Metadata : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1900. (27)

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VII.  Briefe  ohne  Werthangabe,  die  von  einer  mit  dem  Empfänger  gleichnamigen
Person  irrthümlich  geöffnet  wurden  oder  welche  Loose  oder  Anbietungen  zu  einem  in  Bayern
verbotenen  Glücksspiele  enthalten,  werden  auch  nach  geschehener  Aushändigung  und  Eröffnung
zurückgenommen.  Bei  erstgenannten  Sendungen  ist  der  Empfänger  verbunden,  den  Verschluß
durch  sein  eigenes  Siegel  wieder  herzustellen  und  auf  der  Rückseite  des  Briefumschlags  eine
die  stattgefundene  Eröffnung  erläuternde  Bemerkung  mit  seiner  Namensunterschrift  beizusetzen.
Im  Falle  der  Ablehnung  geht  diese  Verpflichtung  auf  die  Postanstalt  über,  welche  die  Sendung
  ausgehändigt  hat.

VIII.  In  den  Briefkästen  vorgefundene,  einen  Vermerk  über  die  Annahmeverweigerung
enthaltende  Briefe  und  Postkarten  werden  ald  neu  eingelieferte  angesehen  und  bei  der  Rücksendung
  mit  Porto  belegt,  derartige  Drucksachen,  Geschäftspapiere  und  Waarenproben  aber
zurückbehalten  und  gleich  den  unbestellbaren  Sendungen  der  Ortsverkehres  behandelt.

IX.  Bezüglich  der  Weigerung  des  Empfängers,  die  auf  der  Sendung  lastenden  Portound
  Gebührenbeträge  zu  entrichten,  siehe  §  49  C.

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8  44.
Nachsendung  der  Postsendungen.

I.  Hat  der  Empfänger  seinen  Aufenthalts=  oder  Wohnort  verändert  und  ist  sein  neuer
Aufenthalts=  oder  Wohnort  bekannt,  so  werden  gewöhnliche  und  eingeschriebene  Briefpostgegenstände
  (§  1  1a  1—6)]  und  Postanweisungen  nachgesandt,  wenn  nicht  er  oder  der  Absender
  eine  andere  Bestimmung  getroffen  hat.  Dasselbe  gilt  von  den  Postaufträgen  nebst
ihren  Anlagen,  falls  der  Absender  nicht  die  sofortige  Rücksendung  oder  die  Weitergabe  zur
Protesterhebung  oder  die  Absendung  an  eine  andere,  namentlich  bezeichnete  Person  verlangt  hat.

II.  Bei  Briefen  mit  Werthangabe  und  bei  Packeten  erfolgt  die  Nachsendung  nur  auf
Verlangen  entweder  des  Absenders  oder  des  Empfängers.

III.  Für  Briefe  mit  Werthangabe  und  für  Packete  werden  im  Falle  der  Nachsendung
das  Porto  und  die  Versicherungsgebühr  (§  10)  von  Bestimmungsort  zu  Bestimmungsort
zugeschlagen.  Für  audere  Sendungen  findet  ein  neuer  Ansatz  von  Porto  nicht  statt;  die
nach  den  ermäßigten  Taxen  des  Orts=  oder  des  Nachbarortsverkehres  behandelten  gewöhnlichen
  und  eingeschriebenen  Briefe,  Postkarten,  Drucksachen,  Geschäftspapiere  und  Waarenproben
  werden  jedoch,  wenn  sie  über  den  ursprünglichen  Verkehrsbezirk  hinausgehen  und  nicht
bereits  auch  für  den  neuen  Bestimmungsort  ausreichend  frankirt  sind,  nachtaxirt

Einschreib-,  Postanweisungs=  und  Postauftragsgebühren  sowie  die  Gebühr  von  1  Mark
für  dringende  Packetsendungen  und  die  Vorzeigegebühr  für  Nachnahmesendungen  werden  bei
der  Nachsendung  nicht  noch  einmal  angesetzt.