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lenen,
Nummer 59
Bauerischer Landlug.
* München, 6. März.
Kultus-Haushalk.
Dr Beratung ging weiter bei den
Zuhchushn
zu den gewerblichen Fachschulen 5W ’
den Fortbridungsschulen. Jin Lause
Debatte wurden dabei von dem Nedner der #entrums
und der Sozialdem= kraten auch prinipielle
Forderungen vertreten. So belonte der Alg. Dr.
Wohlmuth (Z.) daß seine Partei auch den grö#-ten
Wert auf die religibs siuttliche Ertielmg auch
der den Fortbildunge schulen lege. Redner ging
un einzelnen näher auf die be absichtigt. u Neforimen
in Bezug auf das
ein und verkrat die Aussaffung. daß die Berufe#-sortbildungsschule
in der Hauptsache für dir
größeren Gemeinden, di: Valksfortliüldungsschule
für die lleineren in Vetracht lemme, wobei
Ausnahmen in der Verüidsichligung gewerblicher
Interessen denlbar scien. Weiter betonte er. daß
seime Partei auch heute noch Anhänger der aurs
lagsfortbüdungsschule sei. Abg. Profft (Soz.)
vertrat verschiedene Wünsche bensichllich des #
ichen Fachschulen, befurworkete die Errichlung
von Handwerker Mitrelschulen und verlangte,
daß bei den Forlbildungsschulen das
Schwergewicht auf die beruflicte Seite und nicht
die religisse Erziebung gelegt werde. Die geistliche
Schulaussicht bei den Fortbildungeschulen
Will er ausgeschaltet wissen.
Ku linsminister von Knillk angmei ut.
daß wegen der Handwerkertnirkelf chulen in den
beteiligten Kreisen selbst noch keine endgültige
Klärung beehe. zu Poffen sei. daß hald verschiedene
Schulhäuser wieder ihrer eigenilihen
Besimmung zurücgegeben werden lönnen. Das
Fortbildungsse- ulwelsen Pat nicht nur unter: !“%-licher
Wirksarnkeit zu dienen, es obliegen inm euch
erzi#eherische Aufgaben, die er nach den Grund.
seten einer religiös sittlichen Erziehung zu lösen
zat. Für Fortbitdungsschusen. die nichts wesent.
lich anderes leisten, als die Volkeschelen, ist unter
den neuen Beitunin rungen kein Ranm. Die Verufsfortbildung
schule darẽ nicht gegründet wer
den, um der Vollsfortlildungsichule aus dem
Wege zu gehen. Wenn die neuen Benin imungen
über das Fortbiltungeschulwesen Leden geir innen
sollen, wird mil gan anderen Tuicht eissen zu
rechnen sein. An dein Wernagsum ecr di an den
Fortbilrungsünten #ni aln. Regel feiigraanen
werden, auf die örtlichen und landwi 5* üchen
Verhältucsse soll Rillicht genommen werden.
Würde man es nur bei der Sonntage schme belasten
wollen, darn küne tatiechlich bei der neuen
Volkefortbi#d #ull nur eine bessere Tonntagsschule
heraus. Das Kaepür! würde *
bewilligt.
Daraufhin fo#lgle das Kabitel Lehrer-KollFsulme-
ini Kriege ervor,
» mavphtbshn
ketiemmesnssidicjemisn,1reI’-nut(-I«
die Wichligkeit der sorgfön igen Heranbildung
emes tüchtigen Lehrerandes und trat nachdrück
lich dofür ein, daß an den hewelten Fundamentalsähzen
einer reiigiss sl#tin#ien und vaterländibildungsunsslten
ungd
seun. Abg.
Leslungen
erbat weit
Worueschcisen (. . ber die
der Lehr 74
T
schen Erzienung der Jugend richt gerütteit werde.
Abg. Walz (r. B helan V#½ jich ale ichalls
als ein Freund der Konfessinnenn
Einhriteschule ab und sprach die ruarin- ig aus
daß das kammende Lelrergesetz die vinlichte
Gleichstellung der Lauriehrer mit den Stadtlehrern
bringe.
½
Nachsessico#.n des Landtags.
Die Staatsregierung hat cm Donnerstug im
Neltestenrat der Abgeordnetenkanimer Mittei—
lungen über die geschäftliche Beadimg der dem.
Landtag noch oblieenden Arbeiten gemacht. In
S’ le9 R.
Denn jede Rede ersche'ut eitcl und ulch'ig.
Sovald die Tat ihr nicht vachdruck gibl.
Wer belen bann, ilt lelig dren,
Swel Lebenalkützen brechen nie,
Mebel und Arbell heiken sie.
Noman
Jt ½n
4½
Ss dem L## br- u S#en:
Da wurde seine Nufmerssam-= eit auf eine junge
Dame gelenkt, mit hellem Teint, schlanken, bielesmen
und doch er l#en Formen und von au- .
esen#ster El-ganz. #ie mußte in der Welt etwas
vorstellen, daß ie sie begleklenden Perdie
zu den martante'ten Persönlichkeien
der italienischen Volonie zählten, vermocht
so früh auftzultehen, um sie zur Bahn zu
ehrere Personen waren an sie herongetreten
und hütten sich lieige: ißend vor ihr
verbengt. Ein Iherer Bean##er ging dienübeflislen
auf sie zu und vertänd: ——— der
Jug in wenigen Minuten sich in Bewe aung
# werde. Sie nahm von denen, die sie umgan,
in lie benswsirdigter Weise Abschied und
befkieg den näch'lftelenden Waggon. Einen Augenbisck
späler sah sie in der Fensterecke Balmer
hegenüber. Ein Pfi'i und der Zug fuhr ab.
s waren nur wenige Personen verstreut im
ben Waggen anwesend und Valmer war mit
e schsnen Unbekannten allein. E beobachtete
Jortbildung schulwesjen,
irl ie die
Aosenhelmer Anzelgen
der laufenden Session sollen noch die Etats erledigt
werden, dazu Gesetze über die Ausgleichsund
Tilgungsfonds bei den Staatseisenbahnen u.
osten, über Beschränkung der Fideilommisiionsbeildung,
über den prolestantischen Pfründestiftungsverband
in der Pfalz, über die Verlängerung
des Landkages und der Militäretat für
1918, serner eine Vorlage über Beteiligung des
barerischen Staa#s am Banernwerk und die
Erhanung der Lokalbahnen bei Lenggries. Dazu
kommen noch wertere Vorlagen, namentlich das
Dehrergesetz, Kinderzulagenversicherung, Aenderung
der Gehaltsordnung, Aenderung des Gülerzertrünmerungegesetzec.
Gesetz über Bauplazumlegung.
Aenderung der Reichsralskammer, der
Geinemdcordnung, des Distriltsrats und Ver—
waltungsgerichtsliofgesetzes; endlich wird den
Landtag die Aenderung der Geschäftsordnung
und das buswandentsshärt. zungsgesetzes # beschäfligen
haben. Zrr Erle digung dieser Vorlagen
muh im nächsten #e#er eine Rachsession
stattfinden.
Die Sommerzeit
im Kriegewirtschaft ausschuß.
Jum Antrag Nauch u. Gen., die Staateregie.
rung zu ersuchen, im BVunderrat e noch einmal
mit allem Nachdrude dahin 31 wirlken, daß bie
brabsichtigte Cimührung der Sommerzeit unterbleibe.
tellte der V. orsit en i:„ daß nach
giner in dieser Skunde cingegang
die Einkührung der Sommenzeit im Vund'’erat
I cl-nbfch-)«m worden sei. Für die g
steller zeg sodann A#b#3. Rauch den Antrag zurü
inden er lurz auf die #4 veren Vedenten der
1% idwirtschast gegen Sommetzziit verwies.
Der Regierungvert reler be#tätsgte die eben eingetro
fene Niie teilnn J. und betonte. daß die
haner. Saater#gierung * allem Nachdruck die
schweren Vedenien gellend gemacht habe, die gegen
die Wiederhomng der Vorverlegung der
Slunden aus den Kreifsen der landwirtschaftlichen
wie auch der stästischen Vevöllerung erhoben
wurrden. Indes seien im Bundesrat nahezu
cinhellig di: für dier Sammerntn # sprechenden
Gründe für überwiegend erachtet maiden, wie
denn auch die meisten feindlihen u d neutralen
Staaten bereits die kiseriruhtn 6 angeordnet
halen. Erreich: sei Werigstens, daß die Sommerzeil
nicht. 0-0 lant #3: war, vom 1. April
ris 30. September. sonder iiu nur vom 15. April
bis 16. Seriember gelten wird.
Sanerssche naWelchten.
Kir chenräuber. Eins
n Augs tura in d #
kirchenräuber wurde
U vHs Tagl löhners K.
von Juhenau durch die hiige Krimianolize
sen: umen. Er wurd: im Beriz
einer wertvollen Monstranz und eines Kesches
etronfen. Diese Gorgenl ände wül er in einer
Kirch in Jahhenau c. twendet haben.
Erplosion. Im Würzkurger Vahnhof
sand ein Vedienneter ein jingerlange? Röhr#en
ezwp, isch einen F#n derk. das er besichligte.
us erpio eerte das Röhrchen und riß dem
Rer## eten brei Hingtr der rechten Hund sowie
einen der linten weg. Ci: un daneben ehenden
Mame verbrannte der Imalt da: Gesicht.
Zu Tode geschlon deri Beim Oelen der
Maschinen wurde der ledige Senn Franz Vildstein
in der Sennerei Gebr. Jumier in Groolzieute
(Allgäu) von der Tranemission ersabt
und an die Wand geschlendert. Als man
nach dem Stülleten des Motors nachsah, war
der Verunglickle ein eiche.
Tödlich getrof'’en. Beim HolRchleifen
wurde der 19 fährn Baugehil'e J''enh Peier
in Hoheneme (###.##) von einem Holʒitũck so
schwer getrosffen. daß er den dabei erlittenen
Veriehnngen erlag.
27½:
sie aufmerksam mit all der Jurückhaltung, welche
unter diesen Umnänden geboten war und zergliederte
ihre Schönheit. Er bewunderte nach
und nach das volle schwarz: Haar, mit dem
blänlichen Schimmer, die große en schwarzen Augen,
den weitzen VBlick, hie Feinheit des blafsen,
rosig angehauchten Teints, die Grazie des
kleinen, edelgesormien Fuße:, welcher zeitwei-.
lig den Rand des dunkelblauen Seidenlleides bemegte.
Ihm war es, als ob die Unbekannte
iln ebenfalls cine bewußte, und wohlwalle nge
Aumerksamleit schenkte. Mehrere Male hat
len sich ihre Augen begennet und waren aneinander
haften geblieben, rhne an ein Ausweichen,
zu deulen.
Bald halle scch ein Gespräch entspomen.
Man plauderte guerk vom Weteer, von der Sonne
und vom Winter. aber laum maren diese
Vorpoctklengesechte erichogft. hatte die Unterhallung
einen so' raschen Verlauf genommen, daß,
nach einer halben Stunde Valmer schon manches
Wissenswerte über sein reizendes Gegenüber
wußte oder zu erraten geglaubt hatle. Er hatie
ersahren, daß die junge Dame Livia Montecolli“
hieß, die Tochter eines italienischen Evelmannes
wäre, dessen Schloß umveit von Salurn lag,
daß sie von dem „L#rühmten“ Professor und Ersinder
Harald Valmer und seinen geheimnisvollen
Lakoratorien, von denen die ganze Gegend
mit einer gewissen Scheu spreche, gehört
hale, und daß sie schon mehrmals Gelegenheit
hebabt habe, seine Wirtin, die b'onde Mia
von Hohenfels, zu se he n, welchet jle nichts voriu.
wersen habe, als eine puritanische Lebenssiß-—
Blutoe gil- Hlung. Die Landwirtseheleute
Johann und gurete Muller in Peittatt in
Oberfranken aelahen sich gleichzeilly beim
H#taolten anscheinend 9: — an der
Hind. Vor einigen Tagen' trat jedoch Blutver-#lua
ein, der die Frau bercits ertegen it. Dea
kann hoft man relten zu könncn.
Vom Zuge überfahren. Auf der
Strecke zwisch: u Nehlingo und Schlachters (Lindau)
wurde die schwerhörige Agatha Böhler,
Taglöbnerin von Reutin, vom Zuze *mi
ren und sorort getètet. Se. tbrtverschulden liegt
vor.
Bagerisches NMetlaud.
Beufels, 9. 3. Die#tahl. Ein dem Fabritarbeiler
Jeseph Witti hier gehöriger Kichenschrank
w.urde erbrechen; in demselben ausbewahrte
Eßwaren, ein Spartassenb: ich, lautend
auf mehrere 100 Mark, und ein Geldbetrag in
Papier eignete sich der Diek an.
mnühldorf, 8. 3. Getreide in der Jauchegrube.
Bei Flor'sing enldeckte die Gendarmerie
bei einer Wt mehr als zehn Jentner
Cctreide in einer Odelgrube
vachendorf, 8. 3. Bur ermeisterwahl.
Vei der gestern nachm. Gieckanrns
Vürgermeisterwahl wurde der Bauer Joseph
Schroll von Hienstorf gewählt.
Cotsisachrichten.
Rosenheim, 9. Mäzz.
Ein scharfer Angriff und selne Abwehr.
Zu der neuen angeblichen Rosenheimer Skandaköngeleg
zenheit, über die die „Münchener
Poll“ vorgestern berichtete, erhalten wir nachstehende
Zuichtift:
Unter der sensationellen Spitzmarke „Ein
euer Skandal“ bringt die „Münchener
Vone eine Zuschrift aus Rosenheim, die sich
mit slädtischen Angelegenheiten befaßt. Der Verfasser
des Artikels will bei Prüfung der Rechnung
der Volkeküche „schamlosen Wucher u.
unverschämie Schteberet i.! Gewürz#n“ entdeckt
haten. Jur Vegründung dieser Behauptungen
wird angesülrrt, daß ich alo Verwalter un
Rechnungssieiler im Segtn ember 1916 einen Ztr.
Kümmel, 25 Pfund Pfesser und 25 Pfund
Zimmt für die Voll: 1% einlaufte, daß ich
diese Vorräte zu Wuerpreisen jehzt veräußert
habe, daß infor heben die Volkslüche mit
Ersatgewürpmittel sich behelren müsse und dab
ich am Kümmel 1316 Prrzent, am Pfeffer 458
Prozent und am Jimmt 363 Prozent verdient
habe. Der Artikelschreiber macht mit einer das
gewohnte Mah übersteigenden Pefidie den ganz
gewölmiichen Versuch, in der Oe feuelichreit drn
Eindruck hervorzurufen, daß ich mich auf Kosten
der Allgemeinheit bercichern will und daß ich
zu diesem Zuecke unter die Wucherer gegen. gen
bin. Indem ich das Urteil über diesen Ueberfall
aus dem Hinterhatt, zu dem übrigens nicht
viel Mut gehört, allen gerecht und billig Denlenden
überkasse, bemerke ich zur Klärung des
Sachverhalzes folgendes:
Im Herbste 1916, als die allgemeine Wirl-Gestelege,
die An nahme rechtferiigte, daß die
Schwierigkeilen der Lebenemitelver'orgung und
damit der Besuch der Voiksküche sich steigern
würde, habe ich in vorsorgender Weise zur Aufrech:
terhallung unseres Stadtiüchenbetriebes genügende
Poiten Gewürznengen eingekaujt. Da
nun aber der Verbrauch (insolge Nichteintreffens
des im Vorjahr angenommenen gröberen
Besuch der 2 bollsüche) nur ein geringer und
die Ware auf die Dauer nicht haltbar war
der gemahlene Meffer begann sich bereits
knollen so mußte cin Teil wegen Gefal n
des Verderbens verkauft werden, was denn auch
rung, die als übertriebene Prüderie aufgesaßt
werden müsse. Dieser Vorwurf klang im Munde
der Ilalienerin ganz natürlich, denn lie selbst
schien sehr heiteren und geselligen Sinnes zu
sein. Balmer war sogar ein wenig erstaunt,
wic milteilsam sie einem Unbekannten Vegenüber
wrar. Nach einer Konverlation von kaum vierzig
Minuten behandelte sie ihn schon wie eine alte
Bekanntschaft, und obgleich weeder in ihren Ma-1!
nieren, noch in ihrer Sprache etwas zu sinden
gewesen wäre, was irgendwie über die Grenzen
des landläusigen Anstandes hinausgegangen wä-I
re, so mußte sich Balmer doch eingestehen, daß er
noch nie einer Dame von Welt begegnet war, die
so schnell und so gerne bereit schien, seinen eventuellen
Annäherungsversuchen alle Hindernisse
aus dem Wege zu räumen. Wemn sie ihn in dieser
ersten Stunde ihrer Begegnung nicht in die
· DetatlsIhrerCtnlcitzetnwc.l)tc,IokonntOck
dcchausqtossscnAndentungenIchltcltcmdafs
sie weder in ihrem einsamen Leben noch in den
Gesellschaftskreisen ihres Vaters das Glück ge-
sunden hatte, von welchem ein Weib wie sie, be
rechtigt sei, zu träumen, u. daß sie sich nach die-%
Glücke mit allen Fibern ihres Herzens
sehr
Lioia Montecolli Wien
der begehrenswertesten Eroberungen werden zu
burg londen eine Eroberung, die ein Mann
arald Balmer mit guten w l
Ereal Aeiw unlermhmen konnte. Seine G#
dung:k aft begann sich Kechs en. Lidka l
tecolli sah ihn mitunker einem gemssen
Halblächeln an, in weschem er glaubte, so etrdas
omit nicht nur eine
sich!
Sonntag, 10. 4 1918
nach RKück'prache mit der Oeschaftsstelle des
Kommnnalverbandes g#schuh. Day d# Volk#
##che. mu ohne Gewülrz sei und ssch ch, # der
rtiresschreiber behauptet, mie W eln behelfen
müsse, diese Behauptung ist glatt erfunen.
Pfefferersat, wie überhaut Ersanmiltel
sind nicht vorhanden und ulemals verwendet
worden. Der Arti delschreike er Meint damit
jedensalls das „Speisegewürz“" welches schon
in Friedenezeiten im Hi#ndel war, in Küchen
Verwendung sand und auch in der Voll#üche
nelben anderen Zulaten benützt wird. Die nech
vorhandenen Vorräte an Pfesfer. Zummt un?
Kümmel werden den vorauesichelichen Bedarf
hinreichend deden. Ten im Cinernehmen mit
der Kommunalverbandgeschältoslele sengesetzten
Verlaufspreisen wurden die zmetzt bekanntgemordenen
Gewützvreise de: Bayeri-=schen
Lebensmittelnelle in München
zugrunde gelegt. Unter Iugrundelegung der
von der gentralstelle für die bayerischn Kommiunalverdände
seflgesetzten Preise habe ich für
die Volksküche den Kümmel um 17, den Pfesser
um 22, den Zimmt um 12 Mar#“ pro Pfund
in Nosenbeim verlaust. Ich hab: damit die
Ware voc, billiger abgegeben, als sie anderwei,
tig erhältlich war. Daß ich persönlich an
dem Verkauf des Gewürzesselbstverst
ändlick nicht einen Heller profitierte,
dieses braucheich denlenden
Leuten geyenüber wohl nicht eigens
zu betonen. Der ganze Verkaufspreio, also
dach der Gewinn ist restlos in die von mir
nicht einmal geführte Voli-Küchenkasse gefioll#en
und kommt somit auoschließlich der
ärmeren Bevölkerung in Form von
Gutsche inen wieder zugute. Ist es da
nicht mehr als Jronie, wenn der übeigens recht
hübsch warm sitzende Arlikelfabrikant lich unter
die armen Leute mischt und Über den dielen al.
lein zulommenden Gewinn ensthaft sich entrüsten
möchte? Dem Aukelschreiber wäre es
wohl lieker hewesen, hälte den „Kriegegewinn“
nicht die Voiksküchenkasse, sondern ein anderer
eingesteckt. Hälte ich die Ware zum alten Ein-Iaufspreis
veräußert, so würde er totsicher geschrieben
haben, daß ich sie um einen Spottpreis
hergegeben und die Stadtalse schmählich
leirogen habe. Den „neuen Skandal“ auf Kosten
der „armen Leute“ hätte ich hören mögen
Einen weiteren Vorwurf macht mir der Artikelschreiber
daraus, daß ich melne Tochter au:z
hulfsweise an Stelle der erkrankten Kassierin in
der Vokksküche beschäftige. Als um Weihnachten
herum die Rasfsierin erkrankte, war kein geeigneter
Ersatz sogkeich aup#ttreiben, sodaß meine
Tochter auehilfswei se diese Achb.i.en übernahm.
Zur Veruhigung möge der Skan
dalmann wissen, daß der Kassierinposten in ei.
nen Kalsierin= und einen Buchhalterinpcsten geteilt
wird, wovon ersterer programmäßi! am 15.
Februar besetzt wurde, letzterer am 15. März besetzt
wird und daß meine Tochter nie daran
dachte, den „dankbaren'“ Posten dauernd zu beeiden.
nn sie für ihre Arbeit den gleichen
Lohn — und keinen Pfennig mehr — wie die erkranlte
Kassierin erhielt, so kann mir darans
kein billig denkender Mensch einen Vorwurf
machen; es genügt wohl, wenn ich meine Neir
und Gesundheit den ganzen Tag und einen Teil
der Nacht der Allgemeinheit unert eeltlich opfere,
um mich dafür von anonymen Skandalmachern
binterher mit Dreck bewersen zu lassen. Wernoch
büliger machen will, der isi ale Mitarbeiter
und Leiter der Ballslüche jederzeit willkornmen.
Es biebe diesem Skandalmachrr zu viel Ehre
amnlun, wollte ich auf all die anderen Anwürfe
kinzen eingehen. Wer Pech angreilt, besudeli
Und ich weiß, Golt sei Dank, meimne Hände
rein! Mein Schüd ilt blank; Drecsprit. t sõn-
nen es nicht besudeln. Ich habe in diesen drei.
eindalb Kriegejahren nach besten Kräften dem
wle eine stumme Aufforderung lesen zu lennen,
mit dem die Frauen den Mämem zu v
stehen geben: „Wag's nur!“ Nichts wäre ihm
lieber gewesen, als zu wagem aber die Zeit
schien ihm zu kurz. Wohl hatte sie ihm gesagt,
dah sie ebenfalls nach München reise, um dort
nach der tödlichen Langeweile des Landaufenthaltes
auf dem vätlerlichen Gute Jerstreuung zu
suchen, doch hatte sie hinzugefügt, L sie bald
ihre Reise unlerbrechen werde, um einer besreun.
deten Famikie einen Besuch abzustatten. Er
hatte kaum mehr als zwanzig Minnten vor sich,
um die jGegemmart dieses Weibes zu geniehen,
für die En Interesse mit jedem Augenkblick
iwlyude plötzlich nachdenllich und
„Ich glaube, dah wir zu plaudern aufgehört
haben,“ sagte Livia mil * halb zutraulichen,
halb spöttischen Miene.
„Ich plaudere mit mir selbst, meine Gnädigste.
Ich sage mi#, daß in einer Viertelstunde
der Matz, auf dei Sie sitzen, leer sein
wird, und daß es mir schwerlich gelingen wird,
mich darüber zu trösten.“
„Ich habe Slie für geistreicher geh nicn,“ sagte
ie mit einer Nuance von Unmut: was Sie Kr
agen, ist ein nicht sonderlich omülsantes Könpliment,
quf T och micht gefa'# war und das
mich ausrchto br
Und wem i# nun gein Kompliment seln
eI “ erwierle er, und setzle hingu, alle
Ees I Tire u# * eine 2. P