Volltext : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1816. (11)

Nro.  38.  1  8  16.  255

Königlich=  Württembergisches
Staats=  und  Regierungs-Blakt.

Montag,  556.  Aug.

 

 

Deeret  des  Kbalgl.  Staats-MRinisteriyms,  an  die  Königl.  Oberämter,  den  Gang  ver
bisherlgen  Unterhandlungen  über  eine  Verfassung  des  Kbnigrcichs  betweffend;
d.  d.  22.  Aug.  1816,

Aus  verschiedenen  bey  dem  Königl.  Staats-Ministerium  eingekommenen  Eingaben
hat  man  mit  Befremden  ersehen,  welche  irrige  Vorstellungen  in  Beziehung  auf  den  Gang
der  bisherigen  Unterhandlungen  über  eine  Verfassung  des  Königreichs,  nicht  nur  unter
einem  großen  Theile  der  Königl.  Unterthanen  herrschend  geworden  send,  sondern  auch
selbst  von  den  Oberamts=  und  Gemeinde=  Vorstehern  genährt  und  verbreitet  werden,
und  welches  Mißtrauen  gegen  die  wohlthätigsten  und  aus  den  reinsten  Absichten  geflossenen
  Handlungen  Sr.  Königl.  Masestät  dadurch  entstanden  ist.

Allerhöchstdieselben  haben  schon  längst  öffentlich  und  unumwmden  den  Enc,
schluß  ausgesprochen,  don  Wohlstand  Ihres  Volks  durch  eine  seinen  Verhältnissen  angemessene
  Verfassung  dauerhaft  zu  begründen,  einstweilen  aber  auch  die  Staats-Verwaltung
  ohne  die  Dazwischenkunft  der  gegenwärtig  nur  zu  den  Unrerhandlungen  über  die
Verfassung  konstituirten  Stände-Versammlung  in  ihrem  geordneten  festen  Gang  zu  erhalten.


Ungeachtet  nun  Se.  Königl.  Masestät  Sich  weder  durch  die  ungeduldigen
Aeußerungen  dersenigen  welchen  die  Beendigung  jener  Unterhandlungen  sich  zu  lange  zu
verzogern  scheint,  noch  durch  die  unreisen  Urcheile  Anderer),  welche  einen  guren  Erfolg
bezwerfeln  wollen,  noch  sonst  durch  unstatthafte  Einstreuungen,  in  diesem  Entschlusse  auf
irgend  eine  Weise  werden  wankend  machen  lassen:  so  ist  es  doch  Allerhöchstdensel,
ben  daran  gelegen,  daß  die  unrichtigen  Ansichten  des  gutgesinnten  Theils  Ihrer  Unterthanen
  möglichst  berichtiget,  und  diejenigen  welche  dem  Vaterlande  nicht  besser  zu  die-