Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Zweiter Band. (2)

266  Einleitung.

kunden  über  den  Besitz  des  Klosters  im  Elsass  und  Saargau,  teilweise
  auch  im  Speiergau  und  Wormsgau,  von  der  Merowinger  Zeit
an  wiedergab  und  im  elften  Jahrhundert  einige  Nachträge  erhalten
hatte‘),  also  die  Urkundenwerke  von  Fulda  und  Lorsch  an  Alter
weit  übertrifft.  Aber  die  späteren  Urkunden  bis  zur  Zeit  Edelins
fehlen  bis  auf  13.  Doch  wäre  es  möglich,  dass  Edelin  auch  diese
sammeln  liess,  die  Handschrift  aber  verloren  ging?).

Die  Quellen,  welche  der  Schreiber  benützte°),  waren  die  Privilegien
  und  ein  alter  Liber  possessionum,  was  wohl  das  eben  genannte
Urkundenbuch  aus  dem  9.  Jahrhundert  ist.  Der  Augenschein  beweist
  auch,  dass  das  Güterverzeichnis  älteren  Quellen  entnommen  ist.
Dafür  sprechen  die  altertümlichen  Formen  von  Personen-')  und  Ortsnamen),
  welche  im  13.  Jahrhundert  nicht  mehr  gebräuchlich  waren,
wie  auch  manche  Arten  von  Leistungen,  welche  in  eine  ältere  Zeit
hinaufweisen  und  in  den  späteren  Verzeichnissen  nicht  mehr  vorkommen).


Beachtenswert  sind  die  geschichtlichen  Nachrichten,  welche  in
das  Güterverzeichnis  eingestreut  sind.  Fehlt  es  nicht  an  Stücken  aus
späterer”),  ja  selbst  aus  Edelins  Zeit?),  so  stammt  doch  eine  ganze
Anzahl  aus  dem  10.  Jahrhundert’).  Die  Aufzeichnungen  sollten  nach
Edelins  Versprechen  in  der  Vorrede  den  Vorlagen  wortgetreu')  entsprechen.
  Eine  Nachprüfung  ist  bei  dem  Mangel  an  anderweitigen
Quellen,  wenigstens  für  Württemberg,  nahezu  unmöglich.  Aber  für
die  Thatsächlichkeit  des  Weissenburger  Besitzes  innerhalb  Würtiembergs,
  der  sonst  unbekannt  ist,  sprechen  die  auch  sonst  als  Merkmale
von  Klosterbesitz  beachtenswerten  Kirchenheiligen  an  vielen  Orten'').
Ebenso  stimmen  einige  geschichtliche  Angaben,  wie  die  Verwüstung

ı)  Vgl.  Harster,  1.c.37  f.  —  *)  Vgl.  darüber  unten.  —  °)  Vol.  Edelins
Vorrede  2.269  und  P.  229,  230,  236:  invenimus.  —  *)  P.  2,  28,  58,  60,  216
—  225.  —  ®)  Altheimero  marcu,  P.  123;  Wizunbure,  P.  143;  Unkunstein,  P.  36,
103;  Colugunstein,  P.  187,  223;  Duuadenwilare,  Z.  271  n.  172.  —  °)  So  die
eulogiae,  die  Festgeschenke  an  den  König,  P.6,  11,  17;  die  Pechlieferungen
an  den  Königshof,  P.7,  10,  17,  18,  30,  72;  die  Stellung  von  Wagen  und  Ochsen
für  den  Kriegsdienst,  z.  B.  P.  3,  18,  19,  25,  wofür  später  Geld  gegeben  wurde,
P.65,  89,  126,  127,  131,  207,  247.  Vgl.  auch  vernuculum,  P.  233  unten  n.  23.
—  NP.297,  #1f.,  304.  —  °)  P.  106--108.  —  °)  P.  254  n.  7;  P.260  n.  33;
P.  308,  311  n.  36.  —  '%)  2.269:  de  verbo  ad  verbum.  —  1‘)  Die  Weissenburger
  Heiligen  Petrus  und  Paulus  finden  sich  in  Waldsee  (n.  27),  Reute
(n.  38),  Oberholsheim  (n.  30),  Laupheim  (n.  32),  Peterskirchen  (ursprünglich
sicher  Petrus  und  Paulus  geweiht)  in  Bietigheim  (n.  8,  10,  36)  und  Grossglattbach
  (n.  18).