Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  25

Lösung.  Wollen  sich  aber  die  Polen  an  Oeslerreich
  anschließen,  wir  haben  nichts  dagegen  und
auch  kein  Ein  mprucheret.  Wir  müssen  uns  dann
kur  ersehd  bende  Verträge  mit  Oesterreich  sichern.
  Die  berberige  Polenpolitik  muß  aushören,
  nur  auf  dem  Ummeg  über  das  Selbstbestimmungerecht
  der  Völker  können  wir  den
Schutz  nach  Osten  gewinnen.  Die  gestrige  Kanzlerrede
  war  tatsächlich  die  Eröffnungeiner
u  Ssprache  der  Staatsmänner.  Die
Ausführungen  des  Staatsselretärs  über  unser
Bündnis  mit  Oeslerreich-Ungarn  sinden  umere
volle  Billigung.  Keinem  unserer  Verbündelen
wird  es  einfallen,  aus  der  Reihe  zu  trelen.[Aber
wir  dürfen  nie  vergessen,  daß  unser  Bündnis
auf  gegenseitiger  Treue  beruht.  Wenn  es  jetzt
zu  keinem  Verständigungsfrieden  kommt,  ist  erzeut
  bewiesen,  daß  die  Entente  Schuld  datan  hal.
Hierauf  wird  die  weitere  Aussprache  auf
Samstag  vormittag  veriagt.

Die  Feledensverhaudlungen.

Keine  unübersteiglichen  Hindernisse
für  den  **  mnsschluß
mit  Rußland.

s  Sofis,  25.  1.  Die  bulgarischen  Delegierten
sind  für  einige  Zeit  aus  Brest-Litowsk  zurückgekehrt.
  In  hiesigen  Kreisen  ist  man  nach  wie
vor  fest  davon  überzeugt,  daß  dem  Friedensschluß
  mit  Rußland  leine  unübersteigbaren
  Hindernisse  im  Wege  stehen.

Take  Jonescu  gegen  einen  rumäni-=chen
  Separatfrieden- 



s  Genf,  25.  1.  Der  rumänische  Außenminister
  Take  Jonecscu  erllärte  in  einem  Telenramm
  an  die  dixlomatischen  Vertretungen

mäniens,  daß  dieses  der  Scche  der  Entente
treu  bleibe  u.  daß  die  rumänische  Armee  samt
der  Regierung  lieber  in  die  Verbannung  nach
Sibrrien  sich  schleppen  lassen  würde,  als  die
Waffen  niederzulegen  und  einen  Separat.
frieden  ab  zuschließen.  1

l
l

«  4  2
bie  Lage  in  Anhzlaud.
Die  wankende  Herrschaft  der
Bolschewili.  i
s  Berlin,  25.  2.  Der  „Daily  Telegraph“
berichtet,  daß  gestern  in  den  siandinaoischen
Ländern  Geruchte  umliesen,  wonuch  sich  in  Petersburg
  schwere  Unruhen  zugetragen
haben  sollen.  Der  Korrespondent  der  „Daily
News“  bespricht  ein  Manifest  des  Wchlfahrtsausschusseo
  von  Petersburg,  in  welchem  erklärt
wird,  daß  die  Ocaenrevolutionäre  sich
geeinigt  bab  b#n,  di:  belchewilische  Regierung  zu
stünen.  In  den  Straßen  der  Honpttadt  sollen
heftige  Kämpfe  gelieser  werden.  Nach  dem  Pelersburger
  Kerre'pondenten  eines  finnländischen
Blaties  sollen  weder  die  Bolschewili,  noch  die

Sczialrevolutionären  Herren  der  Lage  sein.

Neue  GE

Ein  berufung  der  russischen
N  erionalversammlung?

5.  Lopen  hagen,  25.  1.  Petersburger
Drahtnacki#-  ven  zielge  machten  die  Sozialrevolutionäre
  bekannt,  daß  ĩie  die  Auslösung
  der  Kennituante  nicht  anertennen  und
die  Natirnalversammle  zung  demnt  ächt  zu  einer
neuen  Tagung  zusammenberufen  würden.
Die  Offiziersmorde  in  Sebanmopol.

*  Stockholm.  25.  1.  Dielo  Naroda“  berichtet
  über  die  Of;  iziets  aimneroe  in  Sebaltopol,
daß  seit  mehreren  Tagen  üeralt  in  der  Siadt
(Marinesoldaten  umher;  ehen,  Offsiziere  verhaf—
ten  und  dieselben  vor  ein  tevolutionäres  Gericht
  slellen  „das  über  das  Schicksal  der  Verhafteten
  sofort  entsch  beidet.  Die  Urteile  werden  ohne
Verzug  vellitreckt.  Die  Jahl  der  verhasteten
Offiziere  beträgt  etma  2000.  Etwa  00  wurden
ermordet.

Die  Japaner  verlassen  Rußland.

*  Stockbolm,  25.  1.  Wic  aus  Helsingfors

eemeldet  wird,  folgen  die  in  Petersburg  anwe-#Errden
  Japaner  dem  Beilspiel  der  Englender
und  Franzosen  und  verlassen  die  russische  Haupt-In
  Helsingsers  glaubt  man,  dan  die
#e  n  erregende  Abreise  der  Japaner  im  Zusammenhang
  stehe  mit  der  Möglichkeit  eines  Sebar
  gtidens  zwischen  den  Mittelmächten
und  Rußland

Der  Kieg  zur  See.
Folgen  des  U.  Boot-Krieges.

*  London,  25.  1.  Mac  Namara  erklärte  im
Unterhaus,  daß  mit  einem  Dampfer,  der  vom
Feinde  im  Mittelmeer  versenkt  wurde,
ungefähr  484,  mit  einem  anderen  224  Personen
  zugrunde  gegangen  lind.

Algemeines  vom  sitieg.
Zum  Fall  Caillaurx.

Basel,  25.  1.  Nach  einem  Prioattelegr.
aus  Paris  lauten  die  Meldungen  über  den  Inhalt
  der  Stahlkammer  in  Florenz  täglich  interessanter.
  Es  scheint,  daß  Caillaux  die  gegegenwärtige
  Regierung  mit  4  Regimentern  habe
stürzen  rollen,  und  zwar  wären  zwei  aus
Korsika,  die  beiden  anderen  aus  seinem  Departement,
  der  Sartha,  rekrutiert  gewesen.  Diese
beiden  Regimenter  unterstehen  dem  Befehl  des
Henerals  Lartique  und  der  „Matin“  hebt  her- 



 

ERosenhelm̃eꝝ

vor,  daß  man  bei  der  Verhaftung  von  Caillaux
in  seiner  Brieftasche  ein  Schreiben  eben  dieses
Militärs  fand.

 

Ausland.

Gespaunnte  Lage  in  Span
Madrid,  25.  1.  Unter  dem  Sin.  des
Königs  sand  ein  Ministerrat  statt,  der  die  politische
  Lage  einer  gründlichen  Prüfung  unterwarf.
  Ministerpräsident  Garcia  Prieto  erklärte,
daß  die  Unruhen  in  Barcelona  andauern  und
daß  Störungen  der  öffentlichen  Ordnung  mancherlei
  Art  vorgekommen  seien.  Er  fügte  hinzu,
daß  die  Regierung  fest  entschlossen  sei,  die  Unruhen
  zu  unterdrucken  und  den  srüheren  Zulnd

  der  Dinge  wieder  herzustellen.

Der  neue  deutsche  Vertreter
in  Argentinien.
*#  zuric  25.  1.  Die  argentinische  Regierung
  hat  sich  nach  der  „Agenzia  Americana“
bereit  erklärt,  den  Gesandtschaftssekretär  Donhoff
  als  deutschen  Geschäftsträger  in
Buenos  Aires  anzuerkennen.

Voliuische  Rundschau.

Einb  cerusung  des  Reichstags.

Berlin,  25.  1.  Der  Aellestenrat  des  Reichstags
  hielt  bente  nachmitlag  während  einer  Pause,
  die  der  Hauptausschuß  hatte  einlreten  lassen,
eine  Sitzung  ab,  in  der  vereinbart  wurde,  I  die
nächste  Vollsitung  des  Reichstags  am  19.  Februar
  slattfinden  zu  lassen.  Die  grosße  politische
  Aussprache  im  Ausschuß  soll  am  Samstag
zu  Ende  gesührt  werden.  Dann  tritt  eine  Unkerbrerzung,
  ouch  in  den  Verhandlungen  de-Hauptaueschufen
  ein,  jedoch  soll  der  Ausschuh
je  nach  Bedarf  iederzeit  zusammentreten  können.

Münchener  Neuigkeilen.

München,  15.  JMannuar.
Ein  Schedschwindler,  der  während  einer

 

 

 

 

Stlrakenhahnfahrt  einer  Angestellten  einen  Schec
über  2000  Mark  aus  dem  Handtäschchen  gestohlen
  hatte  und  kurz  darauf  bei  der  Darmstädter

Bank  einzulösen  suchte,  wurde  dort  oerhastet.
Er  haite  den  Scheck  mit  „Franke“  unterzeichnet.

Das  Esenbohnunglus  bel
Schlelßheim.

Das  Eisens  ahnunglück  bei  Schleihbeim,  über
das  wir  geitern  bereits  berichteten,  muß  als  das
schwersie  Eisenbal  nunglück  in  Bayern.  seit  dem
Zusammenstoß  in  Nannhofen  bezeichnet  werden.
Ueber  die  Ursachen  der  Explosion  und  den  Hergang
  der  Katastrorhe  wird  weiter  berichtel:

Die  Flässigkeit,  deren  Explosion  das  gräßliche
Unglück  verschuldet  hat,  ist,  wie  die  Staatszlg.
meldet,  nicht  Benzin,  sondern  eine  Säure  gewejen,
  deren  Name  bzw.  Zusammensetzung  aber
noch  nicht  belannt  iu.  Der  Unterosfiz#er  Winkelmann
  einer  preuß.  Luftschifferabteilung  hatte
ren  Hannover  ler  für  die  Augsburger  Bailonsabrik
  diennt  lich  einen  Ballon  mit  Säure  mitzunehmen.
  Der  Soldat,  der  bei  der  Explosion
seibt  scmere  Vrandwunden  erlitt,  fuhr  in  dem
in  Brand  geratenen  fünften  Wage  n  des  Zuges
und  versftaute  den  65  Liter  fassenden  Säurebelälter
  im  Gepäckorb  des  Wagens.  Zwischen
den  Stationen  Lohhof  und  hbleißheim  explodierte
  aus  bis  jetzt  noch  g  L  solamten  Ursachen
der  Säurebehälter;  ser  is  Jnhcls  ergoß  sich  über
den  Boden  des  dicht  bes  etzlen  3.  Klasse-  Wagens
und  hatte  im  Nu  Feer  gesangen.  Die  Flammen
  schlugen  bls  Decke  des  Wagens  empor.
  Ein  Soldat  haite  tron  der  fürchterlichen
Aufregung,  die  unter  den  im  Wagen  befindlichen
  Fahrgäen  herrschte,  die  Oeifleogegenwart,
  die  Notkremsje  zu  zichen,  sodaß  rer
Zug  rasch  zum  Hallen  gebracht  wurde.  Das  Innere
  des  Wagens  bildete  sofort  nach  der  Explesion
  ein  Flam  menmeer,  aus  dem  sich
verschledene  Per#  onen,  darunter  auch  zwei
Frauen,  durch  einen  Sprung  aus  dem  Fenster
retteten.  Mit  fürch:  erlicher  Schnelligkeit  hatte
die  Explosion  ihre  Verheerungen  angerichtet,
und  als  nach  wenigen  Minuten  bereits  der

 

Schnellzug  stand,  hörte  man  aus  dem  lichterloh

brennenden  Wagen,  aus  dem  die  Flammen  auch
aus  den  Fenstern  schlugen,  ein  herzzerreißendes
Wimmern  und  Wehllagen  der  in  ailen  Winkeln
  und  Ecken  des  Wagens  liegenden  Verletzten.
  Bis  jetzt  ist  die  genaue  Zall  der  Verletzten
  noch  nicht  festgestellt.  Der  verunglückle  Wagen

  beförderte  ungefähr  60  Fahrgäsle,  von  denen

  aber  nur  einzelne  ohne  Verletzungen  und
nur  mit  dem  Schrecken  davonkamen.  Bis  zum
frühen  Nachmittag  wurden  über  50  Verletzte
nach  München  verbracht.  Aus  den  Ueberresten
des  Wagens  sind  zwei  bis  zur  Unlenntlichkeit
verkohlte  Leichen  geborgen  worden.  Ein
Soldat  ist  bis  zur  Unkenntlichkeit  verbrannt
und  konnte  noch  nicht  erkannt  werden.  Der  andere
  Tote  ist  gleichfalls  ein  Soldat  namens
Paul  Toll  von  Neuslrelitz,  der  dem  preuß.  Artillerieregiment
  Nr.  24  angehörte.  Auch  diese
Leiche  war  so  verbrannt,  daß  man  sie  nur  mehr
mit  Hilfe  der  vorgefundenen  Erkennungsmarke
des  Soldaten  feststellen  komte.  Unter  den  Toten
  ist  auch  eine  Frau,  deren  Personalien  noch
nicht  bekannt  sind.  Der  Feuerschein  des  brennenden
  Wagens  wurde  in  Schleißheim  beoba

tet.  Sofort  eilte  ein  Ossizier  der  Flieger- 



Anzeisgen

teilung  mil  dem  Stab-azt  Dr.  Frase  nach  der
Unglücksstelle,  wo  im  Verein  mit  den  im  Zuge
befindlichen  Feldärzten  und  einer  Krankenschwester
  sogleich  das  Rettungswerk  in  Angau  genommen
  wurde.  Der  brennende  Wagen  wurde
abgeluppelt.  Ersl  als  das  Feuer,  das  von  dem
Wagen  nur  mehr  das  eiserne  Gerippe  übrig  liet,
gelöscht  war,  sah  man  die  Schwere  des  entsetzlichen
  Unglücks.  Wie  bei  allen  Eisenbahnunfällen
  der  letzten  Zeit,  sind  auch  in  diesem  Falle
wieder  meistens  Soldaten  die  Opfer  des
Unglückes.  Doch  befanden  sich  auch  Frauen
und  Kinder  darunter.  Als  ein  großes  Glück
muß  es  bezeichnet  werden,  daß  der  am  Fußboden
  de:  verbrannten  Wagens  befindliche  Gaskessel
  von  den  Flammen  nicht  ergriffen  wurde,
da  sonst  der  ganze  Zug  in  Brand  Fesetzt  worden
  wäxe.  Die  Flammen  hatten  bereits  auch  den
dem  verunglückten  Wagen  nachfolgenden  Wagen
  ergrifsen,  doch  wurde  das  Feuer  hier  gelöscht,
  bevor  es  gröhere  Verheerungen  anrichteite
  Die  Strecke  ist  bereils  für  den  Verlehr
wieder  srei.

de  hater  Meldungen  besagen=  Erst  im  Laufe

§  Abends  war  sichere  Gewißheit  über  die  be-R#ilend
  Opser  des  Unglückes  zu  erhalten:


Den  Tod  sanden  drei  Fahrgäste.  Von
den  Toten  lonnten  bisher  nur  zwei  erlannt  werden.
  Der  eine  ist  der  39  Jahre  alte  Mrtillerist
Paul  Doll  aus  Neu-Strelitz.  Der  zweite  Tote
ist  ein  noch  unbelannter  Soldat.  Die  dritte  Leiche
  wurde  als  de  der  Frau  Marie  Dumrauf
aus  Heman  in  der  Oberpfalz  ermittelt.  Wie
Augenzeugen  angeben,  hatte  Frau  Demrauf  ihre
Kanzen  Anitrengungen  darauf  gerichtet,  das  jüngere
  ihrer  beiden  Kinder,  ein  viereinhalb  Jahre
altes  Me  ädchen,  zu  relten;  sie  warf  das  Rind
zum  Fenster  hinaus.  Auch  das  zweite  Kind  konnte
  geretlet  werden.

Bayerische  nachriclen.

Eisenbahnunglück.  Mittwoch  abends
fuhr  Persenenzug  408  von  Ansbach  insolge
vorzeitigen  Ablassens  durch  die  Vorstation  lurz
vor  der  Station  Treuchtlingen  auf  einen  im
Einfahren  begrisfenen  Gülerzug  auf,  wodurch  die
Lokomotive  des  Personenzuges  sowie  mehrere
Enterwagen  entgleisien  und  beschädigt  wurden.
  4  Reisende  sowie  6  Mann  des  Zugspersonals
  sind  leicht  verletzt.

Fürst  Albertvon  Thurnu.  Tarie  hat

der  Regensburger  Grldankausosielle  fünf  herrliche
  Schmuckstücke  im  Werte  von  150  000  Mark
überwiesen.

Das  zweite  Opfer  des  Mordanschlags,
der  vor  einigen  Wochen  in  Furtz#  i.  W.  au#eine
amtliche  Kommissien  verübt  wurde,  der  Grenzoberaufseher
  J.  Hiendl  in  Furth  i.  W.,  int  munmehr
  im  hiesigen  Krankenhaus  seinen  Verlerzungen
  erlegen.  Der  Mörder,  der  Further  Zi-Harrenhändler

  Koch,  der  geslohen  war,  wurde  in

Pilsen  rerhas  tet.

Unfall.  Am  25.  ds.  Mis.,  nachmitlags  gegen
  3  Uhr,  ist  in  der  Maschinenfabrik  Augsburg-Närnberg
  eine  Drahtpfanne,  welche  mit
flüssigem  Eisen  gesüllt  war,  deselt  geworden.
r-  den  auesströmenden  Inhalt  wurde  eine

Verson  geiötet  u.  acht  andere  schwer  verletzt.

Wegen  schamlosen  Verkehr  mit  einem
  franz.  Kriegsgesangenen,  der  nicht  ohne  Folgen
  blieb,  wurde  die  Taglöhners  frau  Theresia
Steinberger  von  Lustheim,  eine  Kriegersfrau  mit
Kindern,  vom  Schöffengericht  München  zu  zwei
Monaten  Gejängnis  verurteilt.  Der  Amtsanwalt
  hatte  secho  Monate  beantragt.  g

m

Schweres  Eisenbahnunglüch
Mittwoch,  nachts  2  Uhr.  sließ  der  in  Aschafsenburg
  Hbf.  einfahrende  Güterzug  1706  infolge
folcher  Weichenstellung  auf  Güterzug  1959.
Zugführer  Härt#l  von  Aschaffenburg  ist  tot,  der
Wegleiter  eines  Militärtransportes  schwer  verletzt,
  ein  Vremser  und  ein  weiterer  Begleiler
leicht  verletzt.  Zwei  Wagen  wurden  stark  beschädigt.
  Vier  Wagen  sind  entgleist.  Der  Per-#enenzugsverkehr
  ist  nicht  gestört.

Zwischen  die  Puffer  Hgeraten  inl  auf
schwerste  Eisenbahnkatastrorhe  in  Bayern  seit  dem
alle  Bremserin  Eise  Kaufmam  von  Somburs.

Sie  war  sofort  lot.

Schweres  Unglüd.  In  einem  unbe  vach
ten  Augenblick  zog  ein  Feldwebelslind  in  Nußdorf

  (Pfalz)  an  der  Tischdecke,  wobei  die  Petro- 



leumlampe  umfiel.  Der  Kinderwagen  sing
Fenuer;  das  Kind  verschied  unter  großen
Schmerzen.

 

Grenzlande.

Innsbruck.  25.  1.  Der  Gipfel  der
Preistreiberei.  Eine  den  beben  Ständen
angehörige  Dame  von  hier  wollte  im  Oberinnlal
  Butter  hamstern  und  bot  hiebei  einem  Bauern
  für  1  Kilogramm,  sage  und  schreibe  sann
Kronen!!  Der  Bauer  —  sagt  das  „Abendblat
—  spuckte  aus  nd  lehnte  das  ebenso  Amnt
zende  wie  schamlose  Angebot  ab.

vaherisches  Oberiuud.

Au  bei  Aibling,  25.  1.  Benefiziaten
wahl.  Die  Stimmberechtigten  der  Pfarrei  Au
hatten  sich  am  verflossenen  Dienstag  mit  der
Wahl  eines  Beesshiaten  zu  befassen.  Dieselbe
siel  auf  5  H.  Kooperator  Borstädt,  welcher  von
45  abgegebenen  Stimmen  32  auf  leine  Person
pereinigte.

Sonntag,  27.  Januar  1913

Onzell,  25.  1.  Brand.  Heute  frühm  3  vor
3  Uhr  brach  aus  noch  ipnnne  gucher  (man
im  Siallgebäude  der

„  ia  beim  Hinein
  Brand  aus,
Mae  Den  Stall  u.

#  ####ten  Bessitztümer
  der  Umgegend,  che  legte.  Der  Besitze
rin  und  ihren  Leuten  geläng  es  nur  mit
knapper  Not,  das  nackle  Leben  zu  retten.  Das
Vieh  konnte  noch  in  Sicherheit  gebracht  wer
den,  dagegen  sind  alle  Hausgeräle  und  grohze
Vorräte  an  Heu  und  Stroh  den  Flammen
zum  Opfer  gefallen.  Seit  Jahren  ist  dies  das
schwerste  Brandunglück  in  der  Gemeinde.

Marwang,  25.  1.  Schlagaufall.  H.
Snhl.  Rat  Martin  VBeck  erlitl  einen  Schlagansall


Altötting,  25.  2.  132  Kreuzzüge  mit
41000  Teilnehmern  wurden  im  abgelau.
fenen  Jahre  ein-  und  ausgeleitet.  Sechs  Pilgerzüge
  brachten  gegen  9000  Personen  zu  den
Wallfahrtsstätten.

Kommunales.

Sitzungsbericht  des  Stadtmagistra.
tes  Rosenheim  vom  18.  Janu  ar  1918.

Die  Stadtgemeinde  Nosenheim  erllärt  den
Veitritl  als  Mitglied  zum  Zwecverband  fur
Junwasserkräste  und  Junschiffahrt  Nosenheim
c.  V.  Für  das  Jahr  1913  werden  als  Mir
liedsbeitrag  300  Mark  aus  der  Gemeindekasse

perm  Brandfkiftu
eket  ranletn  —
terteisenberger  am  Tellen
der  innerhãlb  der
das  Baustnanwesen,

 

Kampfteilnehmer  des  gegenwärtigen
Krieges  erhalten  das  Bürgerrecht  in  Nosenhein
gebührenfrei  verliehen:  Josesf  Perschl,  Kosser
träger;  Heinrich  Schramm,  Stalionsgehilfe.

Da  nach  dem  Bericht  des  Stadtbauamts  d'
rechtzeitige  Beschaffung  von  Pferdegespamen
für  den  städtischen  Fuhrwerlsbetrieb  (Straßen
remigung,  Schneepflug,  Sandstreuen.  Kehricht.
abfuhr  und  Leichenüberführung)  immer  schwie
riger  wird  und  die  Fuhrlöhne  immer  merr
steigen,  genehmigt  der  Magistrat  für  den  An
kauf  von  2  Pferden  und  für  Ergänzung  von
Plerdegeschirr  den  Betrag  bis  zu  (O#o0  Mail
und  stellt  für  die  Stallung  und  Ausbewahrung
der  Wagen  sowie  fi-  den  Wohnraum  dis  Pser
delnechts  Räume  im  früheren  Pernlohner-Ockonomiegebäude
  zur  Verfügung.

Daz  Gesuch  eines  Korreklors  aus  München
um  Genehmigung  zur  Errichtung  cines  Licht
spielthealers  im  Hotel  Deutsches  Haus  wir?
mangelz  Bedürfnisses  abgelehnt.

Der  Stadtmagistrat  nimmt  ###minis  von  dem
Stand  der  Futtermittelvorraäte  und  beschließt:
1.  Die  Kleie  darf  nur  zur  Körderung  der  Milch

versorgung.  verwendet,  für  Pferde  und  Zeder
vieh  darf  leine  Kleie  mehr  abgegeben  werden.
2.  Die  Kleievorräte  #nd  durch  Beim.schung  von
Ersatzfuttermitteln  zu  strecken.  3.  Die  Milch
vichbesitzer  sind  zum  Bezug  von  Futterschnitzelanzuhalten.
  4.  Es  sollen  an  die  Milchviehhal
ler  Nüben  abgegeben  werden.

Mit  Ruscicht  auf  das  Speiserübenverfütt:
rungsverbot,  die  Krautbeschlagnahme  zu  Gunsten
  der  Sauerkraulgesellschaft  und  die  zu  befürchtenden
  Schwierigkeiten  bei  de:  Kartofselre.:
sorgung  im  Frühjahr  und  Sommer  wird  entge
gen  dem  Gutachten  der  Lebenomittellommissios
beschlossen,  das  Rübenausschneiden  vorerst  noch
nicht  einzuftellen.

Cokalnachrichken.

Rofenheim,  26.  Jannar.

Goldankaufswoche
im  rechtsrheinischen  Bayern.

Je  länger  der  Krieg  dauert,  desto  dringendet
FKraucht  die  Reichsbank  Gold,  das  Fundament
der  finanziellen  Rustung  des  Neiches.  Si
braucht  es,  um  die  Zahlung  der  vom  neutralen
Auslande  noch  ins  Land  kommenden  Lebensu##
lel  und  Rohstofie  in  Gold  zu  ermöglichen,  also
zu  einem  Zwec,  der  uns  alle  berührt  und  sie
braucht  es,  um  die  gesetzlich  vergeschriebene  Gold
decung  des  im  Kriege  gesleigerten  Noten-Um:
laufes  ausweisen  zu  können.  Die  Feinde  lauern
  auf  den  wirtschaftlichen  Zusammenbruch
Deutschlands!  Auch  der  wirtschaftliche  Sieg  muß
gesichert  werden!  Jedermann  kann  dazu  beitragen,
  indem  er  gemünztes  Gold  oder  entbehrliche
  Goldsachen,  diese  zum  vollen
amtlich  festgesetzten  Goldwert  bei  der  Goldankaufsstelle
  abgibt  für  das  Vaterland.
Auch  Edelsteine  und  Sil  ber  können  eingeliefert
  werden.

Als  Preußen  vor  100  Jahren  um  Sein  oder
Nichtsein  kämpfte,  haben  die  Bürger  alles,  was
ihnen  lieb  und  wert  war,  dem  Vaterlande  geschenkt.
  Das  letzte  Goldstück,  den  Familien
schmuck,  silberne  Lofsel  und  das  räiche=  volle
Haar  opferfreudiger  Frauen  wurden  auf  den
Altar  des  Vaterlandes  gelegt  und  arme  Bergarbeiter
  in  Waldenburg  arbeiteten  solange  unentgeltlich,
  bis  sie  221  Taler  für  die  Ausrüstung
sfreiwilliger  Kameraden  zusammen  hatten.  Kinder
  leerten  ihre  Sparkassen  aus.  Wertse“
zu  besitzen  galt  nicht  als  ehrenocll.  Von  ufs
zuanrd  nur  erwartet,  wir  unsere  Goldsachen

um  vollen  Goldwerte  verkaufen!
#  dies  ein  Opfer  im  Vergleich  zu  dem,

 

 

And  Edelsteinen  !

was
unsere  feldgrauen  Helden  im  Felde  leisten?  Also
aus  mit  dem  Go  Seraus  mit  Silber

–