Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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  ihre  Vermittlung  zum  Schluh  eines  Wafsenstillstandes
  anzuliicte#  zur  Abhaltung  einer
Friedenskonferenz,  oder  um  derartige  Maßregeln
  zu  treffen,  die  für  das  Zustandekommen
des  Friedens  dienlich  sein  können.  In  bezug
auf  diese,  durch  J.  M.  in  meine  Hände  gegebene
Adresse  habe  ich  die  Ehre.  Ihnen  mitzuteilen,
daß  die  Regierung  die  darin  ausgedrückten  Gefühle
  vollständig  teilt  und  den  feurigen  Wunsch
hegt,  soweit  es  in  ihrer  Möglichkeit  (der  Köligin)
  liegt,  im  Interesse  der  einträchtigen  Zuammenarbeit
  der  Völler  wirksam  zu  sein.“  (3.)
1*  ·

Dee  Krieg  gegen  England
Der  Unterse  kkrieg.

Lodon,  25.  März.  Das  Reutersche  Bureau
meldet  aus  Focamp  vom  23.  März:  Wie  hier
verlautet,  ist  die  Barke  „Jacques  Coeur“  auf
der  Fahrt  nach  Neusundland  am  14.  März  85
Seemeilen  von  Lizzard  von  einem  deutschen
Unterseeboot,  das  5  englische  Schiffe  versenkt
hatte,  angerufen  und  ersucht  worden,  die  Mannschaft
  eines  durch  einen  Torpedo  versenkten  englischen
  Dampfers  an  Bord  zu  nehmen.  Der
französische  Kapitän  nahm  die  Mannschaft  auf,
erhielt  Erlaubnis,  weiter  zu  fahren  und  gab  die
englische  Mannschaft  später  an  einen  englischen
Dampfer  ab.  (3.)

Kopenhagen,  25.  März.  „Politiken“
meldet  aus  Bergen:  Das  deutsche  Unterseeboot
„U  29“  hielt  den  nordischen  Dampfer  „Botnia“
nördlich  der  Kanalinsel  Casquets  Rods  an  und
forderte  iht  auf,  die  28  Mann  starle  Besatzung
des  englischen  Dampfers  Adenwen  aus  Cardiff,
dessen  Torpedierung  bereits  gemeldet  wurde,
aufzunehmen.  Dies  geschah  und  die  Besatzung
wurde  dann  in  Brixham  gelandet.

Geheimnisvolle  Erplosionen.

Amsterdam,  25.  März.  In  den  Städten
der  Küfte  von  Suffolk  wurden  Dienstag  früh
der  „Daily  Mail“  zufolge  gebeimnisvolle  Erplosionen
  vernommen.  Von  Southwold  bis
Orford  wurden  die  Bewohner  durch  den  Donner
von  Ervlosionen  geweckt.  Die  Fensterscheiben.
klirrten  und  die  Erschünnerungen  murden  in  den
Gebäuden  deutlich  verfpürt.  Einige  glaubten,
daß  Minen  elplodiert  seien,  andere.  daß  ein

Dampser  torpediert  wurde.  Bald  darauf  hörte
man  Kanonenschütse,  die  Ursacke  der  Explosion
wurde  aber  nicht  ausgellärt.  (.).
Einstellung  des  Vasjagierver  lehrs

in  England

London,  25.  März.  Nach  einer  Anordnung
des  Kriegon:inifteriums  ist  der  Paffagierverkehr
auf  den  englischen  Eisenbahnen  mit  Rücksich  auf
bevorfrehend:  Truppemranspore  zeir-  weilig  aufgehoben.
  Auch  der  gemöhnliche  Ausflugsverkehr
  für  OÖ  stern  wurde  eingestellt,  weil  dann
grosse  Anforderungen  an  die  Eisenbahnen  herautrelen.
  (I.)

Amerila  und  England.

Amsterdam,  25.  März.  „Daily  Chronicle“
  meldet  aus  Newyort:  Wilsons  Antwort
an  England  wird  in  sehr  scharfem  Tone  gehalten
  werden  und  erklären,  daß  es  keinen  einzigen
Präzedenzfall  für  die  englische  Regierung  gebe.

Kritische  englische  timmen.
März.  In  einem  Leitartikel
Greys  sge  schreiot  ver  „Manchetter
„Wenn  (Srey  jagt,  dies  m  uüͤĩse  das

London.
über
Guardian“:

 

 

–—  –

—.

letztemal  gewesen  sein,  daß  ein  Krieg  auf  solche
Weise  entstand,  so  kann  das  wenig  oder  viel
besagen.  Zu  diesem  Wunsche  sagen  wir  alle
Amen.  Wenn  man  ihn  aber  in  einem  Friedensvertrage
  zum  Ausdruck  bringen  will,  so  sieht
man  erst,  wie  wenig  wirksam  dies  sein  wird.
Für  den  Durch  schnitlsengl  inder  lann  es  bedeuten,
  daß,  soweit  dies  durch  einen  Friedensoertrag
  m5ögli###  it,  die  Herrschaft  des  Gesetzes  aufgerichtet
  Verden  soll.  Jũr  den  Deutschen  aber
kann  es  b.  denlen,  daß  2  Deutschland  so  gedemütigt
  werde  u#reß,  daß  es  niemals  mehr  imstan:
de  itt,  einen  Krieg  iu  führen,  d.  h.,  daß  es  zerstückelt,
  oder  daucend  besetzt  werden  soll.  Wenn
man  den  Deutschen  klar  macht,  daß  wir  die  Existenz
  ihres  Lundes  vernichten  wollen,  so  werden
sie  auch  das  Aeußer'te  tun.  Gerade  darum  sollten
  es  unsere  Staatsmänner  vermeiden,  eine
solche  Sprace  zu  führen.  Davon  gerade  kann
es  abhängen,  ob  der  Krieg  ein  Jahr  oder  eine
lürzere  jeit  dauert,  oder  zwei  und  drei  Jahre.“

(3.)
In  den  BRoonieu.
Die  Engländer  in  Ostafrisa.

London,  25.  März.  Die  „Times  "  veröfsentlicht
  den  Brief  eines  en  #alisch  en  Offlziers  in
Ostafrila.  datiert  vonn  28.  Februar,  in  dem
die  mißglückten  brilischen  Versule,  ein  von  den
Deutschen  abgeschnittenes  Uriliid.es  Lager  zu  entseßen,
  geschildert  werden.  Der  Scheiber  dieses
Briefes  lkam  in  Ostafrika  am  29.  Dezember  an
und  hat  an  drei  lebaften  Paironillen-Scharmützeln
  und  einer  regelrechten  Scklacht  leilgenommen.
  Er  schreiet:  Wir  lämpfen  in  der
Nähe  der  Küste  und  an  unserer  Grenze.  Ich
weiß  nicht,  meshalb  man  d.s  malariareichste  und
bös  arligtte  Klima  und  Land  von  ganz  Afrika
aussuchte,  um  dor:  zu  kämpfen.  Die  Malaria
ist  weit  verbreitel.  Eine  schreckliche  Menge  von
Zrau:  Leiten  herrscht  unter  unierer  Trupre.  Das
Land  ist  niedrig  und  sumpfig  und  Meilen  und
Meilen  ist  der  Mangrovefumpf  voller  bösar
tiger  giftiger  Fliegen  und  anderer  Znsekten.
Wo  das  Land  etwas  höber  *  steht  dichter
Busch,  in  dem  man  keine  zwanzig  Schritt  weit
sehen  kann.  Der  Schreiber  gibt  dann  eine  längere
  Schilderung  der  Kämpfe.  die  jedock  insolge
  Mangels  von  Ortsangaben  unverständlich
  hleibt.  Er  ich  ließzi:  Wir  brauchen  so  viele
Marimgewehre  mil  ansgebildeler  weihßer  Bedienungs-
  mannich  ast,  ais  man  hier  aufsstellen  kann.

Die  Deutschen  strotzen  förmlich  von  Maschinengewel
  ren  und  gebrauchen  sie  wi:  Künstler.  Die
Maschinengewehte.  verursachen  80  Prozent  unserer
  Verluste.  Wenn  die  Regierung  sich  einrildet,
  wir  könnten  unter  diesen  Bedingungen
einfach  sorwursteln,  so  wird  sie  finden,  daß  wir
arg  mitgenommen  werden.  Wir  siehen  einem
mächtigen  und  easchossenen  Feind  gegenüber,
der  nicht  zu  verachten  *!•’

d..  auert.  —
Der  amtliche  österr.  Bericht.

WTE.  Wien,  25.  März.  Amtlich.  In  den
Karpathen  schlugen  unsere  Truppen  an  der
Front  wentlich  des  Uzsoker  Passes  schwere  rufsiscke
  Angrifse  ab.  Die  Kämpfe  dauern  an.  Der
gestige  Tag  ist  in  einigen  Abschnitten  ruhiger
verlaufen.  15700  Mann  des  Gegners  wurden
neuerdings  gefangen  genommen.  Bei  Wyskomw
scheiterie  ein  Angriff  des  Feindes  auf  die  am
23.  März  von  uns  genommenen  Stellungen.  An
den  übrigen  Fronten  ereignete  sich  nichls  wesentliches.
  Am  südlichen  Kriegsschauplatg  fanden
in  der  letzten  Zeit  an  der  Donau  und  Save
vereinzelte  Geschützämpfe  stalt.  Die  allgemeine
Siluation  ist  unverändert.

gegen  den  Reind  trotz  aller  Angriffe,

Vor  dem  letzten  Ausfall
aus  Przemysl.

Kopenhagen,  25.  März.  Nach  einer  Petersburger
  Meldung  erließ  der  Platzkommandant
von  Przemysl  General  von  Kusmanek  am  18.
März,  dem  Tage  vor  dem  Aufall,  folgenden
Besehl  an  die  Garnison:  „Soldaten!  Seit  einem
  halben  Jahre  leisten  wir  und  die  übrigen
  Kinder  aller  Nationalilälen  unseres  geliebten
  Vaterlandes,  ohne  zu  ermüden,  Widerstand
gegen  den  Feind.  Mit  Gottes  Hilt  e  und  durch
Cure  Tapferkeit  ist  es  mir  geglückt,  die  Festung
trotz
Kälte  und  Entbehrungen  zu  verteidigen.  Ihr
habt  Uereits  im  höchsten  Grade  die  Dankbarleit
  des  Pochsten  Besehlshabers  unserer  Armee
und  die  Dankbarkeit  und  Anerkennung  des  Vaterlandes
  wic  auch  die  Hochachtung  des  Feindes
verdient.  Tausend  Herzen  klopfen  für  Euch  und
Millionen  warten  mit  angehaltenem  Atem  auf
Reuigleiten  von  Euch.  Ich  schreibe  jetzt  meinen
letzten  Befehl:  Die  Ehre  unserer  Armee  und
unseres  Vaterlandes  erfordert  dies.  ch  werde
Euch  jetzt  anführen,  um  durch  die  Ringe  des
Feindes  durchmbrecken,  und  dann  wollen  wir
so  lange  marschieren,  bis  wir  unz  mit  unserer
Armee,  die  sich  im  Kampfe  und  in  unserer
Nähe  besindet,  vrreint  haben.  Wir  befinden  uns
vor  einer  großen  Schlacht,  denn  der  Feind  wird
alles  aufbieten,  um  die  Zügel  nicht  aus  der
Hand  zu  lassen,  die  er  solange  gehalten  hat.  Deshalb
  muß  ein  jeder  von  Euch  Verteidigern  von
Przemysl  nur  von  dem  einen  Gedanken  durchdrungen
  sein:  Vorwärts!  Immer  vorwärts!
Alles,  was  sich  Euch  in  den  Weg  stellt,  Soldaten,
  muß  zerschmettert  werden.  Wir  haben
unseten  lehten  Proviant  verteilt,  die  re  des

Landes  und  unsere  eigene  Ehre  verbretet  es
uns,  daß  wir  nach  diesem  harten,  ehrenhaften,
siegreichen  Kampse  als  leichte  Beute  für  den
Feind  fallen.  Wir  müissen  uns  einen  Weg  bahnen
  und  wir  werden  dies  auch  tun.“  (3.)

Die  große  Karpathenschlacht.

Wien,  25.  März.  Das  „Deutsche  Volksblatt“
  meldet  aus  dem  Kriegspressequartier:
Die  große  Karpathenschlacht  gewinnt  immer
mehr  an  Auxdehnung.  Die  Russen  ersetzen  ihre
riesigen  Verluste  durch  immer  neue  Nachschübe,
aber  die  kussischen  Gefangenen  sagen  aus,  daß
diese  Mannschaften  meist  nur  zwei,  höchstens
aber  sechs  Wochen  ausgebildet  wurden.  Die
Kraftprobe  der  Russen  gilt  der  Verhinderung
eines  öfterreichischen  Vorgehens  in  den  Ausgängen
  der  Karpathentäler,  wodurch  der  Weg  nach
Mittelgalizien  frei  würde.  Das  Ende  des  Ningens
  ist  noch  nicht  abzusehen,  aber  es  zeigt
sich  schon  jetzt,  daß  der  Fall  von  Ptzemysl
den  Gang  der  Ereignisse  nicht  beeinflußt.  (.3.)

Wien,  25.  März.  Hier  eingetroffene  Berichte
  von  der  Schlacht  in  den  westlichen  Karpathen
  lauten  zuversichtlich.  Es  handelt  sich
für  die  Russen  darum,  in  den  westlichen  Pässen
durchzubrechen.  Bisher  ist  jeder  ihrer  zahlreichen
  Angriffe  an  unseren  Bergbefestigungen  zusammengebrochen.
  Aber  noch  ist  die  russische
Ofsensive  nicht  völlig  gebrochen.  Es  wird  vielmehr
  noch  tagelanger  schwerster  Kämpfe  und
Auedauer  bedürfen,  ehe  die  endgültige  Entscheidung
  gefallen  sein  wird.  (3

Julen.
Italiens  Politik.
London,  25.  März.  Das  Reutersche  Büro
i  von  der  italienischen  Botschaft  ermächtigt,

 

Der  neue  Bönkdirektor.

—.————————————N
———————.dl

„Wohl,  meine  teure  Maria,“  sagte  er,  „das
sind  Dunge,  über  die  wir  spaler  reden  lonnen.
Sei  versichert,  daß  ich  mich  deinen  Plonen  nicht
widersetzen  werde,  wenn  ihre  Ausfuhrung  sich
als  monlich  erweist.  Avber  ich  vitte  dich  oringend,
  jent  keine  Zeit  mehr  zu  verlieren  und
deinen  ganzen  Einfluß  auf  Isabella  geltend
zu  machen.  Wenn  sie  fortfann,  den  jungen
Mann  so  kühl  zu  behandeln,  wie  es  bei  seinen
letzten  Besuchen  geichehen  ist.  dleht  es  um  meine
Aussichten  schlecht  genug.“

Sie  fühit  sich  verletzt,  weil  er  ein  paarmal
ohne  CEmschuldigung  von  unserer  Temulia  ferngeblieben
  ist,  und  weil  er  sein  Benehmen  gegen
sie  seit  etwa  einer  Woche  überhaupt  mertlich
geändert  hat.  Es  scheint,  daß  irgendeine  andere
ihre  Netze  nach  im  ausgeworfen  hat,  und  da
er  ein  so  aufsallend  schoner  Mann  ist,  darf  man
sich  kaum  darüber  wundern.  Aber  es  hat  keine
Gesahr.  Er  in  in  Isobella  verlicbt,  sendem  er
sie  tangen  soh,  oder  oiatt  schon  sen  dem
Moment,  da  er  sie  Zuerst  erblick:½:.  Ber  einem
Menschen  jeines  Schlages  verna-  lern  solche  Empfindungen
  nicht  im  Handumdrehen.  Selost
wenn  sie  sich  ein  wenig  abzukuylen  scheinen,
bedarf  es  nur  eines  „Hauches,  um  sie  wieder  auflodern
  zu  machen.“

„Das  jind  Dinge,  bei  denen  ich  mich  ganz
auf  deinen  weiblichen  Scharfsinn  verlasse.
Jedenfalld  ist  es  m#ur  eine  Beruhigung,  zu  wissen,
daß  wir  auch  in  dieser  wichtigen  Angelegenheit

22

 

eines  Suetnts  lind.“

—  —

Er  hatte  sich  Lorgebengt,  um  ihre  Hand  zu
lässen,  und  #sie  ließ  es  geschehen.  Zugleich  aber
sa  agien  jie  in  einem  teineswegs  zärilun  tlingenden
  Tone:  „Bielleicht  #nd  wir  es  weniger,
als  du  anmmmu.  Aber  das  ist  jegt  gleichgultig.
  Du  erwahntest  vorhin  noch  anderer  Unan:
  zettlich.  eiten,  die  dir  widerfahren  seien.
Laß  also  horen!“

Er  suich  üch  durch  das  dichte,  wellige  Hoar,
und  einc  sor  genvolle  Falte  erschien  au#  seiner
sonst  so  giatmen  Surn.  „Ich  wurde  dich  gern
damu  verschonen,  wenn  ich  nicht  von  deiner
Kluqgheit  einen  Rat  erhyoi#te,  den  ich  selbst  mir
im  Tüugenblick  trog  alles  Nachdentens  noch  nicht
eau  geben  weiß.  Du  kennst  unsere  Vermogensverhalinise
  zu  gut,  als  daß  ich  dir's  erst
sagen  m  **  wieoiel  der  Ausgang  von  Conchitav
  Proz##  fur  uns  bedeutet.  Der  Gedanke,
jen  Volumeite  beileite  zu  schaffen  und  die
Erben  des  langst  abgerundenen  Teilhabers  zur
Ansiren  Jung  des  Prozesses  zu  veranlassen,  war
ohne  Zweisel  eine  so  geniale  Idee,  wie  sie  nur
deinem  klugen  Kopf  entspringen  konnte.“

Donna  Maria  unterorach  ihn  mit  einer
sast  unmutig  abwehrenden  Gesie.  „Vor  kaum
einer  Vierteinunde  noch  falliest  du  ein  ganz
anderes  Urteil  uber  den  Wert  meiner  Ratschlage.
  Das  eine  berührt  mich  so  wenig
wie  das  andere.  Aber  weshalb  jollen  wir  uns
mit  unnüßen  Redensarten  aufhalten,  jetzt,  da
niemand  zugegen  ist,  dem  wir  eine  Komodie
vorspielen  mußten?  Was  also  ist  mit  dem

r  nicht  noch  ein  Wunder  neschied,

das  Verhängnis  abzuwenden,  so  wird
Conchua  ihn  gewinnen.“

„Wie,  (prichst  du  im  Ernst?  War  nicht
alles  im  besten  Zuge,  und  stand  nicht  die

 

Cntscheibung  zugunsten  der  Klager  nach  deiner
eigenen!:  Bersiherung  unmittelbar  bevor?  Was
hat  #uch  jent  ereignet,  ef  unglückliche  Wendung
herdeizu-  Uuhren?“

„Ltwas  so  Se  tsames  und  Ueberraschendes,
daß  man  nicht  gerade  ein  Schwachkopf  zu  sein

braucht,  um  darüber  aus  der  Fassung  zu
geraten.  Wenn  Rut;  Orlegas  lelbst  aus  seinem
Grabe  autgestonden  und  bei  mir  erschienen

ware  mit  dem  Erbieten,  seine  Rechtschaffenheit
vor  Gericht  zu  beweisen,  so  hätte  mein  Erstaunen
  taun  prößer  sein  können,  als  beim
Anblick  dieses  Pedro  Alvares#,  den  ich  für  tot
und  begraben  hielt.“

„Kürzer,  Manucl  —  ich  bitte  dich!“  sagte
Maria.  „Wer  ist  Pedro  Alvarez?  Was  hat
er  mit  dem  -  zu  schaffen?

„  ein  paar  Jahrzehnte  chindurch
Ruiz  nm-  Sekretär,  eine  Art  von  Faktotum
vor  dem  es  keine  privaten  und  geschäftlichen
Gehelmnisse  gab.  Nachdem  wir  uns  mit  der
unglücklichen  Heirat  meiner  Schwester  ausgesohnt
  hatten,  bin  ich  dem  Menschen  bei  den
Zusammentünften  mit  meinem  Schwager  regelmäßig
  begegnet,  und  es  muß  wohl  eine  Art
von  instinktiver  Vorahnung  gewesen  sein,
die  ihn  mir  schon  damals  über  die  Maßen
widerwärtig  m  .  Du  weißt  ja,  liebe  Machn
daß  diese  Zusammenkünfte  sast  immer  den  Zweck
banen,  dlesen  farbigen  Parvenü  zur  Hergabe
eines  Darlehns  zu  bestimmen,  und  das  Blut
steigt  mir  noch  2t  zu  Kopf,  wenn  ich  an  u
Dewürigungen.  dente,  denen  ich  mich  damals
aussetzen  mu

leser  esene  Mischling,  ben  denkbr
dle  Herabl  assung  anzuerkennen,  m  erzeigle,
  ersparte  es  mir  nicht,  das  r  in  Gegenwart
  seines  Untergebenen,  eben  dleses  Aloare,

 

Samstag,  22.  März  1916

festzustellen,  daß  keine  Bestätigung  für  die  in
den  letzten  Tagen  von  der  Presse  gebrachten  Gerüchte
  über  eine  Einstellung  des  Verkehrs  mit
Deutschland  oder  über  Bewegungen  des  Heeres
und  der  Flotte  oder  über  eine  Aenderung  in  der
itakienischen  Politik  vorliegt.  Es  wird  erklärt,
daß  Italiens  Standpunkt  heute  derselbe  sei  wie
früher.  (Z.)  —  Die  englische  Presse  hat  in  den
letzten  Tagen  den  wildesten  Gerüchten  über
Italien  Raum  gegeben.  Das  scheint  auch  der
italienischen  Regierung  zu  viel  geworden  zu  sein,
und  darum  hat  sie  durch  ihre  Botschaft  in  London
  die  Dienste  des  Bureaus  Reuter  in  Anspruch
  genommen,  um  der  erregten  Phantasie
die  nüchterne  Wahrheit  gegenüberzustellen.  Es
ist  das  in  der  Geschichte  des  Reuterbureaus  ein
ebenso  ehrenvoller  wie  seltener  Vorgang.

Englische  Einmischung
in'die  Politik  Italiens.

Ro  5.  März.  Das  Mittel  der  „Times“,
die  deu'  Fer.  von  Przemysl  benutzt,  um  Italien
eindringlich  und  mit  Drohungen  zur  Intervention
  zu  bringen,  erregt  hier  lebhafte  Beunruhigung,
  namentlich  die  Bemerkung  der  „Times“,
  daß  Italien  schon  die  Neutralität  verletze,
  wenn  es  territoriale  Entschädigungen  für
seine  Neutralität  annehme.  Alles  das  wird  als
ungehöriger  Eingriff  in  Italiens  freie  Entschließung
  und  in  die  sckwobenden  Verhandlungen
  mit  Oesterreich  angesehen.  (Z.)

Der  Kampf  um  die  Dardauellen.

Die  Aktion  gegen  die  Dardanellen.

Konstantinopel,  25.  März.  Vor  den
Dardanellen  hält  weitere  Ruhe  an.  Bei  der
Flotte  dagegen  herrscht  lebhafte  Bewegung  zwischen
  Tenedos  und  Lemnos,  die  den  Eindruck
bestätigt,  daß  man  sich  auf  neue  Angriffe  größeren
  Stils  vorbereitet.  Es  kann  als  sicher
gelten,  daß  außer  den  schon  gemeldeten  Verlusten
auch  die  beiden  Linienschisse  „Albion“,  und
„Suffren“  bei  der  letzten  Beschießung  Beschädigungen
  erhalten  haben.  (Z.)

Köln,  25.  März.  Der  „Köln.  Ztg.“  zusolge
  liegen  von  der  Insel  Tenedos  Meldungen
über  beträchtliche  Truppenlandungen  vor,  welche
die  Verbündeten  an  den  Dardanellen  aus  neu
angelommenen  Kriegsschiffen  bewirken  wollen.
„Daily  Expreß“  meldete  gestern  aus  Athen,
die  Verbündeten  hätten  am  Golf  von  Saros
Truppen  auf  der  Halbinsel  Gallipoli  auegeschisst.
  Nach  Ankunft  weilerer  Schisse  der  Verbündeten
  werde  ein  allgemeiner  Angriff  auf
die  Dardanellen  erfolgen.  (3Z.)

Griechenlands  Protest.

Mailand,  25.  März.  Die  hiesigen  Blätter
melden  aus  Athen,  daß  der  Ministerrat  beschlossen
  hat,  gegen  die  englisch-französische  Besetzung
der  zu  Griechenland  gehöbrenden  Archipelinseln
zu  protestieren  und  die  Inseln  mit  griechischen
Truppenabteilungen  zu  belegen.  (JZ.)
Konstantinopel  im  Verteidigungszustand.



Bukarest,  25.  März.  Nach  einer  Meldung
der  „Südslavischen  Korrespondenz“  ist  Konstantinopel
  in  Verteidigungszustand  gesetzt.  General
von  Liman-Sanders  hat  alle  die  Stedt  beherrschenden
  Höhen  mit  grohartigen  technischen  Anlagen
  und  starken  Arlilleriestellungen  gesichert.

 

in  Empfan  zu  neymen,  zugleich  mit  allerser
guten  atschlägen  über  die  Zweckmäßigkeit  einer
der  verschwenderischen  Lebensführung  —
Nonschläg  die  übrigens  meh  an  deine  als  an
meine  Abresse  gerichtet  w
e  Lippen  der  Stnrern  eriterten.  Ihre
le

scworzen  ugenn  #cht  noch  dunkler  geerden;
  ein  i-,  fast  gkquiciinck  Zug
verunstaltete  iht  höne  Gesicht.  „Weshalb

erinnerst  du  mich  daran  *  stieß  sie  zwischen  den

zusammengeprebten  Zähnen  hervor.  „Wenn
dieses  Mödchen  mit  meinen  Händen  töten

könnte,  ich  würde  ihr  damit  nur  zu  einem

winzigen  werw  heimge  zahlt  haben,  was

iore  Sipylchast  mir  an  Schmach  und  Kränkung
anget

tut  mir  leid,  liebe  Maria,  wenn  ich
unangenehme  Empfindungen  in  dir  wachgerufen
  habe.  Ich  erwähnte  diese  alten  Vorkommnisse
  nur,  um  dich  darüber  aufzuklären,
wer  Sennor  Pedro  Alvarez  ist.  Er  war,  wie
nt8  meines  Schwagers  rechte  Hand,  und
weiß  bestlmmt,  daß  er  auch  bei  den
besthunet  daß  zwischen  Ortegas
und  seinem  früheren  n  Teilhaber  eine  wesentliche
  Rolle  gespielt  hot.  Hätte  ich  nicht  als
von  licher  ongenommnen,  daß  der  Mann
sei,  ürde  ich  mich  aufs  die

i#  1½  1.  hworucch  eingelalen  hoben.  “
„Wie  kamst  du  zu  einer  solchen  Annahme,
wenn  dch  wie  es  scheint,  der  Mann  noch  am

Leben
MWortsetung  solgt

s“