Polisijche Aundschan.
Firhnsa e Wahlreform.
* Berlin, 7. 5. Tas Abgeordnetenhaus beendete
Kuli die zweite Lesung des Gesetzentwurfe
betr. die Verfassungsänderung und hat ihn nach
den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Damit
ist die zweite Lesung der Wahlreform beendet.
Die dritte Lesung beginnt am 13. Mai.
Benchener Neusgtellen.
München. 7. Mai.
Zur. l. des Kl. inwohnungsbaues.
Im Münch#rer Rathaus wurde
heute die notarielle Gründung der „Gemeinnützigen
Wohnstätten- -Geellschaft Murcer m.
b. H.“ vollzogen. Von dem auf 848 000 Mt.
fesigelgten Gesehschaftskapital. l#ernimmt die
Stadtgemeinde München 500 000 Mark; der
Rest wird von gemesnnützigen Baugesellschaften,
Vertretern von Industrie und Handel
sowie u. a. von der Landesversicherunge Sanstalt
für Oberbauern übernommen. Die Gesellschaft
will den Vau gesunder und preiswerter
Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung
und für die Angchrigen des Mittelstandes
unter vorzugeweiser Berücksichtigung der
Bedürfnisse kinttrreicher Familien fördern.
bmerische Nachrichten.
Beide Füße abgefahren wurden in
Buchloe einem französischen Kriegsgesangenen,
der versuchte, auf einen fahrenden Güterzug aufzuspringen.
Der Franzose, der nach der Schweiz
flüchten wollte, glaubte mit dem Güterzug
rascher dorthinkommen zu lönnen. Trotz seiner
schweren Verlehungen hatie er noch die Geistesgegenwart,
die Wunden zu unterbinden, und
so ein Verbluten zu verbindert.
Bawerisches Oberalcno.
Kiefersfelden, 7. 5. Besithwechsel. Die
hübschgelegene Villa mit Cafe und Konditorei
des Herrn Jos. Schu-z in Kiefersfelden, ging
heute durch Nauf in den Besig des Herrn Sder,
Konditoreil Inhaber, dortselbst, über.
Ebersberg, 6. 5. Im Streit sein
Schwesterchenerschlagen hat in Pfassing
der etwa 4 Jahre alte Knabe der Eheleute
Probst. Beim Spielen geriel er mit seinem zwei
Jahre altlen Schmi Keterchen in Streit und versetzte
dem Mädchen mit einer Garlenhacke einen
Schlag auf den Kopf, der den als baldigen Tod
des Kindes zur Folge hatte.
Sggenfelden, 7. 5. Selbstmord. Am
Donnerstag abends nach 60 Uhr wurde bei Huldsessen
der ledige, im den 30 er Jahren srehende
Gastwirtssohn, Malthäus Heuwieser von Tauflirchen
vom Juge überfahren und getötet. Der
Unglückliche wurde von 2 Frauen beobachtet,
als er sich ganz in der Nähe des Bah nlörpers
herumtrieb und im letzten Moment beim Herannahen
des Zuges sich auf dad Bahngleis warf.
Der Zug konnte niät mehr rech’ Fiit ig halten und
zerschmetterte den Kopf des Ungluckiichen derart,
daß sein Erlennen beinahe unmöglich war. Es
scheint, daß JHeuwieser in momenlanuer geistiger
Störung diese schreckliche Tat ausfünrte.
HBHörbering, 7. 5. Ans Aerger an die
Front. Der Wagnermeiter Mesner von Hörbering,
seit Krieg gen zim Felde nehend, lam
vor einigen Wochen in Urland he#m, wollte eine
größere Reise tun, nam sein Rad mit und slicg
in Schwaben aus. Die Heimreise sollte per Rad
vor sich gehen. Aneelle seines schönen, neuen
Rades stand in dem betr. Waggon ein altes, schäbiges
Radl, das ein abgeseimter Gauner, man
vermutet! schon in Ampfing, absichtlich ausgetauscht.
Der Mann hat einen Schaden von mindestens
500 Mk. Vor lauter Aerger reiste ergleich
wieder an die Front.
Miesbach, 7. 5. Tödlicher Unfarsl.
Heute Mittag geriet der 18.jährige Dienstknecht
Emmeran Steifl, infolge Scheuens der Pferde
zwischen zwei Fuhrwerke und wurde erdrückt.
Schaftlach, 7. 5. Einbruch. In der Nacht
vom Sonntag auf Montag wurde beim Gambsbauer
dahier in der Speise eingebrocken und Butter
und Eier entwendet. Da die Eisenstangen
nicht gebogen murden, ist anzunehmen, daß ein
Kind zum Einschlüpfen verwendet wurde. Es
wurden auch Kinderfußspuren wahrgenommen.
Schaftlach, 7. 5. Unfall. Durch Scheuwerden
des Pierde- vorungluctte die Hansenbäuerin
Frau Feicht von Krottenthal schwer. Ihr
Schwager, Ignaz Feicht, sprang noch früh genug
ab, so daß er von dem Unfall verschont blieb.
OEberwarngau, 7. 5. U anfall. Infolge
mangelhaften Echliehens einer Türe eines 4.
Klassewagens fiel das 5-jährige Töchterchen des
Werkmeisters Würz von Marienstein aus dem in
Fahrt befindlichen Zug außerhalb der Station
Oberwarngau. Ein beherzter Mann bielt die zum
Tode erschrockene Mutter, die nacheilen wollte,
fest und eilte nach Ankunft des Zuges in Dberwarngau
an die Unfallstelle zurück, wo ihm jedoch
schon wieder das Kind entgegen kam. Das Kind
hat verschiedene Verletzungen erlitten.
(aufen, 7. 5. Ein Schwindler. Hier
und in Tittmoning und Umgebung hielt si
anfangs Februar ein angeblicher Kriegsinvalide
in Umiform auf, der durch seinen jämmerlichen
Zustand überall größtes Mitleid erweckte. E#
mauer,
trug angeblich ein künstliches Bein, halle emen
Rippenbruch und einen Kopfschuß erlitten und
zitterte so an Kopf und Händen, daß ihm fremde
Leute das Elsen eingeben mußten. Er erzählte.
daß er in Frankreich östers verwundet wurde,
in englische Gefangenschaft geraten, nach Südwestafrika
verbracht worden und zuletzt als Auslauschgefangener
nach Deutschland gekommen sei.
Im Knopfloch trug er das Vand des Eisernen
Kreuzes 2. Klasse und das des Verdienstlreuzes,
erzählte aber, daß er auch das Eiserne Kreuz
1. Klasse und die Tapferkeitsmedaille besitze.
Nun stellte sich heraus, daß der Mann ein pathologischer
Schwindler ist, der nie im Krieg war
und sich nur verstellt hatte.
olalacchrichten.
Rosenheim, 8. Mai.
Eine Blumenausstellung!
Soeben ze ih von der Blumenausstellung nach
Hause und die Eindrücke sibrieren noch in meinem Innern.
Es isl mir, als möchte ich Teilnahme etheischen,
oder noch beiser, Dich verehrter Leser, darauf Binweisen,
damit auch Du genießen magit, was mich so lebhaft
entzuckic.
„Blumenausslellung?", so hör ich Dich fragen, „und
hier in Nosenheim? Weiß gar nicht; davon!“ Joa,
daz glaub ich schon! Du sinden keine schreiende Neame
auf den Plakatläulen, Du liest leine Anzeige in
den Resenheimer Tagesblättern. Das große Tor zum
Ausstellungplatz ist taglich geöffnet von früh biz
abends; ed steht lein Porlier und leine Kontrolle am
Eingang keine Kuüise Eintrilt frei! Es rauscht
Dir auch leine schwellende Konzerlmu'ik cn#egen. Statt
deisen zuilickern die gefiederten Sanger in den Lypresjen
Bäumen; auch mirft Du nicht promenierenden
Damen, die in ihrer Thilezle we##isern, begegne 1; satt
dessen wisd eine in schwarzen Schleier Zehullte Gestalt
an dir vorüberhuischen. lein Losverkaufer belöfligt
Dich — Du geb#t sinnend Deinen Weg. Statt Venus,
Diana und abnlicher Göltinnen, die in den Ausstellungen
aus gunem Vuschwerl hervorragen, steigt aus
dunklen Cedern ernst und mi.d der Criedensengel. Du
Ve#irst inzmischen schon eiraten haben, welchen Weg ih
Dich führe und wo die Ausstellung sich lefindel. Der
Vorplag bielrt hudsche Anlagen, Sträucher n#t gelben
und miißen Blumendeiden. Der Noldorn nmird gar
dald srine lirblichen Nödleint entjselnen, deren auf einem
Sticl viele deisammen sigzen,
im Neste die junge Vrut. Dorl die Trauct buche
wartet nur noch auf vrurmen Regenschauer, daß von
den Trieben sich die Halsen lösen und die Blätler entwickein
lönnen: wie herrli.h ist si:e dann in ihrem glänjgend
grünen Blätterschmuck und ihr #huchs dünkt mir
Eleich der G. talt einer trauernden Wime; sanft neigt
sie ihr Haup und ihre Zweige wellen herab wie
Tranersior. Am Ende der jungen Alzienallee sind
wir am Ziecte angekoammen. Wir Lreten ein Nube
und Stille ringrum wir sind am Friedhof! Jedes
Grab ist ein Blumengärtlein, dort Narzissen, hier Primeln,
dort Tulpen, hier ein Hägel Vergißmeinnicht —
so weil wir die Slere des Todes uberichnun, ein Bluund
friedlich ergieht socch Maiensonne und
Maienglanz darüber, wie jedes Jahr. Welienlärm u.
Kriegs, und Kamptgelöse prallten ab an der Friedhofs.
hier innen ist leiliger Friede, heilige Stille.
Ganz besonders aber bleiden wir stehen bhei den Tagund
Nachtschalten, bie hier zu einem Hügel gesormt,
dort von geschickler G.irtnerhand zum Kranze gepflanzt,
in bumen Farben vor uns durs 1 breilet liegen. Hier
sinden wir immer neue Nüancen, Ablönungen in Kupser
und Bronze, von Lila bis zum dunkelsten Violett,
vom sanften Vlau bis ins tiesste Schwarz, geib und
weiß, und alle schanen einem so treuh:rzig an und mir
dünkt als hätlen tie Gruße hin und Ter gu tauschen,
zwischen Lebe:den und Tiiten. Nun lirber Leser, magst
Du slbit urtei. hie Dir die Blamenausstellung gesdilt
und rihle: Du Deine Schritie Oflers dorthin, so
wirit Du bald auch die zierlichen Buschröslein in Holl.
ster Blute ##den und zwanglos wuchert #ie wilde Rose
um ein ho 2czn Krenz und dort Uettern blaue K.imoatis
in reicher Fulle empor. esondere Blumenarlen, wie
tropische Glut und sudlicher Himmel sie bervor zaubert,
hat man Dir dort nicht #n bie““ fühn ist das
bescheiden: Altem im Heimatfrieohossgarten.
Rings lachendes, blühendes Leben
Morgenstille — Sonntagsruh.
Und ich geh“ auf meinen Wegen
Einsam still dem Friedhof zu.
Rings lochendes, blühendes Leben "1
Frühlingeschmuck cuf sedem Grab,
Totenstille — sanstes Weben —
Leid und Kummer Preif ich ab.
Waldblum.
Auszeichnungen im Felde. Josef
Höllmüller, Sohn des Jimmermanns Raimund
Höllmüller von Nosenheim, wurde mit dem Eis.
Kreuz 2. Kl. ausgczeichnet. Ir befindet sich z.[J4.
in der Heimat. Sein Bruder Raimund Hüöllmüller,
wurde bereits mit dem Eil. Kr. 2. Kl.
u. mit dem Militärverdienstkreuz ausgezeichnet.
Heldentod. Nach dreijähriger treuer Pflichtersüllung
im Felde starb insolge Granalvolltrefser den
Heldentod fürs Vaterland Frz. X. Adlmeir, Metger
von hier. Der Held, der ein Aller von 29 Jahren erreichte,
war Inhaber des Eis. Kr. 2. Kl. und des Militärverdienstkreuzes.
Er Interiaht eine —ihexé
Gattin mit 3 lleinen Kindern. N. J.
Beförderung und —
Der Gefr. Balth. Neiderhell, Melderadfahrer
bei einem bayr. Kolonnen-Stab, welcher seit Anfang
des Krieges im Felde steht, wurde für tapferes
Verhalten in den letzten Kämpfen zum Unäse
befördert und mit dem Militärver--dienstkreuz
3. Kl. mit Krone und Schwertern
traut und sorglos, wie
ausgezeichnet; er ist der Sohn der Landwirtswitwe
Elise Neiderhell in Kleinholzhausen. Zwei
weitere Söhne derselben stehen noch im Felde.
BZBugsentgleisung. Dienstag abends
gegen 6 Uhr entgleisten bei der Bahnunterführung
an der äußeren Kussteinerstraße zwei
Wagen eines Güterzuges. Der eine der beiden
Wagen wurde von den nachfolgenden aus dem
Geleise geworfen. Nach mühseiiger Arbeit konnte
die Linie wieder frei gemackt werden. Es scheinen
an dieser Stelle die Weichen nicht richtig zu
funktionieren, denn innerhalb kurzer Zeit ist
dies schon der zweite Fall von Entgleisung.
Kirchenraub. In der Kirche zu Fürstätt
wurde am 7. ds. früh zwischen 5 und 7 Abhr 1
goldener Kelch mit viereckigen Verzierungen, 1
goldene Patene und eine solche aus Messing gesiohlen.
Diebstahl in der Sanierungsanstalt.
In der Sanierungsanstalt Rosenheim wurden
am 7. Mai 180 Paar Socken, teils grau und
schwarz, und ca. 80 neue Hemden, teils weiß.,
leils bläulich, entwendel.
Beim Kartoffelstehlen ertappt
wurde heute nacht 2 Uhr eine Frau, die beim
Marienbad aus einem Keller des Kommunalverbandes
durch Einschlagen des Fensters sich
bereits einen Kübel voll Kartoffel angeeignet
hatte. Ein Wäcter der Mock und Schliehgesellschaft
faßte die Diebin ab
Gefunden CEine Geldbönse mit größerem
Geldbetrag und ein Brotwecken gefunden; alzuholen
im magistratischen Geschäftszimmer Nr. 2.
Schüler- Frühlings seier des Oymnasiums.
Das nemnen wir eine erfreuliche
Verquicung: Frühling feiern und zugleich bei der
sindierenden Ingend das Verständnis für unseren
gröüten deutsche n Musilromantiler weden
und pflegen! Frühling und Schubert das
sind ja jedem gebüdeten Denisch'n zwei Begriffe,
so unzertremmick; wie etwa Mai und Vlütenduft.
Die zahlreichen Gäste und Schüler, die sich heute
morgen zu dem Frühlingesel des Kgl. Gymnasiums
in der Turnhalle der Anstalt zusammengesunden
hatten, gaben sich willig den Stimmungen
und Reizen der schönen Veranftaltung
hin. Eingeleitet und beschlossen wurde diese durch
slett gespielle Vorträge der Orchesierllasse unter
Leilung des Hru. Kapellmeifter Mayr. Der vierstimmige
gemischt: Chor sang „Frühlingsglaube“.
„Ds Haideröslein“ u. Die Nacht“. Die
wackere Schar brachte uimer Direktion res Hrn.
Reltors Dr. Kronseder viel vom Duft und
Klangreiz dieser unvergänglick en Schöpfungen
zum Weben und Klingen. Schön und eindrucksvoll
sprach Ernst Gummer (I. Nl.) Franz Schobers
Nelrolog „An Franz Schuberts Sarge“.
Ein Schüler der 7. Klasse, Heinrich Glasser, of
senbarte durch den Vortrag des „Scherzo und
Menuett“ für Klavier ansehnliche Technik und
guten musilalischen Geschmack. Erfraunlich sicheren
Bogenstrich und edlen, sangbaren Ton ließ
der Schüler Josef Appel (3. Kl.) im „Rondo“
für Violine vernehmen. Als weitere Einzelvorträge
verzeichnen wir zwei Lieder für Sopran und
ein weiteres für Baß (Hans Scheck, 7. Kl.) Die
Klavierbegleitung hiezu besorgte Herr Hauptleh--rer
Knobl ganz vorzüglich. Den Höhepunkt des
Frühlingsfesies bildete die schlackenlose Wiedergabe
des „Andante con moto“ (2. Satz) ausdem
4. Streichquartett (Der Tod und das Mädchen“)
durch vier hiesige Herren. So war ein
empfangfähiger Boden bereitet für die Rede
des Gemnasiasten Hugo Lechleuthner (7. Kl.)
über Franz Schuberts Leben und Wirken, die einen
würdigen Abschtuß der eindrucksvollen Veranstaltung
bildete.
Verein Maria-Stella. Man schreibt
uns: Der Verein Maria -tella leilete die gestern
stattgesundene Monalsversammlung mit
einem frohen Maienlied ein. Reserent des
Abends, H. H. Stadtlaplan Bels, fesselte uns
mit einem Heessamnte Vortrag über die Schriftstellerin
Emmy Giehrl. Es ist ein besonderer
Reiz, hinter die Haustüre eines Künstlers zu
blicken. Mit großer Bewunderung sahen wir
da aus schlichtem, frommem Kreis, aus vielen
Tagen der Not und aus 52 Ihr. schwerer Krankheit
ein Dichterleben enseben, reich, groß, unendlich
schön. Nach Erledigung verschiedener
Vereinsangelegenheiten erging durch H. H. Plases
Aufforderung zur Beteiligung an der Fronleichnamsprozession.
Ein schönes Duett, das Gedicht
„des Sonntagskindes“ und das herrliche
Lied „Ave Maria“, von einem lieben Gast, Frl.
Anna Probst, vorgetragen, füllte den Rest des
r Nächste Versammlung 4. Juni.
Spezereiwarenabgabe im
Stechlfayen sindet am Freitag und Samstag
von 8 12 und 2—6 Uhr statt. Für jede
Karte erhäit man 31 Pfd. Graupen und Gries
zum Preise von 25 #fg. Ersucht wird, das Gesd
abgezählt bereit zu halten. In der kommenden
Woche sind alsdamn die zwei letzten Verkaufstage
und zwar der Mittwoch und Donnerstag.
Wohnungsnot und kinderreiche
Jamilien.
Unter den Neformbewegungen der Gegenwart
nehmen diejenigen eine erste Stelle ein, die
auf eine sparsame Waschenölonomie abzielen.
Der männermordende Krieg, dazu der ständig
abnehmende Geburtenüberschuß machen es auch
dem Staate zur gebielerischen Notwendigleit,
das Einzelindividunm hoch zu bewerten, seine Lebenszeit
voll auszunützen und es vor dem frühen
Hinscheiden zu bewahren. Es lam daher dem
Staate nicht gleichgültig sein, wenn die gam
Masse unter ungesunden ohnungoverhällnissen
leiden mus. Richt nur die kleinen Familien
haben unter der Wohnungsnot zu leiden, haurtsächlich
sind es die kindexreichen Familien.
denen diese Kriegsfolge schwere Sorgen aufbürdet.
Wie muß es einer Muiter zu Mute
sein, wenn ihr auf der Wohnungssuche von jedem
Hausbesitzer nahegelegt wird: „Wir nehmen
keine Kinder an“. Hat ein solcher „Hrr“
es sich schon näher überlegt, wie schwer es eine
Familie trifft, konnte er schon Einsicht tun in
das Herzeleid einer solch Abgewiesenen? Wir
glauben kaum, sonst würde er sich sicher eines
Besseren belehren lassen. Wie würde es in diesem
Kriege um Deutschlands? Wohl geitanden haben,
wenn wie in rankreich auch bei uns
das Zweilkindersystem „Mode“ wäre? Nie und
nimmer hätte es die herrlichen Siege an seine
Fahne hesten können. Deutschlands Macht wäre
gebrochen, des Feindes Horden hätten unser
Land nur als Wüste verlassen. Mit welchem
Stolz erfüllt es die Eltern, die in diesem Kriet
5, 6 und noch mehr Sohne- dem Valerlande zum
Schutze geben lonnten? Da sollie man diesen
linderreichen Familien den nötigen Schug gewähren
und sie nicht der Willlür kinderfeindlitmer
Hausbesitzer preisgeben. Eine Auzahl
von Verordnungen, namentlich solche vom Gene
ralkommando, schützt zvar die Mieter auger
blillich etwas, aber nach dem Kriege wird sch
das Vild auch hier wieder ändern. Da wire
es von großem Nutzen, wenn die vielerorte ins
Leben gerufenen Mieteinigungsämter auch nach
dem Kriege, bis zur Beseitigung der Wohnungsnot,
bestelen bleiben würden. Nur dann
wäre an eine Erstarlung des beutschen Volies
zu denken, wenn in Zeilen der biiteren Wolrnungenot
den Schwerbetroffenen cinigermaßen
Schutz gewährt mird. Eine dankenswmerte Verordnung
erließ letzthin ein Magistrat an die
Hausbesitzer, dahingebend, daß sämtlichen
Haucherren, die langjährigen Mietern ohne
triftigen Grund klündigten, abnorme Steigerungen
auserlegten oder Familien mit Kindern abwiesen,
sofort die Hypotheken gelundigt wurden.
So sollte es überall eingesührt werden. Anzeigen
mit linderfeindlichen Vemerkungen sollien
verboten werden. Nur so würde dem Wolmungselend
einigermaßen gesienert. Die Lungen- und
andere anileckende Krankheiten, die ihren Herd
hauptsächlich in Arbeilogegenden mit ihren ungesunden
Miets lasernen finden, würden verschwinden.
ein gesunder Nachwuchs wäre die
Folge dieser Wohnungsreform, zum Auben eines
slarken Deutschen Reiches.
ehte —
WTB. Großes Hauptquartier, den
8. 5 Amnich. (Drahtb.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Südöstlich vom Nieuport · Kanal nahmen wir
bei erfolgreicher Erkundung Belgier gesangen.
Auf dem Schlachtfelde in Flandern und an der
Lus lebte der Aritilleriekampf am Kemmel b. i
und westlich von Bailleul auf.
In Vorfeldkämpfen auf dem Schlachtfeld an
der Somme wurden Engländer und Franzosen
gesangen.
Beikerseite der Straße Cordie-Bray griff
der Feind nach starker Minenvorbereitung ergebni
sios an. Bereitsitellungen wurden durch unser
Feuer u'#rlungsvoll gefaßt. Bei einem in
der Nacht südlich von der Strabe wiederholten
Angriff warsen wir den Feind im Gegensioß
öurü
Starke Feuertätigleil hielt am Luce-Bach und
auf dem westlichen User der Aore ar
Von den übrigen Fronten nichts von Bedeug
tung.
Ludendorff.
Neue U- Boot-Beute.
§ Verlin, 8. 5. (Amtlich.) Eines unserer
Unterseebrote unter der bewährten Führung des
Kapitänleutnants Vieberg hat im Aermelkanal
fünf bewaffnete tiefbeladene Damper mit zusammen
16 000 Bruttoregisterionnen versenkl.
Der Chek des Admiralstabs der Marine.
Von der Westfront.
5 Gens, B. 5. (Trahtb.) Als Unterkunft für
die Ententetruppen kommt der vollständig zerschossene.
Ort Loker nicht mehr in Betracht..
Nach einer Havasnote dauert das gegen den
Abschnitt Loker gerichtele schwere denische Geschützfeuer
zenberändert fort. Ferner meldet Havas
die ie ung von Paris durch
deutsches scorres Geschütz.
Die Räumung von Ypern.
s Zürich, 8. Mai. Der „Tagesanzeiger“
berichtet: re Engländer setzen die Räumung der
ungeheuren Vorratslager bei Dpern und Poperinghe
fort, damit sie nicht in deutsche Hände
fallen. . Nach einer Meldung der „Zuͤricher /
Morgenzeitung“ bätte der Kriegsrat in Abbeville
die Räumung von Yrern beschlossen.
Auch das italienische Heer
o untetftcl L
Amsterdam, 8. 5. Aus Paris wird beriget,
der ital. z Orlando habe