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Lauenburgischen der Wolfeubüttelsche Antheil größer gemacht
worden wärc, als Rudolf August und Anton Ulrich rechtmaͤ-Gig
fodern konnten. Schon die alten Theilungsgeschichten,
da sich die ältere Dannebergische Linie von der jüngeren Zellischen
Linic schied, konnte Anton Ulrich nie vergessen. Schon
den Vorzug konnte er nic verschmerzen, den die jüngerc Zellische
Linic, deren Macht zweimal größer als die Macht des
Wolfenbüttelschen Hauses war, meist auch ungesucht erhielt,
und gar nicht die mißlungenen schönen Hoffnungen vergessen,
die er bei der entworfenecn Vermählung seines Erbprinzen mir
senbüttel, bei der damaligen Religkonsveränderung des Churprinzen
von Sachsen, die förmliche Anerkennung seines Rechts
am kaiserlichen Hofe sehr. Er fand auch bei dem dirigirenden
Minister geneigtes Gehör; die regierende und die verwittwete
Kaiserin interessirte sich sehr für die Sache, die Georg I. selbst
betrieb. Auch der Reichs-Vice-Canzler v. Schönborn war
nicht mehr ungunsiig, und Reichs-Hofraths-Präsident Gr. v.
W. Gräz machte wenige Schwierigkeiten; nur stimmten beide
darin überein, der Kaiser müsse sich nicht erponiren, ebe er.
versichert sey, daß die Majorität auf dem Reichstage für Wolfenbuͤttel
seyn werde. Georg I. wollte sich nun zwar anfanas
nicht dazu entschließen, bei einzelnen Reichsständen für die
Sache negocikren zu lassen; endlich aber ließ er doch durch seinen
Reichstagsgesandten zu Regensburg die Geßnnungen sondiren.
Da die Stimmung im allgemeinen nicht entgegen
schien, erließ er im M. Juli 1719 ein Intercessionsschreiben
für Wolsenbüttel an alle Reichsstünde, das weit von den meisien
günstig beantworter wurde. Im Churcollegium glaubte
man, Bähmen mit eingeschlossen, der Majorität versichert zu
seyn durch Baiern, Sachsen, Brandenburg, Mapnz, Braunschweig;
Cöln, Trier, Pfalz hatten sich nur in allgemeinen
Auedrücken, doch meist günstig, erklärt. Im Fursiencollegium
war man wenigstens 70 Stimmen versichert, und unter diesen
Hessens. Ohne Fehl also wäre der Plau durchgegangen, wenn
nur das kaiserliche Commissionsdekret erfolgt wäre. Es kam
nicht, und fo blieb die Sache liegen, welche seitdem nicht
mehr öffentlich zur Sprache kam.