Volltext : Gesetzsammlung für das Königreich Sachsen vom Jahre 1829. (12)

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3.)  Mehrere  Mitbelehnte,  welche  an  einem  Gute  die  gesammte  Hand  auf  densel—
ben  Fall  zu  befolgen  haben,  es  geschehe  nun  die  Lehnshandlung  gleichzeitig,  oder  zu  verschiedenen
  Zeicen,  haben  den  für  diesen  Fall  bestimmten-Sportelsah  nur  antheilig  abzuentrichten.


4.)  Wenn  eine  und  dieselbe  Person,  auf  einen  und  denselben  Fall,  die  gesammte  Hand
an  mehrern  Gütern  zu  befolgen  hat  und  diese  Befolgung  bei  einer  Lehnshandlung  geschiehr,
so  werden  niemals  mehr  als  zwei  Säte,  und  zwar  die,  nach  der  in  vorstehendem  §.  1  erwähnten

  Srufenfolge  und  der  im  F.  3  beigefügten  Modisication,  sich  ergebenden  beiden  größten
  Ansäße  genommen  werden.

5.)  Sr.  Königl.  Majestär  haben  Sich  allergnädigst  vorbehalken,  den  Betrag  der  obigen
  firirten  Sportelsäße  für  die  Lehns-Douceurs,  nach  Befinden  der  Umstände,  künftig  annoch
  herabzusetzen.

6.)  Das  bereits  bestehende  Verbor,  Geschenke  anzunehmen,  wird  unnmehr  auch  auf
die  Lehns-Douceurs  erstreckk.  Es  haben  sonach  künftighin  die  bei  der  Kanzlei  der  Königl.
Landesregierung  angestelltenn  Personen  in  keinem  erdenklichen  Falle,  bei  Serase  der  Suspension
  und,  nach  Befinden,  der  Cassation,  von  irgend  jemanden,  welcher  Geschäfte  bei  der  Landesregierung
  betreibt,  oder  betreiben  läße,  vor  derselben  erscheint,  oder  bei  ihr  etwas  sucht,

oder  für  denselben  von  Anderen,  Geschenke  anzunehmen,  oder  von  den  Ihrigen  annehmen
zu  lassen.  Unter  gleicher  Verwarnung  ist

7.)  die  Uibernahme  von  Aufträgen  und  Vollmachken  sämmtlichen  Kanzleipersonen  ebensewohl
  in  Lehnssachen,  als  in  allen  andern  bei  der  Landesregierung  vorkommenden  Angelegenbeiten
  unkersagté.

Dresden,  den  27en  Mai  1829.

Königl.  Süächs.  Landesregierung.

Freiherr  von  Werthern.

 

Heinrich  Ludwig  Hausmam,  8.