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Alle, daß nicht Schwäche stärkt; außerdem trügen wir Alle
Bismarck's Wort im Gedächtnis: „Befreite Völker sind
nicht dankbar, sondern anspruchsvoll“; schließlich würde
Keiner von uns einen Augenblick an dem Ursatz zweifeln,
daß ein Staat um so sicherer und gewaltiger nach außen
wirkt, je mehr er zusammengefaßt und abschließend innig
in Bezug auf sich selbst gebildet und ausgebaut ist. Je
stärker ein Staat, desto stärker und desto dauerhafter werden
die Verbände und die Bündnisse werden, die er eingeht; zu
glauben aber, aus dem Bündnis von Schwäche mit
Schwäche könne Kraft entstehen, zu glauben, eine G.m. b. H.
„Mitteleuropa“ bedeute einen lebensfähigen politischen
Gedanken, ist dermaßen haarsträubend, daß die Schmiede
des Deutschen Reiches — ein Friedrich und ein Stein und
ein Bismarck — sich gewiß im Grabe umgedreht haben.
Auf diesem Wege würde ein siegreiches Deutschland sich
eigenhändig sein Grab schaufeln. Und solche Angedanken
hält ein bedeutender und einflußreicher Teil der deutschen
Offentlichkeit für erörterungswert und vielversprechend!
Dies nur als Beispiel, damit es unmittelbar in die
Augen springe, wie verheerend der Mangel an richtigen,
klar erfaßten Grundbegriffen wirken kann. Ein ähnlicher
Irrtum herrscht augenblicklich in weiten Kreisen in Bezug
auf den Krieg und könnte ebenfalls verhängnisvolle Golgen
heraufbeschwören.
Ein Blick auf die Weltgeschichte zeigt, daß verhältnismäßig
wenige Kriege um das Dasein einer Nation geführt
werden: so war zum Beispiel weder 64 noch 66 noch
70 auf einer oder der anderen Seite von derartigen Zerstörungszielen
die Rede. Man kriegt um Grenzen, um
Besitztümer, um Rechte und Vorteile, um Grundsätze und