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sie als einen Ausbruch des Bismarckschen Temperaments aus. Dein der
Gedanke, einen Botschafter ins Zuchthaus zu stecken wic einen gemeinen
Verbrecher, war unerhört und konnte nur als ein Scherz betrachtet werden.
Binnen 6 Monaten war Arnim verhaftet, der Prozeß wurde ihm gemacht
und er wurde schließlich in contumaciam zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.“
Fürst Bülow fügte hinzu, daß das natürlich ein ertremer Fall war, wie
eben Bismarck ein außerordentlicher Mann war in der Starrheit, mit der
er einen einmal betretenen Weg verfolgte. Aber auch andere, wenn auch
weniger unvergleichlich als Bismarck, würden von ihren politischen Gegnern
als für „ebenso gut wie ihre Worte“ gehalten.
Daß das augenblickliche gegenseitige Mißtrauen zwischen England und
Deutschland offensichtlich noch wenig von seiner Stärke verloren hat, ist ein
Gegenstand tiefer Sorge für den deutschen Kanzler. Es war das auch nicht
die erste Gelegenheit, bei der er seine Meinung über diesen Gegenstand aussprach.
Daher ist es auch nichts neues, wenn ich sage, daß Fürst Bülow diese
Animosität zwischen Deutschland und England, wer ihr auch sich hingeben
mag, beinahe wie eine Art von Volkstollheit ansicht, die, wenn man sich
darein verbeißt, nur in endloses Unheil für beide Länder auslaufen kann
allein zum Vorteil für die tertii gandentes. Er ist bestrebt, was in seiner
Kraft steht zu tun, um damit ein Ende zu machen, aber seine Macht ist
natürlich begrenzt. Mit Bezug auf die englischen Befürchtungen vor einem
deutschen Angriff zur See, meint der Kanzler, wäre es natürlicher und daher
entschuldbarer, wenn die Deutschen fürchten würden, angegriffen zu werden.
„Sie haben niemals seit der Zeit Wilhelms des Eroberers eine Invasion
erlebt“, sagte er, „und ich kann Ihnen versichern, nicht zum ersten
Male und nicht als deutscher Kanzler, sondern als ein Gentleman
zum anderen, daß niemand, der nur etwas Verstand und
Einfluß in Deutschland hat, daran denkt, einen Konflikt mit
England zu suchen, geschweige die unsinnige Idec einer Invasion
dort hat.“ Eine englische illustrierte Zeitung mit Zeichnungen,
wie vermeintliche deutsche Spione sich in einem englischen Landgasthause
versammelten, lag auf dem Tische, und der Kanzler sagte, darauf hinweisend,
daß die neulich verbreiteten Erzählungen über deutsche Spione
in England nur in einer überhitzten Phantasic entstanden sein könnten.
„Aber für uns Deutsche“, fuhr er fort, „ist ein greifbarerer Grund zur Besorgnis
vorhanden, wegen unserer exponierten geographischen Lage, ganz
abgesehen von unserer traurigen Geschichte. Es ist nur 100 Jahre her“, sagte
der Kanzler, und zeigte auf einc vor ihm liegende Karte von Deutschland,
„da bildete das Stück Land, auf dem wir stehen, ein Stück eincs französischen