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Nummer 63
Der Weltkrieg.
Der Reichstag.
Berlin, 15. März. Die Blätter besprechen
die Aufgaben, die der heute wieder zusammentretende
Reichstag zu erledigen haben
werde. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin,
daß die Meinung besteht, dem Burgfrieden
werde nicht im vollen Umfang wie bisher Rechnung
getragen werden können, doch wird durch
Aufllärungen im Ausschuß manches erregte Gemüt
wieber beruhigt werden, so daß auch diesmat
ulider det Reichstag dem Weg zum Heile
des Vakerlandes finden wird. Im „Vorwärts“
heißt es, llaffende Gegensätze seien vorhanden,
und es sei zu erwärten, daß dies in den nächsten
Tagen in scharfer Form zum Ausdruck ge.
langen würde. Es sei anzunehmen, daß die
sozkaldeimokratische Partei in der Steuerfrage
wenigstes ihren alten Standpunkt einnehmen
und die Forderung erheben werde, daß die
Lasteß dieses Krieges durch direkte Steuern gedeckt
werden mrüffen.
Musterungen in Oesterreich-Ungarn.
Wien, 15. März. Die Einberufung des
Geburtsjahrganges 1898, der mit dem 1. Jammat
1916 landsturmpflichtig wurde, zur Musterung
wird in Ungarn morgen, in Oesterreich
in einigen Tagen verlautbart werden. Die
Musterusig findet in den beiden Staaten der
Monarchie zwischen dem 14. April und 3. Mai
statt.
Erweiterung der Tauglichkeit in
Frankreich.
Paris, 15. Mätz. Ein Rundschreiben des
Unterstaatssekretärs des Sanitätsdienstes bringt
den Militärärzten wichtige Aenderungen der
!Instruktionen über die Tauglichkeit zum Militärdienst
zur Kenntnis. Darnach wird die Tauglichleitsgrenze
in Fällen von Beschädigungen
oder Gebrechen der-Gehör-, Sprach- und Gesichtsorgane
wesentlich erweitert. (3.)
Die Kämpfe vor Verdun.
BeriiUn, 15. März. Ein gelegentlicher Mitarbeiter
des „Berl. Tageblattes“ berichtet Über
die Kämpfe bei Vaur und Douaumont: Die
französische Artillerie arbeitet verzweifelt und
gut, in diesem Falle freilich keine Kunst, denn
sie kennt ihr Vorgelände, und Munition spielt
leine Rolle, aber auch diese auf Kosten der
eigenen Offenfive, und sie sitzen wie auf einem
Bulstaß. Bei Douaumomt waten es namnenklich
vier s#chte Batterien uhd eine schwere, etwas
späler aufgefahrene, die unseren Truppen vor
Dorf und Fort Douaumont und in den Wälden
verhindert das Leben schwer machten. Diese
Geschütze jagten 24 Stunden ununterbrochen
Lage auf Lage heraus, amerikanische Brisanzgranaten,
die weniger verheeren als lrachen,
aber wenig Blindgänger aufweisen. Getreu seinem
Prinzip streut der Gegner auch hier das
Gelände ab, während die deutsche Methode des
Wirkunigsfeuers auf sichtbare Ziele nach Aussagen
der Gefangenen mehr für sich zu haben
scheint. Ganze Korps sind um Douaumont und
Vaur dem Gegner verloren gegangen, der seine
besten Alpenjäger einsetzte. Ich sah Gefangene
der Regimenter in den 170er Nummern und
solche der Reglmenter 100—110. Ganze Regimentsstäbe
haben sich gleich mitergeben. Noch
stehen die erbeuteten Geschütze mit reichlich Munition
in den Wäldern und Hängen und Schluchten,
umgeben von den imposanten Gruppen
schwerer Veutscher Artilterie, Ae it fast übermenschlicher
Arbeit von den Bravsten der Braven
auf all die Höhen in bisher nie gekannte
Nähe des Feindes gebracht wurde. Es läßt
sich von all den ungeheuren Ereignissen nur in
lieinen Kusschnitten berichten. Vorekst das eine
Gewiffe n unfere Lleben baheim: Diesenigen,
die auf dem Felde der Ehre Blieben, sind #n
Verhältnis nicht gar viele. (3.)
Portugal im Krieg.
Haag, 15. März. Das Neuterbmean meldet
aus Washingkon: Die portugiesische Eenan
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der Verpflichtungen des 42•t5 von 1873.
merita und Merko.
Hag, 15. Mätz. Der „Rieuwe Rotterdamsche
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Donnerstag, 16. Médrz 1916
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Vereinigten Staaten mit ihrer Straferpedittion
gegen Villa in einen umfangreichen Krieg mit
Meriko verwickelt werden können, und daß ihnen
wohl die Aufgabe zufallen könne, dieses Land
pazifizieren zu müssen. (Z.)
Zerstörung einer offenen Stadt
durch die englische Flotte.
Athen, 15. März. Englische Kriegsschiffe
bombardierten den fast ausschließlich von Griechen
bewohnten Ort Vurla bei Smyrna. Der
Ort wurde so gut wie vollständig zerstört, eine
große Anzahl Griechen, größtenteils Frauen
und Kinder, durch das Bombardement getötet.
Ein Teil der zerstörten Trümmer ging überdies
noch in Flammen auf. Die obdachlose Bevölkerung
wurde nach Mptilene gebracht. Die
griechische Regierung hat, wie halbamtlich verlautet,
scharfen Protest erhoben. (3.)
Einberufungen in Griechenland.
Genf, 15. März. Um den Mannschaftsbestand
außzufüllen, der durch Entlassung älterer
Jahrgänge entstand, berief die griechische
Regierung drei neue Jahresklassen sowie die
ungedienten der Jahresklasse 1899 unter die
Fahnen. (J.)
Ein Kampf im Schwarzen Meere?
Bularest, 15. Märg. Die Blätter melden
aus Sulina: Von der Schlangeninsel wird mitgeteilt,
daß von dort aus vier Stunden lang
Kanonendonner vernommen wurde, der aus
nördlicher Richtung kam. Man glaubt, daß es
zu eihem Zusammenstoß zwischen der zusschen
nd türtischen Flotte gekommen ist.
Die schwierige Lage des ¾rrvrtntn
Townushend in Kut-el. Amara.
Amsterdam, 15. März. Wie aus London
kerichtet wird, hat das englische Kriegsamt ein
Telegramm des Generals Aylmer erhalten, der
mitteilt, es bestehe nur geringe Aussicht, das
Truppenlager des Generals Towushend zu erreichen.
Der letzte aus dem Lager zurückgekehrte
Flieger meldete, daß die Truppen große
Entbehrungen litten, aber mit ihrem Kommandanten
bis zum letzten Augenblick aushalten
wollten. Townshend ließ mitteilen, er musse
in einigen Wochen entweder einen Durchbruch
— oder sich ergeben und dehielt von Gemer
die Antwort, daß der Durch-—
vergeblich sein mürde. Munition
ist nur mehr in geringem Mahe vorhanden.
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obth bereits die Virr cun Teil aus Futte
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der Tru de taglich schlechter. (3.)
Verlobungspläne.
Budapest, 15. März. Die Bukarester Zeilung
„Echo du Balkan“ meldet aus Athen,
die Verlobung eines Mitgliedes des griechischen
Königshauses mit einer Prinzessin des rumänischen
Königshauses stehe unmittelbar bevor.
Pogrome in Baku.
Kopenhagen, 15. März. Die „Birschewmife
Wiedomosti““ meldet: In der Dumasitzung
vom 9. März murde die Interpellation
der Sozialdemokraten betreffend die Pogrome
in Baku, welche am 27. Februar stattgefunden
halen, besprochen. Zunächit begannen die Pogrome
als Protest gegen die Teuerung, oann
fübrten sie zu einer dreitägigen Plunderung
und Zerstörung aller Läden. Sie wurden von
der Polizei zur Aushetzung der Nalionalitäten
gegeneinander benützt. Die Polizisten gingen
zeitmeise an die Spitze der Plünderer. (.3.)
Bu#mie Chrontk.
Eine Kunde vom Zeppelinluftschiff
„L 19“, das in der Nordsee untergegangen
ist, erhielt die Witwe des Werkführers im
Eleltrizitätswerk Stammtbach, Frau Baumann.
Baumann, Vater von fünf Kindern, war als
Obermaschinist auf dem Luftschiff und warf in
höchster Not seine Thermosflasche ins Meer, in
der eine Postkarte steckte, die folgenden Wortlaut
hatte: „Marineluftschiff 19, in Seenot geraten,
a#m 1. Februar 1916, nachmittags 4 Uhr. Liebe
Grell und Kinder! Befinde mich augenblicklich
in großer Gefahr, sind mit unserem Schiff ins
Wasser geraten. Liebe Gretl, bis zur letzten
Stunde auf Rettung boffend. Ist es anders
bestimmt. nun, so ist es Gottes Wille. Getreu
bis in den Tod grüht und küßt Dich und die
Kinder herzlich Dein treuer Georg.“ Die Flasche
#urde treibend an der schwedischen Westküste am
22. Februar durch das schwedische Schiff „Stella
Smogen“ geborgen und der Marineluftschiff-Abteilung
übersandt. Das Begleitschreiben, unterzeichnet
ron Korreitenkapitän Straher, spricht
der Wilme Trost zu und betont, daß ihr Mann
ein seiner Pflicht und den Seinen getreuer Held
bis zum leyten Augenblick gewesen sei und als
solcher auch im Andenken seiner Kameraden fortleten
nerde. Baumann hatte bereits das
Eiserne Kreuz erhalten: er stand erst im 33.
Lebensiahr.
Rosenbeim: Dienstmann Silvester Richter.
800 Prozent Wasser!
zu an Schweinmetzga cini.
Dünngfselchte:
„Heut fruah bin i
„J möchl' Dreiquaril
hob i gsagt“
Vierte Kriegsanleihe.
Bei den gemeindlichen und kirchlichen Kassen, Stiftungen und Fonds, bei
den Kulturgenossenschaften usw, finden sich vielfach verfügbarc Gelder, die bei der
Sparkasse, bei Darlehenskassenrereinen eder als Kentokorrent-Guthaben bei Banken
angelegt sind.
Diese Gelder würden bei der Zeichnung einer Kriegsanleihe nicht nur eine
höhere Verzinsung finden, sondern vor allem dem Vaterlande neue Mittel zuführen
die zur Niederringung unserer Feinde dringend benötigt sind.
Unter Hinweis auf die hinausgegebenen Merkblätter zur vierten Kriegsanleihe
und die Zeichnungsaufrufe in der Presse ersuche ich die Herren Kirchenverwaltungsvorstände,
Bürgermeister, Gemeindeschreiber und Kassiere Rechnungen
und Kassebestände genau zu prüfen und was irgendwic verfügbar ist, für die
Kriegsanleihe zu zeichnen.
Wir wollen und müssen durchhalten und mit dem unbeugsamen Willen zum
Siege die letzte freie Mark für die neue Kriegsanleihe berecitstellen, damit diese den
früheren Anleihen nicht nachstehe, sondern sie womöglich noch übertreffe.
KRosenheim, den 9. März 1916.
Kal. Benresaut:
Baur.