Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Sachsenchronik  —  Sachsen-Hildburghausen.

marsch  sächsischer  Truppen  notwendig
machten.  Doch  gab  der  Hers  der  demokratischen
  Partei  nach  und
ihrer  Führer  ins  Ministerium.  Als  Joseph
  30.  Nov.  1848  abdankte,  folgte  ihm
sein  Bruder  Georg,  der  zunächst  die  bisherige
  liberale  Richtung  beibehielt,  1850
aber  ein  neues  Wahlgesetz  nach  dem  Dreiklassensystem
  einführte  und  manche  der
Errungenschaften  der  Revolution  beseitigte.
  Na  seinem  Ioh  folgte  3.  .1853
sein  Sohn  Ernst  (s.  Ernst
das  Wahlges
stellt,  aber  1857  und  nochmals  1869  abgeändert.
  Die  oberste  Staatsverwaltung
wurde  im  März  1866  neu  geordnet.  In
dem  Konflikt  zwischen  Osterreich  und
Preußen  trat  S.  entschieden  auf  die  Seite
des  letztern  Staats,  stimmte  14.  Juni  1866
egen  den  Antrag  auf  Mobilisierung  der
undeskontingente  und  stellte  seine  Vruppen
  Preußen  zur  Verfügung.  Darauf  erfolgte
  18.  Aug,  der  Eintritt  in  den  Norddeutschen
  Bund  und  1871  ins  Deutsche
Reich.  Vgl.  Braun,  Erinnerungsblätter
  aus  der  Geschichte  Altenburgs  in  den
Jahren  1525—1826  1676).

Sachseuchrenik  (Sächsische  Weltchronikh),
  die  erste  prosaische  Chronik  in
deutscher  Sprache,  welche  die  Weltgeschichte
bis  1248  im  Anschluß  an  die  Reihenfolge
der  Kaiser  erzählt  und  im  13.  Jahrh.  in
Niedersachsen  abgefaßt  ist.  Mit  Unrecht
hat  man  lange  Eike  v.  Repgow,  dem  Verfasser
  des  Sachsenspiegels,  auch  diese  Chronik
  zugeschrieben.  Sie  wurde  im  Mittelalter
  vielfach  fortgesetzt,  in  Auszügen  bearbeitet,
  auch  ins  Lateinische  übersetzt.  In
den  „Monumenta  Germanis#  historica.
Scriptores,  neue  Folge  1876,  ist  sie  von
Weiland  herausgegeben.

Sachsen,  ernestinische  Linie.  Infolxe
  der  Württemberger  Kapitulation
1547  verblieben  den  Söhnen  JohannFriedrichs
  des  Großmütigen  nur  die  thüringischen
  Besitzungen,  wozu  1553  noch  Koburg,
1554  Alktenburg,  1555  Römhild  kamen.
Dieselben  begannen  bereits  nach  Johann
Faiegeich  Tod  (1554)  die  Teilungen,  inolgederen
  der  Besitzstand  vielfach  wechselte.
Stammnvater  der  jetzigen  ernestinischen  Linie
  ist  Herzog  Johann  von  Weimar  (gest.

rief  einen.

).  1855  wurde  des
von  1831  wiederherge-375



1605).  Dessen  Söhne  Wilhelm  und  Ernst
der  Fromme  teilten  1644  das  durch  das
Erlöschen  der  ältern  gothaischen  Linie  fast
ganz  vereinigte  ernestinische  Gebiet,  1660
auch  den  ernestinischen  Anteil  von  Lenne
berg  und  wurden  die  Stifter  der  Linien
Weimar  und  Gotha,  welche  1672  auch
die  Besitzungen  der  ältern  altenburgischen
Linie  unter  sich  teilten.  Die  weimarische
Linie  führte  1719  das  Erstgeburtsrechtein.
Die  gothaische  Linie  spaltete  sich  nach  Ernsts
N  Tod  1675  in  sieben  Hertümer,
  welche  durch  Neuteilungen  1735
auf  vier,  1826  auf  drei  sich  verminderten:
die  noch  bestehenden  S.-Altenburg,
S.-Koburg-Gotha,  S.-Meinin-=gen-Hildburghausen.
  Das  Gebiet
der  ernestinischen  Fürsten  insgesamt  ist
kleiner  als  der  preußische  Regierungsbeirk
  Merseburg.  Sie  haben  die  Universität
ena,  das  dortige  Oberlandesgericht  und
das  Statistische  Büreau  gemeinsam.  In
der  deutschen  Politik  haben  sie  sich  meist  zu
Preußen  gehalten,  im  Innern  liberal  regiert.
  Vgl.  Pölitz,  Geschichte  der  Staaten
des  ernestinischen  auses  (1827).
Sachsen-Hildburghausen,  ehemaliges
Her  ottum  derernestinischen  Linie,  welches
1  ei  der  Teilung  der  Söhne  Ernsts
des  Frommen,  Herzogs  von  Sachsen-Gotha,
  abdetrennt  wurde  und  seinem  sechsten
Sohn,  Ernst,  tel  Es  lag  zwischen  dem
kursächsischen  Schleusingen,  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Koburg,  dem  Bistum  Würzburg
  und  Sachsen-Römhild  und  wurde
von  der  Werra  durchflossen.  1702  wurde
dem  Hen#n  Ernst  von  seinem  Bruder
Friedrich  I.,  Herzog  von  Gotha-Altenburg,
die  Souveränität  zugestanden  und  durch
Einführung  der  Erbfolge  nach  der  Erstgeburt

  einer  Zerstückelung  des  Ländchens

für  die  Folge  vorgebeugt.  Unter  der  Regierung
  des  prachtliebenden  Ernst  Friedrich
  Karl  (1748—80)  wurden  die  Finanzen
  des  schon  unter  den  vorigen  Regierungen
  arg  verschuldeten  Landes  durch  einc
aiserliche  Schuldenkommission  neu  geordnet.
  Indes  betruß  die  Staatsschuld  1826
noch  fast  ½  Mill.  Fl.  1819  wurde  die
Verfassung  des  Herzogtums  durch  Aufnahme
  des  Bauernstands  unter  die  Stände
umgestaltet.  Als  11.  Febr.  1825  Herzog