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pelung wegen, mit einem Zinntropfen versehen sein. Gemäße, an denen dieser Zinn ·
tropfen fehlt, braucht das Aichamt nicht anzunehmen.
4) Die Prüfung der Hohlgemäße, sowohl für „Nah“ als für „Trocken“ geschieht
mit Wasser, und zwar mit Brunnen, oder Regenwasser, welches letztere jedoch im
Allgemeinen vorzuziehen ist. Das Wasser muß mäßig erwärmt sein, weil es dadurch
dünnflüssiger wird, leichter das Metall netzt und das Anhängen von Lustblasen ver-
mindert.
5) In das zu prüfende Gemäß wird zuerst Wasser gegossen, welches man mit
einem geeigneten Holzstabchen umrührt und dann wieder ausgießt, so daß nur noch die
Wände beueßzt bleiben. Alsdaun wird das Gemaß auf einem möglichst waagerechten
Tisch in einen flachen Blechteller gestellt.
6) Nun gießt man Wasser in das Normal.Maß und fährt, ehe es ganz voll ist, mit
dem vorerwähnten Holzstäbchen an der Wand des Gesäßes herum, um etwaige Luft-
blasen zu entfernen. Das Normal-Maß wird darauf so vollständig mit Wasser gefüllt,
dah nach dem Ausschieben der Glasplatle nirgends größere Lustblasen unter derselben
zu sehen sind.
7) Jett wird das Normal Mah, nach allmählig abgezogener Platte vorsichtig
in das zu prüsende Gemäß ausgeleert, bis nichts mehr abtropft. Durch Ausschiebung
der Glasplatte überzeugt man sich, ob das zu prüsende Gemäß mit dem Normalmaße
gleichen Inhalt habe oder nicht. Daß bei dem Ueberfüllen etwa in den Blechteller gelau.
senes Wasser nachgegossen werden muß, versteht sich von selbst.
8) Bei Zweifeln über die Zurerlässigkei: der Prüsung, ist dieselbe unbedingt zu
wiederholen, was bei nur einiger Uebung leicht und schnell geschehen bann.
9) Unrichtig befundene Gemähe werden dem Eigenthümer ungestempelt wieder
zurückgegeben, weun nicht bei blechernen Gemässen das Aichamt kleine Abweichungen
durch geeignete Hammerschläge auf dem Voden sofort abändert.
3) Bei den für den Ausschank von Vier rc. zu verwendenden Gläsern.
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Es dürfen nur solche Gläser zur Aichung angenommen werden, bei denen nach
Aufnahme des gesetzmäßigen Quantums Flüssigkeit über dem Spiegel der letzteren ein
ehwa 1 Zoll breiter Rand — der mit einem eingeschlissenen oder eingebrannten farbigen
Striche bezeichnet sein muß — leer bleibt.
Bei der Normirung der Glasgemäße ist folgendes Verfahren einzuhalten:
Jedes Glas wird mit der linken Hand über einen Blechteller gehalten; mit der