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selbe (13. September). Er machte darauf den auswärtigen Mächten von dem
Geschehenen Anzeige und beschwor den deutschen Kaiser, sowie den König von
Preußen, sich aller Drohungen und Rüstungen gegen Frankreich zu enthalten,
da bei der gegenwärtigen Lage der Dinge der Ausbruch eines Krieges ihn und
die Königin in die größte Gefahr bringen würde. Die verbündeten Monarchen
richteten darauf Glückwunschschreiben an König Ludwig und erklärten, nachdem
er aus freien Stücken die Verfassung angenommen und die Ruhe in Frankreich
damit wiederhergestellt zu sein scheine, nun auch ihrerseits keinen Grund
mehr zu bewaffnetem Einschreiten zu haben.
Mit dieser friedlichen Entwickelung war jedoch diejenige Partei in Frankreich
nicht einverstanden, welche die Verfassung von 1791 nur als einen Übergang
zur Repnblik angesehen wissen wollte und den Krieg als das Mittel betrachtete,
um die Leidenschaften der Nation aufzuregen und sie zu gewaltsamem
Vorgehen gegen das Königtum fortzureißen. In der „gesetzgebenden Versammlung,“
welche nach Annahme der neuen Verfassung in Frankreich an die Stelle
der „konstituierenden Nationalversammlung“ trat (1. Oktober), erhielt diese
Partei, welche sich nach ihren hervorragendsten Mitgliedern, die das Departement
der Gironde in die neue Versammlung gesandt hatte, die „Girondisten“
nannte, bald die Oberhand und die meiste Bedeutung. Dieselben benutzten
die Erklärung der beiden Monarchen von Pillnitz, um die Aufregung der Nation
zu steigern. Man machte dem Volke glauben, daß seine junge Freiheit durch
eine finstere Verschwörung aller alten Mächte bedroht sei, daß ein auf dem
Gebiete von Kur-Trier versammeltes Emigrantenheer — es waren in der That
nur ca. 4000 Mann — sich zum Einmarsch in Frankreich und zum Umsturze
der neuen Ordnung daselbst bereit mache, daß König Ludwig XVI. selbst seinen
Schwager, den deutschen Kaiser, und dessen Verbündete zum Angriff auf Frankreich
eingeladen habe, um mit ihrer Hilfe die ihm aufgedrungene, tief verhaßte
neue Verfassung zu stürzen. Hingerissen von den flammenden Reden der
Girondisten beschloß die gesetzgebende Versammlung (29. November), den König
aufzufordern, daß er vom deutschen Kaiser das Aufgeben der von ihm geplanten
Vereinigung der europäischen Mächte zur Bekämpfung der Revolution und die
Auflösung des Emigrantenhceeres verlangen solle.
Der König besaß nicht mehr die Macht, um den Beschlüssen der Versammlung
seinen eigenen Willen entgegensetzen zu können. Er erfüllte ihre
Forderung, richtete jedoch um dieselbe Zeit (3. Dezember) ein Schreiben an
den König von Preußen, welches später bei der Anklage auf Landesverrat als
Beweisstück gegen ihn benutzt wurde. Der Hauptinhalt lautete:
„Mein Herr Bruder! Ich habe durch Herrn de Moustier erfahren, welche
Teilnahme Ew. Majestät nicht allein für meine Person, sondern auch für das
Wohl meines Königreichs hegen. Die von Ew. Majestät getroffenen Anord-