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ebensowenig durch diesen Unfall abgeschreckt, als die Grenadiere Schwerins
durch die entsetzlichen Wirkungen des feindlichen Geschützes. Rasch ordneten sie
sich, und durch einige frische Schwadronen verstärkt, stürzten sie von Neuem
auf ihre Gegner los, und dieses Mal mit dem glänzendsten Erfolge. Nicht
nur wurde die feindliche Reiterei ganz zersprengt, sondern auch in so wilder
Hast auf das eigne Fußvolk geworfen, daß es in vollkommene Unordnung gerieth.
Diese günstige Wendung benutzte Zieten mit Umsicht und Schnelligkeit.
Im gestreckten Laufe warfen sich seine Husaren auf die schon ungeordneten Reihen,
trieben sie völlig auseinander, und richteten ein großes Blutbad unter ihnen an.
So hatte der Kampf gegen den rechten Flügel des Feindes eine günstige
Wendung für Friedrich genommen, aber das Mitteltreffen und der linke Flügel,
deren Stellung Anfangs ganz unangreifbar erschienen war, standen noch fest,
und alles Blut wäre vergebens vergossen gewesen, sobald man den Feind nicht
auch hier zurücktreiben konnte. Endlich erspähte der König eine Lücke, durch
welche es möglich erschien, ohne allzugroßen Verlust in die Schlachtreihe des
Feindes einzudringen. Allein ein Unterfeldherr Friedrichs, Herzog Ferdinand
von Braunschweig, erwarb sich in diesem Theil des Kampfes das größte Verdienst.
Er bat den König, da der Augenblick dazu günstig erschien, um Erlaubniß,
mit seinem Truppentheil den Feind auf der äußersten Flanke anzugreifen. Der
Herzog solle thun, was ihm gut schiene, lautete der Befehl, welchen der Prinz
mit dem glänzendsten Erfolge ausführte. Sieben Schanzen lagen hier hintereinander,
stark mit Geschützen versehen und durch den Kern der östreichischen
Grenadiere gedeckt. Schnell war die erste erstiegen, die Besatzung theils niedergestoßen,
theils in die Flucht getrieben. Ohne einen Augenblick sich Rast zu
gönnen, stürzten sich die Sieger auf die zweite, mit demselben Muthe, demselben
Glück. Bald waren alle sieben in ihren Händen, und hierdurch die Hauptmacht
des Feindes, von jeder Seitendeckung entblößt, entweder zur schnellsten
Flucht gezwungen oder dem sichern Berderben Preis gegeben. Da in demselben
Augenblick auch Friedrich durch die von ihm erspähte Lücke bis ins Herz des
östreichischen Heeres gedrungen war, ward die Flucht allgemein. Wild drängten
sich die zersprengten Schaaren in die Thore der Stadt, in welcher fie Schutz
vor den fiegreichen Verfolgern suchten. Vielen brachte das wüste Gedränge den
Tod. Ein anderer Theil des geschlagenen Heeres eilte in das Innere des Landes;
ihn verfolgte weithin die preußische leichte Reiterei.
Groß war der Verlust der Oestreicher in dieser furchtbaren Schlacht; er
belief sich auf 24,000 Mann; doch theuer war er auch von preußischer Seite
erkauft. 18,000 tapfere Preußen deckten theils todt, theils schwer verwundet
das blutgetränkte Schlachtfeld, und unter ihnen der Feldmarschall Schwerin,
von dem Friedrich erklärte, sein Tod allein gelte dem Verluste von 10,000 der
tapfersten Krieger gleich. Freilich erschienen auch die Vortheile des Sieges unermeßlich.
Der erfahrenste Feldherr der Feinde, Brown, lag zum Tode verwundet
in Prag; das große Heer, auf welches Maria Therefia ihr ganzes