Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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.  4.

Bisher  hatte  Helnrich,  auch  noch  als  deutscher  König,  Bavern
  selbst  regiert.  Aber  durch  den  Vesitz  der  Königswürde,  und
durch  den  Krieg  mit  den  Ungarn,  die  ihm  ohnebin  genug  zu  schaffen
  gaben,  sand  er  sich  endlich  bewogen,  die  Regierung  in  Bapern
niederzulegen.  Er  übertrug  das  Herzogthum  dem  Grafen  Heinrich
von  Luxemburg.  Doch  dieses  that  er  eigenmächtig,  ohne  die  baperische
  Nation  zu  fragen.  Eine  geraume  Zeit  setzten  sich  daher
die  bavcrischen  Stände,  die  dadurch  zu  ihrem  großen  Uerger  ihr
Wahlrecht  verletzt  sahen,  entgegen;  waren  aber  zuletzt  doch  genöthigt,
  der  Uebermacht  nachzugeben,  und  Heiurich  VII.  als  ihren
Herzog  anzuerkennen.

g.  5.

Kaum  hatte  dieser  Herzog  im  Jahre  1072  die  Regierung  in
Bapern  angetreten,  als  die  Ungarn  wieder  mit  drei  Heeren  einen
Einfall  in  Bayern  und  Kärnthen  unternahmen.  Dießmal  wurden
sie  zwar  von  den  baperischen  Markgrafen  zurückgeschlagen.  Der
König  selbst  zog  öfter  als  einmal  nach  Ungarn,  und  erfocht  einige
beträchtliche  Bortheile.  Aber  Samuel  Aba  regte  sich  immer  wieder
  von  Neuem;  und  nur  ein  gewaltiger  Sturmwind,  der  den  Ungarn
  während  eines  Treffens  auf  einer  großen  Haide  bei  Raab
den  Staub  in  das  Gesicht  wehte,  verschaffte  dem  deutschen  Könige
einen  vollkommenen  Sieg.

S.  60.

Das  Herzogthum  Bapern  wurde  durch  den  frühzeitigen  Tod
des  Herzogs  Heinrich  VII.  bald  wieder  erledigt.  Aber  um  das
Wahlrecht  der  bayerischen  Nation  war  es  beinahe  so  viel  als  geschehen.
  Der  deutsche  König  und  römische  Kaiser,  Heinrich  III.,
gewohnt,  in  allen  Dingen  eigenmächtig  zu  handeln,  folgte  auch
bei  Besetzung  des  Herzogthums  Bayern  seiner  Gewohnheit.  Ein
Jahr  lang  ließ  er  es  gänzlich  unbesetzt;  im  Jahre  1040  übergab
er  es  endlich  dem  Grafen  Conrad  von  Zütphen,  einem  Anverwande
ten  des  sächsisch  -kaiserlichen  Hauses.

S.  7.

Auch  Conrad  leistete  mit  seinen  tapfern  Bayern  dem  Kaiser

Heinrich  III,  wichtige  Dienste  in  seinen  Feldzügen  gegen  die  Un-