Full text : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

568  1611  244.

zum  204  244.  Kanzler  Fausts  „ohngefehrlichos  bedenken,  was
“bei  dem  uf  den  17.  julii....  bestimpten  und  verglichenen
  churfurstentag,  sofern  derselbig  seinen
vortgang  erreichen  wurdet,  zu  consideriren  sein  möchte.

Beim  Kurfürstentag  sind  laut  Ausschreiben  folgende  Hauptpunkte
  vorzubringen:  1.  Der  prager  Uebalstand,  2.  die  Suecession,
3.  die  Ergänzung  des  Kollegiums,  4.  die  Erneuerung  des  Kurvereins,
5.  die  Restitution  des  Justizwesens  im  Reich,  6.  die  Verbesserung  der

was  vor  und  nachher  nicht  nur  auf  obige  Regimenter  und  Reiter  sondern  auch
noch  auf  die  hessischen,  mansfeldischen,  obentrautischen  und  die  Lebensreiter
aufgegangen  ist;  der  Schaden  würde  dabei  nicht  so  gross  sein,  weil
diese  Reiterei  nicht  vor  dem  Einfall  gedient  bat  und  es  sich  nur  um  die
kurze  Zeit  des  Abzugs  handelt.  2.  Das  andere  Mittel  wäre:  dem  fuchsischen
und  helmstättischen  Regiment  und  den  markgräflichen  Reitern  wäre  der
ganze  Sold  auch  für  die  Zeit  des  elsässer  Zuges  zu  passieren,  doch  mit
Separation  dessen,  was  auf  die  wirkliche  Belagerung  und  Expedition  und
auf  die  übrige  Reiterei  aufgegangen  ist,  und  anders  nicht  als  wenn  obiges
Volk  in  dieser  Zeit  nur  in  terminis  defensivis  und  in  blosser  Garnison  ge
legen  hätte.  Daesellie  hätte  man  gewiss  auch  wegen  des  passauischen  Volks
leisten  müssen,  auch  wenn  die  Fürsten  nicht  den  elsässischen  Zug  vorgenommen
bätten  oder  die  Unierten  sich  auch  nur  mit  Volk  zur  Defension  hätten
gefasst  halton  müssen.  3.  Das  äusserste  Mittel  wäre  endlich:  das  gesamte
Volk  ohne  Unterschied  der  Werbung  und  Zeit  zu  bezahlen  und  nur  die
hohen  Befehle  ete.  auszusetzen.  Damit  es  aber  dann  nicht  das  Ansehen
hat,  als  wolle  man  sich  voriger  Erklärung  zuwider  in  das  elsässer  Wesen
verwickeln,  wird  man  der  Sache  einen  andern  Schein  geben  müssen,  „dass,
so  vil  der  stätt  portion  und  rata  sonsten  diese  ganze  zeit  uber,  alldieweil
gemeltes  volk  im  Elsas  gelegen,  und  also  ausser  dessen,  80  vor  dem  anibruch
  und  nach  dem  abzug  aufgewondet,  daza  man  sich  hierorn  bereit
erboten,  austrägt,  zusammengeschlagen  und  bei  der  endlichen  abdankung
von  den  stätten  dargeschossen  und  ihnen  vor  andern  contributionibus  als
ein  voraus  zugeschrieben,  den  chur-  und  fursten  aber  die  vollige  underhaltung
des  volke,  so  lang  es  in  dem  Elisas  gelegen,  in  rechnungen  einig  und  allein
zugeaignet,  auch  die  verantwortung  denselben  nochmals  überlassen  wurde.“
Da  die  ordentlichen  Kontributionen  in  der  Union  so  ei:  gerichtet  sind,  dass
auf  die  höheren  Stände  zwei,  auf  die  Städte  ein  Drittel  fällt,  so  würde,
wenn  die  Unkosten  des  Volke  im  Elsass  (ausser  den  hohen  Befehlen  u.  a.  w.)
während  der  ganzen  Zeit  z.  B.  100000  fl.  betrügen,  sich  der  Städte  Antel
daran  auf  33000  fl.  belaufen,  die  sie  dann  zur  Abdankung  als  einen
„Voraus*  kontrıbuieren  und  im  übrigen  nach  obigem  Anschlag  den  höheren
Ständen  die  last  tragen  helfen  müssten.  Auf  diesem  Weg  erreichen
zwar  die  höheren  Stände  ibr  Intent,  die  Städte  aber  können  bei  der  Er
klärung  bleiben,  dass  sie  sich  des  elsässer  Zugs  weder  mit  Volks-  noch  mit
Geldhilfe  teilbaftig  gemacht  haben;  dabei  hätten  die  Herrn  des  Rats  noch  den
Vorteil,  dass,  was  sie  an  den  dargeliehenen  80  000  fl.  über  ilıre  Quote  hinausgegeben
  haben,  aus  den  Kontributionen  der  andern  Städte  wieder  einnehmes
und  sich  so  bezahlt  machen  könnten.  —  Ein  ähnliches  Mittel  hatte  man  schos
den  Gesandten  in  der  Instruktion  nach  Ulm  vom  4./14.  Oktober  1610  an
die  Hand  gegeben,  dass  man  so  viel  passieren  lassen  wolle  als  aufgegangen