Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1876 (3)

K5.  153

und  wird  bei  den  in  Bayern  aufgegebenen  Sendungen  von  der  Postanstalt
  des  Absendungsortes,  bei  den  aus  einem  außerdeutschen  Postgebiete
eingehenden  Sendungen  von  der  ersten  an  der  Grenze  gelegenen  bayer.
Postanstalt  bezogen,  welcher  dieselben  zur  Weiterbeförderung  überliefert
werden.

III  Die  übrigen  bei  der  Beförderung  oder  Zustellung  der  Sendung  betheiligten

  Postanstalten  in  Bayern  sind  zur  Anforderung  dieser  Gebühr  nicht  berechtigt.

IVy  Die  Beförderungsgebühren  bestehen:

A.  bei  den  zu  Pferd  oder  mit  einspännigem  Wagen  beförderten  Estafetten

a)  aus  dem  Rittgeld  und  resp.  der  Vergütung  für  ein  Pferd  nach
dem  Satze  von  25  Pfennig,

b)  aus  dem  Postillonstrinkgeld  nach  dem  Sate  von  5  Pfennig  auf  je
1  Kllometer

mit  dem  Minimum  der  für  10  Kllometer  treffenden  Kosten,  wenn

die  Entfernung  der  ganzen  Transportstrecke  weniger  als  10  Kilometer

beträgt,  sodann

)  aus  den  etwaigen  Brücken-,  Fähr=  und  Pflastergeldern;

B.  bei  den  mit  Eisenbahnzügen  streckenweise  beförderten  Sendungen
—  wemnn  der  betreffende  Zug  für  den  regelmäßigen  Posttransport  unter
Begleitung  von  Postbediensteten  nicht  benützt  wird  und  daher  ein  eigener
Begleiter  abgesendet  werden  muß  —

a)  aus  dem  tarifmäßigen  Personengeld  für  die  Hinfahrt  des  Begleiters
auf  einem  Platze  III.  Classe  oder  auf  einem  Platze  II.  Classe,
wenn  mit  dem  betreffenden  Zuge  Personen  in  der  III.  Wagenclasse
nicht  befördeit  werden,

b)  aus  dem  tarlfmäßigen  Personengeld  für  die  Rückfahrt  des  Begleiters
auf  einem  Platze  III.  Classe  und

c)  aus  den  Diäten  des  Begleiters  mit  2  Mark  für  jeden  angefangenen
  Tag,  welcher  zur  Hinfahrt  des  Begleiters  und  zur  Rückfahrt
desselben  mit  dem  nächsten  gewöhnlichen  Zuge  erforderlich  ist.

V  Bei  Benützung  von  Bahnzügen,  welche  durch  Postbedienstete  begleitet

sind,  wird  eine  besondere  Beförderungsgebühr  nicht  erhoben.
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