Wie unsere Feinde in Frankreich, England und Rußland berichten, das kann man sich ja denken,
genau wie anno 1870— 1871. Als wir schon in Paris einzogen, kamen noch Blätter zum Druck, wo geschrieben
stand, die Franzosen sind mit großem Jubel in Berlin eingezogen und haben den Preußenkönig mit
sämtlichen Generalen nach Abnahme der Degen gefangen genommen, dieselben kommen wahrscheinlich nach
St. Helena.
Was machten die Leser dieser Lügennachrichten für lange Gesichter als sie die Prussiens und les lions
(Bayern) noch am nämlichen Tage mit dem Siegesmarsch in Paris einrücken sahen und daß diese den Einwohnern
gar nichts zu leide taten, das konnten sie nicht verstehen, ja das war deutsche Art und es wird heute noch
gerade so gemacht.
Wann in Paris diesmal der Pariser Einzugsmarsch ertönt, dann mag es ja manchem der Rädelsführer
bange zumute werden — wenn nicht das Volk bis bahin sich selbst für die eingebrockte Sauce bedankt hat und die
ganzen Spitzbuben und Verräter über den Haufen geschossen hat, oder zum Teufel und seiner Großmutter
gejagt hat. —
Nachher kommen wir aber nach London und sagen dort mal kurze Zeit echt deutsch guten Tag ihr Halunken!
Seid ihr denn noch nicht verduftet mit euerer großartigen Flotte. Wo stecken denn die Schlitzaugen,
Euere Kameraden und Seeräuberkumpanen! Wir möchten mal seben, wo unsere Zeppeline ihre Bomben hinwerfen
können, damit sie auch gut treffen. Wo habt Ihr denn Eueren König? In welches Mauseloch hat der sich
denn verkrochen? Und Grey, ei ei ei, warum reichst Du denn dem deutschen Michel nun nicht friedlich Deine
Mörderhand? An Dir, Du Schurke, müßte sich das so zahlreich geflossene Blut unserer Krieger und der unschuldigen
Frauen und Kinder rächen! Stück um Stück müßten Dir bei lebendigem Leibe alle Glieder abgehauen
werden, und die Augen, die unseren verwundeten Kriegern ausgestochen worden sind, müßten Dir eingesetzt
werden. Und dann an den Galgen mit Dir. Doch der Strick ist für Dich noch viel zu gut. Krepieren müßtest
Du unter den unsäglichsten Schmerzen unter freiem Himmel und die Raben müßten Dich fressen. Das ist mein
frommer Wunsch.
Und in Rußland:
Ja, was macht denn Väterchen Zar? Wo habt Ihr denn den hingebracht? Ihr habt ihn doch nicht etwa in
einem unsichtbaren Lenkschiff in den Himmel gesandt? Den kann Petrus nicht brauchen. Also kein Einlaß ins
Himmelreich und nun geht er zum Teufel und seiner Großmutter an die Höllenpforte. — Aber auch hier kein
Erbarmen. Der Teufel grinst und die Großmutter schreit, scheer Dich doch nach dem Engeland, so einen Feigling
wie Du einer bist, können wir auch nicht brauchen. Dann holt der Zar wohl seine Wuttkiflasche hervor
und versucht sein Heil beim Suff. Inzwischen werden die Russen mit ihm verfahren sein, wie mit seinen Vätern.
Sie werden ihn schon finden.
Schrecklich wird aber die Abrechnung Kaiser Wilhelms mit diesen Vettern sein. Paris — London —
und Petersburg müßten deutsche Städte werden und das nötige Gebiet dazu. Die Kriegsentschädigung
müßte auf allen drei Seiten so viele Milliarden sein, als wir Krieger ins Feld geschickt haben und deren Angehörige,
Greise, Frauen und Kinder mit eingerechnet Brüder und Bräutigam noch hinzugefügt. Frankreich und
England können bezahlen. Belgien würde deutsche Provinz. Monaco ebenfalls. Dem Russen müßten wir
den Norden im Europsischen Rußland bie zum Kaukasus alles abnehmen und den Süden Österreich-Ungarn
überlassen. Natürlich würde Serbien und Montenegro Österreichisch werden.
Der Norden Frankreichs bis zum Kanal (Calais) müßte Deutsch-Belgien angegliedert werden. Der westliche
Teil bis Boulogne auch zur deutschen Provinz. Und unten an den Vogesen müßte noch ein Stück an Lothringen
angeflickt werden, eingeschlossen alle Forts und Festungen, die an der heutigen französischen Grenze liegen.
Das gibt mal eine herrliche Deutsche Landkarte. Doch der Mensch denkt und Kaiser Wilhelm lenkt mit Gottes Hilfe,
hoffentlich wird uns unser Kaiser Wilhelm, den wir alle jetzt erst verstehen und bewundern und lieben, noch
recht lange erhalten bleiben, damit es ihm vergönnt ist, die Früchte nach diesem Kriege in allem Frieden zu genießen.
Mit Gott ist seine Losung und möge es auch immer bleiben. Daß Gott, den er allezeit angerufen