Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1902. (93)

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S.  4.

.  Bei  dauernder  Abnutzung  eines  Weges  kann  für  die  Vorausleistung  ein
Beitrag  oder  ein  Beitragsverhältniß  mit  der  Maßgabe  festgesetzt  werden,  daß  die
Festsetzung  so  lange  gilt,  bis  der  Beitrag  oder  das  Beitragsverhältniß  im  Wege
gütlicher  Vereinbarung  oder  anderweiter  Festsetzung  geändert  ist.

Mangels  gütlicher  Vereinbarung  steht  die  Klage  auf  anderweite  Festsetzung
des  Beitrags  oder  Beitragsverhältnisses  beiden  Theilen  zu.  Sie  kann  nur  auf
die  Behauptung  gestützt  werden,  daß  die  thatsächlichen  Voraussetzungen,  vonwelchen
  bei  Festsetzung  des  Beitrags  oder  des  Beitragsverhältnisses  ausgegangen
ist,  eine  wesentliche  Aenderung  erfahren  haben.

G.  5.
Die  zuständigen  Behörden  haben  über  Anträge  auf  Festsetzung  von  Vorausleistungen,
  sowie  über  Anträge  auf  Abänderung  des  festgesetzten  Beitrags  oder
des  festgesetzten  Beitragsverhaltnisses  nach  freiem  billigen  Ermessen  zu  entscheiden.

K.  6.

Ueber  die  Festsetzung  von  Vorausleistungen  entscheidet  in  Ermangelung
gütlicher  Vereinbarung  auf  Klage  des  Wegebaupllichtigen  in  erster  Instanz:

a)  bei  Wegen,  welche  von  den  Provinzialverbänden  (in  der  Provinz
Hess  en-Nassau  von  den  Bezirksverbänden,  in  den  Hohenzollernschen
Landen  von  dem  Landeskommunalverband)  oder  von  den  Kreisen  unterhalten
  werden,  bei  Wegen  in  Stadtkreisen  und  in  Städten  mit  mehr
als  10000  Eimvohnern  (in  der  Provinz  Hannover  in  den  bezüglich
der  allgemeinen  Landesverwaltung  selbstandigen  Städten)  der  Bezirksausschuß;


)  in  allen  übrigen  Fällen  der  Kreisausschuß.

Zur  Entscheidung  über  Klagen  auf  Aenderung  der  Festsetzung  einer  Vorausleistung
  gemäß  F.  4  ist  diejenige  Behörde  zustandig,  welche  zur  Festsetzung  in
erster  Instanz  zuständig  sein  würde

G.  7.
Die  vereinbarten  oder  festgesetzten  Beiträge  unterliegen  der  Veitreibung  im
Verwaltungszwangsverfahren.

.  S.

Die  Vorausleistungen  gemäß  §.  1  dürfen  nur  vom  Beginne  desjenigen
Kalenderjabis  ab  in  Anspruch  genommen  werden,  welches  dem  Jahre,  worin
die  Klage  erhoben  wird,  unmittelbar  vorausgeht.  Auf  rückständig  gebliebene  oder