Full text : Hammer oder Amboß. Dritte Reihe der Kriegsaufsätze. (3)

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Alle,  daß  nicht  Schwäche  stärkt;  außerdem  trügen  wir  Alle
Bismarck's  Wort  im  Gedächtnis:  „Befreite  Völker  sind
nicht  dankbar,  sondern  anspruchsvoll“;  schließlich  würde
Keiner  von  uns  einen  Augenblick  an  dem  Ursatz  zweifeln,
daß  ein  Staat  um  so  sicherer  und  gewaltiger  nach  außen
wirkt,  je  mehr  er  zusammengefaßt  und  abschließend  innig
in  Bezug  auf  sich  selbst  gebildet  und  ausgebaut  ist.  Je
stärker  ein  Staat,  desto  stärker  und  desto  dauerhafter  werden
die  Verbände  und  die  Bündnisse  werden,  die  er  eingeht;  zu
glauben  aber,  aus  dem  Bündnis  von  Schwäche  mit
Schwäche  könne  Kraft  entstehen,  zu  glauben,  eine  G.m.  b.  H.
„Mitteleuropa“  bedeute  einen  lebensfähigen  politischen
Gedanken,  ist  dermaßen  haarsträubend,  daß  die  Schmiede
des  Deutschen  Reiches  —  ein  Friedrich  und  ein  Stein  und
ein  Bismarck  —  sich  gewiß  im  Grabe  umgedreht  haben.
Auf  diesem  Wege  würde  ein  siegreiches  Deutschland  sich
eigenhändig  sein  Grab  schaufeln.  Und  solche  Angedanken
hält  ein  bedeutender  und  einflußreicher  Teil  der  deutschen
Offentlichkeit  für  erörterungswert  und  vielversprechend!

Dies  nur  als  Beispiel,  damit  es  unmittelbar  in  die
Augen  springe,  wie  verheerend  der  Mangel  an  richtigen,
klar  erfaßten  Grundbegriffen  wirken  kann.  Ein  ähnlicher
Irrtum  herrscht  augenblicklich  in  weiten  Kreisen  in  Bezug
auf  den  Krieg  und  könnte  ebenfalls  verhängnisvolle  Golgen
heraufbeschwören.

Ein  Blick  auf  die  Weltgeschichte  zeigt,  daß  verhältnismäßig
  wenige  Kriege  um  das  Dasein  einer  Nation  geführt
  werden:  so  war  zum  Beispiel  weder  64  noch  66  noch
70  auf  einer  oder  der  anderen  Seite  von  derartigen  Zerstörungszielen
  die  Rede.  Man  kriegt  um  Grenzen,  um
Besitztümer,  um  Rechte  und  Vorteile,  um  Grundsätze  und