ummer 20
Ler deutsche Luftangriff
- auf Calais.
WTB. Bern, 21. 1. Lyoner Blätter melden
aus Calais: Amelehten Freitag überflogen
mehrere deutsche Flugzeuge Calais. Sie konnten
trotz heftiger Flugabwehr eine große Anzohl
Bomben abwerfen, die ziemlich bedeutenden
Sachschaden amichteten. Mehrere
Personen wurden getötet. ,
der Luftangtiff auf Paris.
* Paris, 31. 1. (Agence Havas.) Vier
feindliche Gelgade überflogen unsere Linien
nördlich von Compiegne und erreichten Paris.
Sie flogen wegen des llaren Himmels sehr
hoch und näherten sich so dem Bezirk Paris
von Osten her, wobei sie nacheinander Bomben
auf verschiedene Gemeinden der Pariser Bam-
meile abwarfen. Hierauf überflogen sie Paris
hauptsächlich auf dem rechten Ufer, wo sie in
einigen Augenblicken nahezu ihre sämtlichen
Bomben abwarfen. Sie vernichteten dabei
ziemlich viele Menschenleben, besonders Frauen
und Kinder. Zwei Hospitäler wurden getroffen
und mehrere Gebäude durch Brände
beschädigt. Die Zahl der Getlöteten beträgt
20, die der Verwundeten 50. Mehrere
Kämpfe wurden nördlich der Hauptstadt geliefert.
Dabei wurde ein deutsches Flugzeug
abgescho'sen, dessen Insassen gefangen. Ein franzE#sisches
Flugzeug mußte landen; beide Insassen
wurden verwundet. Ein spälerer Bericht
wmird die Zahlen unserer Verluste angeben.
* Paris, 31. 1. (Havas.) Amtlich. Die
Zahl der Verluste infolge des Luftangriffes am
Mittwoch ist jetzt belannt. Sechsun ddreißig
Tote, darunter 22 in Paris, 14 in der
nächslen Umgebung, ferner 190 Verwundete,
davon 114 in Paris, 76 in der nächsten Umgebung
waren zum Opfer gesallen, darunter
eine große Anzahl Frauen und Kinder. Drei
Hospitäler wurden ron Vomben getroffen, in
einem derselben brach ein Brand aus. Der
Alarm murde sogleich in der gewöhnlichen
Weise geschlagen. Der Rettungodienst trat mit
bemerkene werter Schnelligkeit in Tätigkeit. Es
und insgesamt etwa 60 unserer Flugzeuge
ausgestiegen, wovon etma 30 beständig in der
Lufst blieben. In wenigen Minuten hatten sich
die Verteidigungsgeschwader mit einer Patrouille
vereint, die vor dem Alarm über Paris
kreuzte. .
Allgemuaegoomätieq.
Eine Anleihe des Vatilans?
s Von der Schweizer Grenze, 1. 2
Der rõmische Berichterstatter der „Niĩfociated
Preß“ meldet, daß der Vatikan durch Vermitilung
eines internationalen Finanzkonsor
liums eine groste Anleihe aufzunehmen
gedenke, die bei den Katholiken der ganzen
Menschheit zur Zeichnung aufgelegt werde. Die
Finanzlage des Vatikans habe sich infolge der
slorlen Ausfälle der Eingänge aus Bolgien,
Franlreich, den Verejnigten Staaten u. Oesterreich
außerordentlich verschlechtert, die Ausgaben
für dae Liebeshilsewerk seien dagegen infolge
des Krieges gewallig gewachsen.
Frankreich und Elsaß-Lothringen.
. Die „Basler Nachrichten“ schreiben in Nr. 32:
.Wenn Frankreich behauptet, daß die ellässische
Frage für die Franzosen eine Frage des Re..
für die Deutschen eizze Frage der Macht sei. widersoricht
es der Geschichte. Eine Zeillang, nach
70. gab es einen Standpunkt, von dem aus
Frankreich die Rückgabe des Elsaß unter Beru-Lng
auf einen Rechtsarundsatz fordern konnte.
Solange nämllich, als es bei der Mehrzahl der elsässer
den Wunsch nach der Rückkehr voraussetzen
durfte. Der Widerstand gegen das Plebißit beweist,
daß diese Voraussetzung bei Frankreich
nicht mehr besteht. Die Franzosen berufen sich
serner auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker,
das 1870 dem geltenden Recht nicht angehört
hat. Die französische Regierung hat sich darauf
stets nur berusen, wenn es zugunsten der eigenen
Macht oder auf Kosten der fremden geschehen
konnte. Und gerade im Jahre 1870 stand Frankreich
im Begriff, diesem Grundsatz ganz besonders
flagrant ins Gesicht zu schlagen, denn der
Sinn Krieges von 1870 war für Frankreich
die Gewinnung des „linken Rheinukers“, d. h
von urdeutschem Voden. Die Eroberung des
Elsasses durch Deutschland war tatsächlich keine
Annerion, sondern eine „Desanner#ion“. Das
Elsaß war eine deutsche Irredenta; wenn
Deutschland sie, ohne erst die Beoölkerung zu be-Heragen,
zurückverlangte, so handelte es nach demselben
Grundsatz, der Frankreich in diesem Krieg
[Italien, Rumänien, Griechenland als Bundesgenossen
zugeführt hat, nach dem Grundsatz nämlich,
als landeszugehörig anzusehen, was ethnoohisch,
geographisch und historisch zum Lande
ö#rt. Das ganze Elsaß hat rund 800 Jahre
Deutschland gehört, von Lothringen ein Teil ein
Jahrhundert weniger, der andere, größere, ein
Jahrhundert mehr. In ihnen hat bis zur Nevotion,
auch amtlich, die deutsche Sprache geherrscht;
erst die freiheitbringende Revolution
hat die Länder durch das Sprachgesetz von 1790
auch sprachlich vergewaltigt; mit Erfolg nur,
soweit die amtliche Macht sich erstreckte; der
Großteil der Bevölkerung sprach auch nach 1870
Nasensifen A#####
zelen sich auf den Standpunkt stellen, dab die
Gewinnung der „Seele des Elsasses“ durch ihre
Ueberlegenheit Frankreich ein Recht gab, die
Länder trotz der unrechtmäßigen Erwerbung zu
behalten, so wird man den Deutschen das H#echt
nicht abstreiten können, die Probe aufs Erempel
zu machen und sich durch den Augenschein Je berzeugen,
ob die Elsässer nicht ein zweites Mal umzustimmen
sind. Der Versuch ist gemacht worden
und scheint geglückt zu sein: Frankreich selbst will
es auf das Plebiszit nicht mehr ankommen lassen.
„Trügerisch“ nannte Pichon neulich dieses gepriesene
Werkzeug der französischen und der kommenden
Menschheits-Politik! In der Tat dürfte
sich Frankreich einigermabßen durch das Plebiszit
betrogen sehen.“
hof- und Personaluachrichten.
München, 1. Februar.
Ministervortrag. Der König hat heute
vormittag den Kriegsminister Generalleutnant
von Hellingrath zum Vortrag empfangen.
Münchener Neuigkeilen.
* München, 2. Februar.
BVrennstoffspende des Königs. Die
Vrennstoffe, die der König auch heuer wieder
armen Einwohnern der Staot München spendet
je 1 Zentner Kohle und 2 Rahmen Holz
kwerden den von der Polizeidirektion vorgeschlagenen
bedürftigen Personen durch Fuhrwerke
des Hofmarstalls zugefahren. Die zur
unentgeltlichen Verteilung bestimmten Menge
von rund 1000 Zentnern Kohlen wurde der
Hofverwaltung auf Rechnung des Königs durch
den Reichskommissar für die Kohlenverteilung
ohne Anrechnung auf die Stadt zugeteilte Liesermenge
eigens zu dem besagten Zwecke zugewiesen.
Die Abgabe der Kohlen an die Armen
erfolgt gegen Ablieferung gültiger Kohlenmarken.
Die arken müssen von der Hofverwaltung
der Ortekohlenstelle eingesandt werden.
Der Hof i#t in Bezug auf Zuteilung
und Belieferung mit Kohlen den gleichen Einschränkungen
unterworken wie jede Privatperson
und jede Behörde und daher selbstverständlich
auperstande, aus seinem eigenen beschränklen
Anteil irgendwelche Mengen, sei es an das
eigene Personal, sei es an Dritle, abzugeben.
(Bersonalien. Der langjährige frühere
Chefredakteur der München-Angeburg. Abendzeitung,
Kajetan Freund, verläßt am 1. Febr.
#einen bisherigen Wirkungskreis bei diesem
Blatte. um in den Redaktionsverband der
Münchener Jeitung einzutreten. An die ilelle
des Herrn Freund tritt der Schriftsteller Dr.
Philipp Funk. der vorber im Presseamt bei
der deutschen Verwaltung in Velgien und Rumänien
tätig war.
as 7. und 8. Opfer des Schleißheimer
Zugsunglücks. Feldkurat Wilh.
Weber aus Landshut, der mit dem AUnglückszug
zu einer Konferenz der Lamettseelsorge
nach München fahren wollte, ist den bei dem
Brandunglück erlittenen Verletzungen heute
Nacht erlegen. Als Z. Opser ist die 52 Jahre
alte Gütlerofrau Marie Weiß von Eglhausen
gestorben.
Bayerische Nachrichten.
Beim Holzziehen verunglückte in der
Nähe von Reichenau bei Landshut der Häusler
Höpfl, Vater von sechs Kindern. Die Bremovorrichtung
am Schlitten riß und Höp#l wurde
an einen Baum geschleudert, sodaß der Tod alsbald
eintrat.
Todessturz. In der Vetillodterstraße in
Nürnberg stürzte am 1. Februar ein verheir.
Privatier aus der Höhe des 2. Stockwerkes
ab und erlitt einen schweren Schädelbruch, an
dessen Folgen er alsbald starb.
Die alte Unsitte, Petroleum ins offene
Feuer zu schülten, forderte in Passau zwei
Opfer. Ein 25 jähriges Mädchen wollte mit
Petroleum Fener anmachen. Die Petroleumkanne
exrplodierte, und setzte die Kleider der am
Herde stehenden Mutter und Tochter in Brand.
Während die Tochter mit schweren Verletzungen
davonkam, erlag die Mutter im Krankenhaus
den erlittenen Verlehungen.
Spurlos verschwunden ist seit dem
letzten Hochwasser das 21 jährige Dienstmädchen
Lina Oelschlegel in Nordhalben. Man glaubt,
daß das Mädchen ein Opfer des Hochwassers
geworden ist.
Die alte Geschichte. Eine 76 Jahre alte
Frau in Ludwigshasen, die ledige Margaretha
Acharfenberger, #enaktt Petroleum zum Feueranmachen.
Die Kanne mit dem Petroleum erplodierte
und die alte Frau erlitt derartige
Verletzungen, daß sie bald darauf verschied.
Grenzlande.
Rafstein, 1. 2. Unglückefall. Am
Mittwoch abend kam in einem hies. Gasthaus
ein kleiner Knabe der krennenden Petroleumlampe
zu nahe. Diese flürzte um und explodierte.
Während der Bub merkwüroigerweise
unverletzt blieb, erlitten die Wirlin und ein
mit am Tische sitzendes jüngeres Mädchen
Brandwunden an den Händen und im Gesicht.
Kufstein, 1. 2. Der Bierpreis ist nun
bräu Flücklich auf 1 Kr. 50 Heller für den
Liter angelangt. Zuvor kostete bekanntlich der
Liler dieses Tünnbiers 1 Kr. 20 Heller."
Bayerisches MWerland.
Vom Sammerberg, 31. 1. Beerdigung.
Am Donnerstag fand in Steinlirchen am Sammerberg
die Beerdigung des auf so tragische
Weise aus Leben geschiedenen 37
Jahre alten Bauern Christoph Auer von Hinterschweiber
statt. Der Verstorbene, der nach
2 jähriger Kriegstätigkeit mit einer gröheren
Verwundung in die Heimat zurückkehrte, verunglückte
am Montag, den 14. Januar, beim Fällen
einer Buche. Er geriet mit einem Fuße unler
die Buche, wobei ihm der Unterschenkel
zeischmettert wurde. In dieser qualvollen Lage
mußte er 5 Stunden zubringen, bis er befreit
werden konnte. Nach zweimaliger Amputation
des Fußes ist er von seinem 13 tägigen qualvollen
Leiden erlöst worden. Die vielen Leidtragenden,
welche sich bei der Beerdigung und
dem 1. Seelengottesdienste eingesunden haben,
gaben Zeugnis von der Wertschätzung des
Mannes. Die Kirche vermochte kaum die vielen
Gläubigen zu bergen. Der Verstorbene hinterläßt
eine in tiefe Trauer versetzte Witwe
und drei unmündige Kinder. ÖHH. Kooperator
Ludwig Reich von Törwang hob in seiner
Trauerrede seine guten Eigenschafien hervor und
spendete Worte des Trostes für die Himwerbliebenen.
Möge ihm die Erde leicht sein?.
Trostberg. 21. 1. Unsall. Ein 2 jähriger
Knabe in Wäschhausen bei Heiliglreuz kroch
zwischen zwei Bretterzäunen hindurch. Die Bretterlagen
stürzten ein und begruben das Kind.
Kolbermoor, 31. 1. Haussuchung. Bei
einem hier wohnhaften, jeit einiger Zeit in
Urlaub weilenden Vaterlandsverteidiger, welcher
sich des Wilderns verdächtig machte, wurde
vor einigen Tagen von der hies. Gendarmerie
eine Haussuchung vorgenommen, wobei u. a. 2
weidgerecht ausgezogene Nebdekn nebst 2 Reblöpfen
und etwa ein Viertelzentner Rehfleisch
vorgesunden wurden.
Bad Aibling, 1. 2. Besitzwechsel. Die
Villa Reischl in der Mangsallau hier Ut Eigentum
von Fr. A. Steinbeißer in Kolbermoor
geworden. *
Sachsenkam, 31. 1. Mit knapper Not
dem Toode entronnen sind gestern drei 11.
jährige Jungen von hier. Dieselben begaben sich
mit ihren Rodelschlitten in den nahen Müllerweiher
und unterhielten sich munter auf dem
Eise: zmei von ihnen kamen auf eine dünne
Stelle und brachen plötzlich durch. Der dritte
wollte ihnen seinen Schlitten zur Rettung zuführen
und brach ebenfalls durch. Der #Oswaldbauer
Stefan Demmel eilte sosort herbei
und brachte ihnen eine lange Stange zu Hilse,
an der sich zwei anklammerten, während der dritle.
Max Gast, unterging, sein Bruder Albert, der
ebenfalls herbeilam. kletrerte auf der Stange zur
Stelle, zog denselben in dem Momemt heraus.
als das Wasser ihn wieder an die Oberfläche
brachte. Die sosortigen Wiederbelebungsver
suche waren von Erfolg.
Miesbach, 31. 1. Zuchthengste-Körung
und Prämiierung. Am Mittwoch
vorm. 10 Uhr nahm die Körkommission unter
Vorsitz des Oberkreistierarztes Schwarzmeir am
oberen Marktplatz dahier die Körung und
Prämiierung der Privat-Zuchthengste im Bezirk
Miesbach vor. Herr Bürgermeister Seb. Maiwolf
von Bayrischzell führte einen prächtigen,
lichibraunen, sechsjährigen Oberländerhengst vor,
der allgemeine Bewunderung erweckte, angekört
wurde, und eine hohe Prämie zuerkannt erhielt.
Ferner wurden vorgeführt der dunkelbraune
fünfjährige Oberländerhengit der Schlierseer
Pferdezuchtgenossenschaft (ebenfalls angekört)
und der vierzehnjährige Oberländerhengst des
Herrn Pürgermeisters Alois Steingraber von
Irschenberg (angekört und mit 250 Mark prämüert).
Dann führte Herr Schloßgutsbesitzer
Hermann von Wallenburg zwei dreisährige
wertvolle Traberzuchthengste vor, die ebenfalls
angesört wurden. -
Barrischzell, 31. 1. Bauplatzverlauf.
Landesproduktenhändler Sandri dabier kaufte
vom Arzt von Mengertshausen an der neuen
Landstraße in der Steffelkirchpoint nächst der
Pfarrkirche 25 Dezimal Baugrund um 4000
Mark. Verbriefung hat stattgefunden. Herr
Sandri erbaut auf seinem neuerworbenen
Grund ein schönes Geschäftshaus. Den Bau dieses
neuen Gobäudes haben Jimmermeister Neu
von Rechthal und Baumeister Lendaro von
Miesbach übernommen.
Lokalnachrichten.
Rosenheim, 2. Februar.
Unterbringung von Stadtkindern
auf dem Lande. ·
Das im Jahre 1917 ausgeführte vaterländische
Unternehmen, erholungsbedürftigen Kindern
aus den großen Städten und Industriebezirken
Bayerns die Wohltat eines längeren
Aufenthaltes auf dem Lande zu verschaffen,
war von den schönsten Erfolgen begleitet. Mehr
als 46 000 bayerische Kinder konnten unent.
geltlich in ländlichen Familien untergebracht
werden; auherdem wurde einer großen Zahl
Sonntag, 3. Sebruckr 1918
Industriegebiet, aus Thüringen und Sachsen
gastfreundliche Antnahme gewährt. Gestärkt an
Kraft und Geiundheit konnten de Kinder
nach Hause zurückkehren.
Unserer opferwilligen Landbevöllerung und
allen, die das Zustandelommen und die Durchsührung
des Werkes unermüdlich und selbftlos
gefördert haben, gebührt der besondere Dank
des Vaterlandes.
Die Fortdauer der Ernährungsschwierigleiten
in den großen Städten rechtfertigt den dringenden
Wuntsch, auch in diesem Jahre möglichtt zahlreiche
Kinder aus Bayern und, soweit möglich,
auch wieder aus dem lheinischen Industriegebiet
und dem Königreiche Sachsen aufs Land
zu bringen. Wenn sich die Verhaltnisse auf dem
Lande gegen das Vorjahr auch verschlechtert haben,
so sind sie doch für die Kinder aus großen
Städten noch erheblich besser, als in ihren
Wohnorten, da zu der immer noch kräftigeren
Ernährung auf dem Lande die Möglichleit
lonnnt, sich ausgiebig in gefunder, frischer
Lust zu bewegen. -
Das Staatsministerium des Innern hat deshalb
mit Entschließung vom 23. Januar 1918
die Kreieregierungen beauftragt, die Einleitungen
für die Aufnahme von Stadikindern auf
dem Lande für dieses Jahr alsbald zu treffen.
im Vertrauen auf die vaterländische Gesinmung,
welche die Landbevölkerung im vorigen Jahre so
lerrorragend bewiesen hat und in der Hoff#-nung,
daß sich die Einrichtungen der privaten
Wotliatigtleii und alle Freunde der Jugend
wiederum in den Dienst dieser für oie Erbaltung
unserer Volkskraft so wichligen Sache
stellen und daß auch die beteiligten Städte das
Unternebmen wie im Vorjahre m ihren Mitteln
unternüden uerden. Das Werk soll auch
heuer ein folchso der sreiwiltigen Liebeslärigleit
sein.
·
Todeofall. Landpostbote Jotef Koch K.
heute mittag gestorben. Mit ihm ist eine meit
und breit bekann:e und belieb:e Persönlichkeir
aus dem Leben geschieden. 30 Jahre lang brachte
er unferer Landbevöllerung in treuester Ausubung
seines Berufes Freud und Leid has Haus.
Seit 1914 pemioniert, stellte er sich während de
Krieges als Depeschenbote zur Verfügung, um
auf solche Art auch feinen Teil im Diente fur
das Vaterland beizutragen. Koch ist Veteran des
Krieges 1270 71. Zwei seiner Söhne stehen im
Felde. Eine Tochter fu Schwester in sinem Mloster
in Amerika. Möge dem allzeit Pflichtgetreuen
die Erde leicht sein!“ «
Deuticher Frauenderein vom Ro—
ten Kreuz für die Kolonien (Abtreilung
Rosenheim). Am 30. Januar tagse
im Hotel „Deutscher Kaiser" die Hauptverlammlung
unter dem Vorfine von Freifrau v.
Schadn. Der Tagesordnung entsprechend wurde
zunächst über Vereinsangelegenheiten in Bezug
auf koloniale Interessen Bericht erstattet.
Erfreulicherweise lonn:e mie gefeilt werden.
daß die Mitgliederzahl von 120 im Vorjahre
nur auf 114 zurückgegangen ist. Dadurch int
dem Verein moglich, seine vielen Aufgaben zu
ersüllen, wie bisher. Diese sind: Die Unterhallung
und Fortfuhrung des baner. Prinzessin-Rupprecht-Heims
in Südwestafrika für deutsche
Frauen und Kinder, das muttergültig, trog
aller Schwierigleiten, von der Oberschwester geleitet
wird. Außerdem ersordern oie seinerzeit
gegründeten Kranlenanstalten in den Kolonien
erbebliche Mitrel. Durch den Krieg veranlaktt,
ist es eine belondere Ausgabe für den Vercin.
den ausogsernden Krantenschwestern, die ühreang
im Tropengebiet ihrem schweren Beruf
nachgegangen sind, bei ihrer Heimkehr einc gesunde
Unterkunft zu gewähren. Weiterhin liege
es dem Vereine ob. von internierten kolonialdeutschen
Kindern, die über neutrale Länder
nach Deutschland geschicki wurden, zu verpflegen
und zu erziehen. Ferner sind es die armen
deutschen Frauen und Kinder, oie jenzt aus
Afrika ausgeliefert werden, und zum Teil Ha#b
und Gut verloren haben, denen geholfen werden
muß. Diese vielen Anforderungen an unsern
Verein bestätigen die Notreendigkeit einer
grofen Mitgliederzahl. Im Anschluß hieran
murde sodann von der Vorsitzenden Bericht erstatiet
über die Kriegearbeil, welche der Verein
im Auftrage des Ortssammelkomitees vom
soten Kreuz auch im abgelaufenen Kriegsjahr
leistete. Das Sammelergebnis ist wieder
ein sehr günfliges und nur möglich durch die
vielen Mithelfer und freundlichen Spender. Zo
brachte die Opfertagrammlung im August 4000
Mark ein. Der am Opfertag veranitaltete
Konzert- und Theaterabend ergab den Reingewinn
von 400 Marl, welcher der Sammelitelle
zugemiesen wurde. Für die Weihnachtssammlung
fürs Feld im Duzemder sind im nanzen
3000 Mark gespendet worden. Des weileren
wurden in der Zeit vom 1. Januar 1917 bis
1. Januar 1918 von der Ortssammelstelle ins
Feld und in Lazaratte Waren im Gesamtwerte
von 2500 Mark abgesendet. Aus diesem Gesamtergebnis
von nahezu 10 000 Mark ergibt
sich, daß auch im abgelaufenen Jahre die Ortssammelstelle
im Rathaus erfreuliche Resultate
erzielt hat, wobei noch besonders bemerkt wird,
daß diese Arbeit neben der eigentlichen kolonialen
Tätigiet lediglich für den Schwesternverein
des Roten Kreuzes im Inland auesge
sührt wird. L. v. .
Postlagernde Sendungen. Tie mit
—