Nummer 120
Das banerische Königspaar in
Larenburg.
Wien, 31. Mui. Heule fruh traf das
baserison Königspaar zum Besuch bei aiser
Karl und Kaiserin Jita auf, Schloß Laren
puis ein und wurde auf dem geschmückten Bahn
LDof von den kaiserlichen Herrschaften empfangen.
Mitlags sand im Schlosse Frühflückstasel
slalt.
5. —
HMchener Neulskeilen.
ünchen. 1. Juni-“
1 Unregelmäßigleiten in der Mili
jYärschlüchterei. BVBei der im flädlischen
Schlachthose beji lolichen Militärschlächierei sind
der Aorstand und der technische Leiter eiust
weilen ihrer Dicuer enthoben worden, da
entgegen einem Besell! der vorgesetzten Stelle
1 ein Bertrag mil einem Händler uber Aleicch
lieserungen ans der Standortichlächterei abge
schlossen uurde. Untersuchung il eingeleitet.
3ah#erische Nachrichter.
In Rilla Wahnsried in ayreutl fand
am 20. Mai die Tause der Tochter des Sieg
sried Wagnerschen Ellengares flat!. Das Kind
erhiel! den Namen Friedelinde. Den Tausalst.
vollzon der Praseit des hiesigen Lehrersemi
nars. Der Feier wohmic u. u. umh Frau Co
sima Wagner an.
(Grüßlich verunglückt.
Homburg wurde die Vergmanmefran Trautmann
durch scheuende Kune unter den Wagen ge
rissen, wolei sie mit dem Nock am Rad hängen
blieb und fortgeichleifl muroe. Der Ungine
lichen wurden die Haare um die Achse des Wa
gens gewiclell. Die jnnge Frau konnte nur
noch als Lehe vom Nad ualgemacht werden.
Banerisches Obersang.
Kicfersfelden, 1. Juni. Todessall. In
Schössau il der Kriegeleilnehmer Martin
Kurz gestorren. Sr war ##n Jalere In1 zu
Beginn des Krieges mit dem 1. Jäger Vat.
ine Feld gezogen und wurde schon nach 14
Tagen durch einen Sl##uß in die rechte Schulter
schwer verwundel. Nack jeiner Wiederlerflellung
ersolgle seine Aulustung in dise eimai, woa
er nunmell gesiorden in, betrauert von einer
Mutler und meoltteren Geschwislern.
Cokalnachrichken.
Rosenheim, 1.
Die Ludendorff-Spende.
l Marschieret all in Reih und Glied,
« CinmmikrtuftIInchciL
Armuth-m Zinn nihhi Feindermacht,
Hcut gil: der Kumsf dem Leid.
Wenn euch der Krieg den Säcel füllt,
7 Kommt vor ins erie Glied
' Und gebt von curem Ue breflaß
1 lUnd dem (Geuissen rie
Wenn ilrr die Not der Krsezes spürt,
Deult an den ärmern Mann,
" Deim Feinder'tall! den Leib zerriß:
· Das Heimalbeer tritt an.
In Höchen bei
Juni.
Und ob guch manchen großen Sieg
" Leld Ludendorif Aromn,
" Dder schönme in der Lieir Sieg,
6 Erlämbeit in Monn fur Mann
lerleutnam Dr. Ednard Herold.
%
Unter dem Numen „Ludendorfflpenöc“
wird seil einiger
sond: gesammell.
Zeit ein National
der den H’nlerblichenen unserer
Kriieger und den Kriegsbeschadigten zu
gule lommen soll. Cin toniglicher Erlaß. den
wic an der Spite unseres heuligen Vlattes veraligemeiner
Unterüt
Mitlei
Königs.
ösffentlichen, sordert iu
zung der Spende auf und gielt daron
lung, dasz sich das ba verische
paar mit ciner Spende don 50 00½0 Ml.
im die erste Reihe gestellt hat. Bayerns ge
hebtes Konigengur hal damit wieder einmal
lemem Voll cin Beispiel gegeben. das ohne
Zwet'el vielfache Nachalumung fsinden wird.
Es gilt die heldeumutigen Opfser des Krieges
zu unterilutgen. jenen zu belfen, die im Kampse
um die Erhallung des Valerlande Gesundheit
und Arbeile Krakt verlor’'nladpen. Nur für dus
Waterland ? Sind i# nicht auch vesallen und
haben sie nichr auch neblutet um den Fortbesland
unseres eigenen vehben= und Besitzes?
Wie stände co um unsere Häuser. Felder und
Wälder. wenn jen: der seindlichen Eroberungsgier
nicht ihre bluhenden ir-###geschwellten Leiher
entgegengestemmt hätten? Muß es im
mer wieder gesagt werden, was unfe#. Feinde
mit deutschem Lande, mit dentschem Hab u. Gut
beabsichtiglen? Dabß# Engiänder. Frarzosen,
Russen. Amerilane r. Italiener und das übrige
Gesindel aus allen Weltteilen ihre Naubpläne
nscht ausfuhren lonnten und daß die uns zugedachten
Schreen in Feindeslande getragen
werden konnten, das danken wir unseren Feldgrauen,
ror allem jenen, die ihre Treue zum
Vaterlande und zu uns mit ihrem Leben und
Blut besiegelt haben. Persönliche Dankesschuld
g#lt es also vor allem zu erstatten!
Rosenhelmer Anzelger
Was das Reich an Renten für Hinterbliebene
und Kriegsbeschädigte leistet, reicht nicht
aus, um die sietig steigenden Lebensbedürsnisse
zu bestreiten. Da muß die private Mildtätigkeit
ennpringen. Bayern soll zur Ludenderff pende
20 Millionen Marl aufbringen. Eine erllecliche
Summe wird auch von Roseuheim erwartet.
Es mird also demnächsl wieder an das
vaterländische Verständnis und die Gabefrendigleit
unserer städtischen Bevöllerung Hrangetreten
werden. Am kommenden Montag wird im
lmisigen Rathaus unter dem Norfitz von Hrn.
Hofrat Wust über die Mittel und Wege beraten,
die ein möglichit hohes Ergebnis der Ludendorffipende
in Rosenheim bringen sollen.
Die Hände auf. wenn der Nuf erschallt!
Ludend: orsf. unser Rationalheros, rst und un—
ser Königs paat hat mil seiner fren Spende
den schönnen Begieitton gegelen! . M.
Au:- Fzeichunng en im Felde. Dem gemrüften
EII 1#gl. Gerichlsassinenten
Franz Joec Herrman beim Amtsgerichte
Noseule- rün, derzeit verwendel al? Kreislassenrevisor
im Verccühe des Gdeneralgonvernement
Warschau, wurde das bayer. Militlärvereien#treng
2. Klasse mit Schwerkern am
VBamde für Kriegsverdieuft verliehen. Kanonier
Haus Holzbauer wurde mit dem Eisernen
Kreuz 2. Klasse ausgereihnet. Bei den schwereu
Kämpien am Kemmelbe ers wurde er vermundet.
Unterofsiier Gearg Lin in einem
baver. Lost. Im.-Rgl., langsätriger Buchhaller
der biesigen Miaschineufabril Beilhad, murde
für ei ie BVerdienite mil dem WMilitärverdienit
treu u. Klasse mit Krone ung Schwerltern aus—
gegzeichnet.
Beförderung. Der Gefreite Johann
Gabler wurde zum Unteroffisier besördert. Voriges
Zahr wurde er mil dem Visernen Kreuz
2. Klasse auege seichuet. Ghabler i#n ein Sohn
der Maurer: mitue Josesa Gahler in Kuglimoos
und ein langjahriger Arbeiler der Firma Vernriedrr.
Her Maschinenprallilant Franz Kon
rad, Sohn des Maichinensahrilamen Franz
Kontad in Rosenheim, welcher seit 11, Jahren
bei einem Matrosenregiment dient und bereits
mit dem Eiiernen Kre T— 2. Klasie ausgereichnet
worden inl, murde l## Ofsi#iers Aipirant zum
WW-- befordert.
4 Der Fleischverlauf vollzog sich Beute
zum eriten Male nach dem Syitem der Kun
denlilte. An der Aunelerei scheint sich jedoch
nicht viel geändert zu haben, wenn es auch
schien, daß vor dem einen oder anderen Metz
gerladen der Andrang weniger stlark wie bisher
war. Vielleicht liegt das auch an der „Macht
der Gemohnl#it. Betrachte# ngen über den Wert
oder Unwert des neuen Snstems an useslenn
i#l nicht angängig;: dazu mußlen erst Erfah
rungen aus der Praris gesammelt werden.
Ge mälde Ausstellung. Bei der Firma
Giell hat in diesen Tagen Friedrich Hermann
Lechner, ein Künftler aus den Rosenkeimer Ver-Zen,
eine lreine Auswahl von Oel und Aqua--rellbildern
uurgesielltl. Der Maler und Radierer,
woelcher schon mit gutem Erfolge in verschiedenen
bayrischen Städten jeine Arbeiten
sehen ließ, zeigt diesmal vore#ugoweise Früuh#-lingebilder
uns umierer engsten Leimat. Da
slehl an der Mauer eines Hauses ein We eichsel.
banm, schneeweiß, in volliter Blüte;
im Hinlergrund
eine sonnenbeschienene Fruklingslandschafl,
in der Ferne. das Kirchlein von Greinbach
schimmernd. Ein anderes Bild zeigt ein
ganz sunges n—t Apfelbäumchen unter
einem dunlleu, li: ueletten Gewitlerhimmel: ein
drittes das :. und seine Berge von der
Hijier ans en. Unter dem Titel „Gewitler
im Mail selnn wir die Höhen des Samerbergs
in Aluten- ucht his hinaus zum Chiemee; ein
voruberiehender Gewitter umslort gerade das
salte Grün. einmei der Oelbilder führen und
ino Franlenland und r*’ den Main mi it seinen
sanften Hugeln bei Ms ile Ge.
mälde caelia nus sofort dui ihre prsievolle,
cigenartige Auffassung und ihre leuchtenden Farhen,
die urch den Gegeniatz noch besonders wirlungsvoll
hervortreten. Wer sich ein solches
Bild in seine Stube hängt, der zaubert eine
Frühlingellimmung hinein, die ihn mit ihrer
frohen Kraft für den Lebenslamf zu iärkenvermag.
Bedanerlich ist, daß der Künftler nicht
auch cinige seiner CTaraltervollen Arbeilen auf
dem Gelliet der Porträtmalerei und des Fi—
gurlichen zur Aersügung geistellt hat. Möge
Hermann Lechner, der nun im Feindesland die
grauenvollen Bilder des Krieges schaut, bald
beim Klang der Friedensgloken heimkehren zu
Weilt#0 Kind in sein Iklischeo Heim am
(Samerberg. und und dann in „seinen“ Tönen
das Lied Sieges singen.
Eine n Handgranatensparhüchsen,
die bei den Ooserta gen für die
banerischen Soldalenheime in unserer Geschäftsslelle
bestelll wurden, lirgen dort zur Abholung
hereil.
Abgabe von getragenen Anzügen.
Auf die in heutiger Nummer des „Rosenheimer
Anzeiger“ veröffentlichte Bekanntmachung von
der Geschäftostelle des Kommunal-Verbandes
Rosenheim--Land machen wir die Leser aufmerksam.
Sicherung der Beerenernte. Auf
Grund des § 15 der Ministerialb lanntmochung
über Gemüse und Obst vom 15. Mai 1917 wird
bestimmt, daß das Abmähen, Herausreißen
oder sonstige Beleitigen rion Beerensträuchern,
owie das gewerbsmäßige Pflücken von Beerenblättern
mit Auenahme der Brombeerblätter
vor Beendigung der Beerenernte verboten ist.
Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis
##u 6 Monaten oder mit Geldstrase bis zu 1500
Aart bestraft. Die Anordnung trilt sofort in
Kraft.
Berschiedene Nachrichtes.
Der Kriegsanleihe-Kuß. Unsere
österreichischen Bundeegenossen sind uns in der
Werbung für die Kriegsanleihen entschieden
über. Für Tonnerctag. den 23. Mai, mittags,
war an die Wiener eine Einladung zu einer Versammlung
auf der Terasse des Kursalons im
Startpari zu einer Preisverleilung ergangen.
Das Komite: batte den Neugierigen vorher
rechtzeitig rurch große Inserate in den
Blättern belannigegeben, daß rt belannleste
Operetlenkenor Wiens, Herr Hubert
Marischla vom Theater an der Wien, jener Dame.
Veiche das größte Opser für die 8. Kriegsanleihe
bringe, seierlichst einen Kuß verabreichen
werde. Das wird eine nette Hetz für die Wiener
Kriegsgewinnler bzw. ihre Damen gewesen
sein.
« 8 Millionen Spanier erkrankt.
Nach einer Havasnneldung. sind bisher etwa 8
Millionen Menschen in Spanien an der Cpi-Der
König ist noch bettlägerig.
Lege Ancrichtes.
NReue Fortscheitte an der ganzen Angeiffssront
— Neuerdings mehrere Tausend
Gefangene.
WTB. Großes Hauptquartier, den
6. Amtlich. (Drahtb.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kronprinz Ruxprecht
Vielfacht as: siebender Artilleriekampf.
liche Angrisse des Feindes
terten.
demie erkrankt.
Oert
südlich Dpern schei
Deutscher Kronprinz.
Südlich der Oise, südlich von Chaunn warsen
die Truppen der Generale Hoffmann und
v. Francois den Feind aus starken Stellungen
bei Cutse und südlich von Blerancourt.
Auf dem Norduser der Ais# stießen wir in
bestigen Teillämpfen lei Nouvron Fentenoy
vor. Verzweifelte Gegenangriffe führte der
Franzose mit frise den auf Bahn und Kraftwagen
herangebrachten Divisionen gegen unsere über
die Straße Soissons-Harlennes verdringenden
Truppen. Am Abend waren die erbitterten
Kämpfe
zu unseren Gunsten entschieden.
Dem weichenden Feind stichen wir bis auf die
Höhen östlich von Chaudun-Vierzy-Blanzoy
nach. Beiderseite des Ourcq-Flusses
haben wir die Straße Soissons-Chateau-Thierrpyüberschritten
und erreichten, im.
mer wieder aufs neue feindlichen Widerstand
brechend, die Höhen von Neuilly nördlich
von Chateau-Thierrn. Zwischen Chateau-Thierry
und önlich von Dormans stehen wir an
der Marnec.
Von der Marne bis westlich von Reims gewannen
wir im Angriff die Linie Vernenil-Olizy-Sarcy-Champigny.
Die gestrigen Kämpfe brachten von Neuem
mehrere Taufend Gesangene und reiche
Beute ein.
1 In den beiden letzten Tagen schossen wir 36,
seindliche Flugzeuge ab.
Leutnant Menckhoff errang seinen 28., Leulnant
Puetter seinen 25. und Leutnant Kroll
seinen 24. Luftsieg.
Der erste Generalquartiermelster:
dendorfk.
Der deutsche Vormarsch an die
arne
Verlin, 1. 6. Am vierten Tage der neuen
großen Schlacht dehnte sich die breite Kampsfront
bereits auf über 80 Kilometer aus. An
der tiefsten Stelle ziht. der Durchbruch 5•2
Kilometer. eber 3000 Quadratklilometer
zum Teil des fruchtbarsten Bodens wurden dem
Feinde abgenommen, strategisch wichtige Punkte
seindlichen Benutzung enizogen. Die neuen Ereiglüsse
im Westen haoben die deutsche Führung
besetzt u. wertvolte Eisenbahnverbindungen der
ihrem Jiele der Jertrümmerung der feindlichen
Kampfmittel und Kampfkraft ginen gewalt'igen
Schritt näher gebracht. Neben 45.000 Gesangenen
erlitten die Franzosen un Engländer,
por allem die Franzosen eine schwere Einbuße
an Tolen und Verwundeten. Besonders die
hastig eingesetzte Kavallerie und die eiligst heranbesörderten
und zum Teil ohne Artillerieunterstützung
in den Kampf geworfenen Neserven
mußten bei den nutlosen Gegenangriffen
die schwersten Blutopfer bringen. Nicht annähernd
angugeben sind die Werte, die der Feind
Sonntag, 2. Juni 1018
an Kriegsmaterial und Gerät aller Art auf
der weitgestreclten Front verlor. Die Beute
ist ständig im Wachsen. Ihr Umfang be#eist
lt den großen Zahlen an verlorenen Geschit
zen, Maschinengewehren, Munilionswagen, La
gern und Depots mehr wie jedes Wort, daß
von einem geordueten, methodischen und cch. ittweisen
Zurückgehen *m die Rede war.
( Aniterdam, 1. Juni. (Drahtbericht.)
Eine militärische Autoriläl äußerte sich, wie
aus London gemeldet wird, dahin, daß, obwohl
der Feind im Aisne- Abschnitt neue Fortschritte
Kemacht habe, sein Tempo sich doch zu verlangsamen
scheine. Dies sei anscheinend auf die Art
und Weise des deutschen Vormarsches zurück
zuführen. Im Zentrum sei nämlich ein tiefer
und schmaler Keil gebildet worden, in dem die
deutsche Front keine hinreichende Unterstütgung
durch die Artillerie mehr erhalten korne Aus
diesem Grunde und auch angesichts des hestigen
Widerstandes der Entenketruppen namentlich auf
den Flanken wird sich für den Feind die Notwendigleit
herausstellen, den Vormarsch zu verlangsamen.
*“ Lugano, 1. Juni. Barzini r#el##.
phiert an den Corriere della Sera der
englischen Front: Die Lage sei füretber. Die
deutschen Heere seien vorbereilet wie noch nie.
Sie verfügten über geradezu phantastische
Kampsmittel und besäßen eine neue Manövriermasse
von unzähligen Divisionen. Man ltue
ling daran, eine sehr hohe Ziffer anzunehmen.
Denn seitens der Deutschen müsse man sich stels
auf die größte. zund bilterste Ueberraschung ge
falzt machen. Barzini häalt es nicht für aus
geschlossen, daß auch anderswo eine woch ge
waltigere Offensive los Ebreche, denn bei den
Deutschen könne man nie vor Ueberraschun gen
sicher sein.
1 § Geuf, 1. Juni. Die Erregung in
Parioe hat# ihren Höhepunkt erreicht. Die Blät
ter suchen leruhigend zu wirken. Das Ver
trauen, das in Foch und Clemenceau gesent
wurde, ist stark im Schwinden; auch auf da?d
Parlament hat die Ulmzufriedenheit überge
grifsen.
# Amterdam, 1. Juni. (Drahtbericht.)
Nach einem Hinweis auf den außerordentlichen
Ernst der Lage, in der sich die Alliierten an
der Westfront besinden, schreibt das Handels
blad: Alles hüngt nun davon ab, ob General
Foch über ausreichende Neserven verfügt, um
den weiteren Vormarsch des Feindes zum Ste
hen zu bringen, ohne die übrigen Teile der be
drohten Front von Truppen zu entblößen. Er
hat ohnedies noch den Nackkeil, daß die Initiative
jetzt vollständig in der Hand des Fein-.
des liagt. So besindet er sich in einer Unsicherheit,
die lähmend wirken muß. Alle Trostreden
der Kriegslorrespondenten von dem an.
geblichen Uebergewicht der Alliierten an
Kriegsmaterial und Leben seien dagegen null
und nichtig. Worauf es jetzt ankommt, ist das
Uebergewicht an Reserven, und dieses Uebergewicht
müßte auf der Seite der Allierten
schon recht groß sein, wenn es die Nachteile
Kutmachen sollte, die sie jetzt haben. Die kommenden
Tage werden darauf die Antwort geben.
Mit Spannung warten wir auf die neuen Be
richte über den Fortgang des großen Ringens.
Clemenceaumit lnapper Notder
Gefangennahme entronnen.
„ Amslerdam, 1. Juni. (Draktbericht.)
Aus Paris wird der Times gemeldet: Vei der
VBesichtigung der Front inl der Ministerpräfi
dent gerade noch der Gefangennalme durch
die Deutschen entgangen. Er hatte gerade einen
bestimmten Punkt der Kampffront verlafssein
als auch schon die Deutschen heranstürmten. Ein
General, der jene Stellungen kontrollierte. Vurd
getötet und einige Mitglieder seines Gesa ges
gefangen genommen. (Schade, Herr Clemenreau,
schade aber vielleicht ein andermal!
Die Red.).
„ Ein neuer Fiegerangrii auf
n 1 a 1.
* Vasel, 31. Mai. Havas meldet amtlich:
Gestern abend eena einige feindliche Flugzeuge
die fran: ösischen Linien und wandten sich
gegen Paris. Sie wurden von Wachposten und
den franzölischen Abwehrbatterien sogleich beschossen.
Um 10 Uhr 59 Min. wurde Flieger
alarm geblasen, um Mitternacht ging er zu
Ende. Einige Bomben wurden in der Gegend
von Paris abgeworfen. Man meldet keine
Opfer.
Griechisch- fronzofische Offensive
iu Mazedoniclin.
* Sofia, 31. Mai. untichei Bericht über
die Kampshandlungen am 30. Mai: Mazedonische
Front: In der Maoglenagegend
und östlich davon bis zum Dhpiransee war die
Kampttätigkeit besonders lebhaft. Am Dobr#-polje
versuchten nach Arlilleriertorbereitung
feindliche Infanterieabteilungen in unsere Arilungen
einzudringen. Sie wurden jedoch dürch
Gegenangriff und Kampf Mann gegen Mann
zum Teil ausgerieben, um Teil zersprengl.
Südlich der Stadt Huma bis an den Wardar
Arissen nach snktematischer Actillerievorberei--tung
von zehn Tagen, die an den letzten Tagen
eine besondere Hefti gleit erreichte, mehrenvenizelistische
Dioilionen, verstärkt.