Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1874. (40)

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verbunden  ist.  In  dem  Laufzettel  muß  Ort,  Tag  und  Stunde  der  Abfahrt,  die  Zahl
der  Pferde  und  der  Reiseweg  mit  Benennung  der  Stationen  angegeben,  auch  bemerkt
werden,  ob  die  Reise  im  eigenen  Wagen  erfolgt,  oder  ob  ein  offener,  ein  ganz=  oder
halbverdeckter  Stationswagen  verlangt  wird,  sowie  ob  und  mit  welchen  Unterbrechungen
die  Reise  stattfinden  soll.  Die  Abfassung  solcher  Laufzettel  ist  Sache  des  Reisenden.
Die  Postverwaltung  hält  sich  an  denjenigen,  welcher  den  Laufzettel  unterschrieben  hat.
Ist  der  Reisende  nicht  am  Orte  ansässig  oder  sonst  nicht  hinlänglich  bekannt,  so  muß  er
seinen  Stand  und  Wohnort  angeben.  Für  Beförderung  eines  Laufzettels  mit  den  Posten
behufs  Vorausbestellung  von  Extrapost=  oder  Kurierpferden  ist  eine  Gebühr  nicht  zu  entrichten.


X.  Jeder  Extrapostreisende,  welcher  sich  an  einem  unterwegs  gelegenen  Orte  länger
als  eine  halbe  Stunde  aufhalten  will,  ist  verpflichtet,  hiervon  der  betreffenden  Postanstalt
  vor  der  Abfahrt  Nachricht  zu  geben.  Dauert  der  Aufenthalt  über  eine  Stunde,
so  ist  von  der  fünften  Viertelstunde  an  ein  Wartegeld  von  25  Pf.  für  Pferd  und  Stunde
zu  entrichten.  Ein  längerer  Aufenthalt  als  24  Stunden  darf  nicht  stattfinden.

XII.  Für  vorausbestellte  Pferde  ist,  wenn  von  denselben  nicht  zu  der  Zeit  Gebrauch
gemacht  wird,  für  welche  die  Bestellung  erfolgt  ist,  für  Pferd  und  Stunde  ein  Wartegeld
von  25  Pf.  auf  die  Zeit  des  vergeblichen  Wartens

a)  bei  weiterher  kommenden  Reisenden  von  der  siebzehnten  Viertelstunde  an  gerechnet,

b)  bei  im  Orte  befindlichen  Reisenden  von  der  fünften  Viertelstunde  an  gerechnet,
zu  entrichten.

TIIV.  Benutzt  ein  im  Orte  befindlicher  Reisender  die  bestellten  Extrapostpferde  nicht,  so
hat  derselbe,  wenn  die  Abbestellung  vor  der  Anspannung  erfolgt,  keine  Entschädigung,
wenn  dagegen  die  Pferde  zur  Zeit  der  Abbestellung  bereits  angespannt  waren,  den  Betrag
  des  bestimmungsmäßigen  Extrapost=  2c.,  Wagen=  und  Trinkgeldes  für  fünf  Kilometer,
  sowie  die  Bestellgebühr  als  Entschädigung  zu  entrichten.

XV.  Der  Reisende  kann  verlangen,  daß  ihm  auf  langen  oder  sonst  beschwerlichen
Stationen  auf  vorhergegangene  schriftliche  Bestellung  Pferde  und  Wagen  entgegengesandt
und  möglichst  auf  der  Hälfte  des  Weges,  insofern  dort  ein  Unterkommen  zu  finden  ist,
aufgestellt  werden.  Für  die  Beförderung  solcher  Bestellungen  mit  den  Posten  ist  eine
Gebühr  nicht  zu  entrichten.  Die  Bestellung  muß  die  Stunde  enthalten,  zu  welcher  die
Pferde  und  Wagen  auf  dem  Umspannungsorte  bereit  sein  sollen.  Trifft  der  Reisende
später  ein,  so  ist  von  der  siebzehnten  Viertelstunde  an  das  bestimmungsmäßige  Wartegeld
  zu  zahlen.

XVI.  Für  entgegengesandte  Extraposten  wird  erhoben:

1.  das  bestimmungsmäßige  Extrapost=  2c.,  Wagen=  und  Trinkgeld,

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k)  Wartegeld.

1)  Abbestellung
von  Extraposten.


m)  Entgegensendung
  von
Extrapostpferden
  und
Wagen.