Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1899. (76)

493

VII.  In  Art.  67  Abs.  1  ist  anstatt  „F.  200  der  Reichscivilprozeßordnung“  zu  setzen:
„§.  222  der  Civilprozeßordnung.“

Aebertragung  des  Eisenthums,  Besrünbauns  und  Anfbebuus  von  Dienstbarkeiten  an  nicht  im
Erundbuch  eingetragenen  Grundstüchen.
Art.  212.

Zur  Uebertragung  des  Eigenthums  an  einem  Grundstück,  das  im  Grundbuch  nicht
eingetragen  ist  und  nach  den  bestehenden  Vorschriften  auch  nach  der  Uebertragung  nicht
eingetragen  zu  werden  braucht,  sowie  zur  Begründung  einer  Dienstbarkeit  an  einem  Grundstück,
  das  im  Grundbuch  nicht  eingetragen  ist  und  nicht  eingetragen  zu  werden  braucht,
ist  die  Einigung  des  Berechtigten  und  des  anderen  Theils  über  den  Eintritt  der  Rechtsänderung,
  zur  Aupfhebung  einer  Dienstbarkeit  an  einem  solchen  Grundstück  die  Erklärung
des  Berechtigten,  daß  er  das  Recht  aufgebe,  erforderlich.

Einigung  und  Erklärung  bedürfen  der  öffentlichen  Beurkundung.

Eine  Uebertragung  des  Eigenthums,  die  unter  einer  Bedingung  oder  einer  Zeitbestimmung
  erfolgt,  ist  unwirksam.

Psandrechte  an  Grundflüchen.
Art.  213.
Die  Belastung  eines  Grundstücks  mit  einer  unkündbaren  Hypothek  oder  Grundschuld
ist  untersagt.
Die  Ausschließung  des  Kündigungsrechts  des  Eigenthümers  bei  Hypothekenforderungen
  und  Grundschulden  über  die  Dauer  von  zehn  Jahren  hinaus  ist  unzulässig.
Art.  214.

Wenn  für  ein  Unterpfandsrecht,  das  nicht  nach  Art.  192  Abs.  1  Satz  2  des  Einführungsgesetzes
  zum  Bürgerlichen  Gesetzbuch  als  Sicherungshypothek  gilt,  zu  der  Zeit,
zu  welcher  das  Grundbuch  als  angelegt  anzusehen  ist,  ein  Pfandschein  (Art.  14,  191,
192  des  Pfandgesetzes  vom  15.  April  1825,  Reg.  Blatt  S.  193,  Art.  32  des  Gesetzes  vom
21.  Mai  1828,  betreffend  die  vollständige  Entwickelung  des  neuen  Pfandsystems,  Reg.
Blatt  S.  361)  ausgestellt  ist,  gilt  das  Unterpfandsrecht  als  eine  Hypothek,  für  welche
die  Ertheilung  eines  Hypothekenbriefs  nicht  ausgeschlossen  ist,  und  der  Pfandschein  als
Hypothekenbrief.