfte. Rechnen wir
nur die drei Jahrzehnte von 1880 bis 1910, so ist in
dieser Zeit eine Abnahme um 184 von 399 auf 215 bei
10 000 Menschen festzustellen. Dagegen in Paris beispielsweise
in dieser Zeit nur eine Abnahme von 76.
Der Rückgang war also in der deutschen Reichshauptstadt
mehr als doppelt so groß wie im sog. Seine-Bobel.
Einen ähnlich großen Geburtensturz zeigte die zweitgrößte
Stadt Deutschlands Hamburg mit einem Minder
von 152 Geburten seit 1880, wo man noch 384 Geburten
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