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kommene Nachführung der Reserven in Marschkolonnen statt in den
bisherigen Kompagniekolonnen wurde Regel, die in Gruppen—
kolonnen mit dehnbaren Zwischenräumen nebeneinander gesetzten
drei Züge hießen jetzt „Kompagniekolonne“. Die Schützenentwicklung
beim Vorgehen über offenes Gelände begann, worauf schon
die Lehren des Burenkrieges geführt hatten, mit lichten Linien, die
erst nach und nach zu voller Feuerkraft aufgefüllt wurden. Auch die
Unterstützungen konnten, wo Deckung fehlte, in geöffneter Ordnung
folgen. Die Mitwirkung der Maschinengewehre fand ihren Platz.
Nach dem russisch-jiapanischen Kriege in der Mandschurei wurden
auch Nachtgefechte und Angriffe auf befestigte Feldstellungen viel
geübt. Hervorragende Marschleistungen, die in der Ausbildung
planmäßig gesteigert wurden, ein glänzender Angriffsgeist, eine zuverlässige
Disziplin machten die deutsche Infanterie zu einer auch
den höchsten Ansprüchen gewachsenen Truppe.
In der Ausrüstung traten, da sich bei dem Gepäck von 1887
Mängel herausstellten, 1895 Veränderungen ein, namentlich am
Tornister und, wie schon erwähnt, durch Wegfall der hinteren Patrontasche.
1892 wurde die tragbare Zeltausrüstung eingeführt.
Die blanken Helmbeschläge wurden durch schilffarbene Helmbezüge
verdeckt. Auf A. K. O. vom 14. Februar 1907 wurde die feldgraue
Kriegsbekleidung niedergelegt. Das Lederzeug behielt für den Kriegsgebrauch
Naturfarbe. Auf A. K. O. vom 5. Oktober 1908 begann die
Ausstattung der Fußtruppen mit Feldküchen, womit das zeitraubende
Abkochen wegfiel und die Marschfähigkeit im größeren Verbande
stieg 444). An Stelle der bis 1908 bei den Didvisionsbrückentrains befindlichen
Schanzzeugwagen wurde jedem Infanterieregiment ein
solcher überwiesen, der große Spaten, Hacken, Axte, Sägen, große
Drahtscheren enthielt. An tragbarem Schanzzeug hatte ein Regiment
(ohne M. G. K.) 1200 kleine Spaten, 288 Beilpicken, 60 Beile,
48 kleine Drahtscheren. Ferngläser, Entfernungsmesser verschiedener
Konstruktionen, Truppenfernsprecher, Signalflaggen wurden für das
Gefecht und für den Vorpostendienst nutzbar gemacht, bei den Jägern
auch Meldehunde. Jedes Bataillon hatte 8 Fahrräder, die Radfahrer
waren mit Karabinern 98 bewaffnet. Ein mobiles Regiment hatte mit
der M.G.-Kompagnie 72 Fahrzeuge und 233 Reit= und Zugpferde 145).
144) Bis 1914 waren mit Feldküchen versehen die Feld= und Reserveformationen
der Infanterie und Jäger einschl. M. G. und Radfahrerkompagnien, die
Feld= und Reservepionierkompagnien, die Sanitätskompagnien einschl. Reserve
und Landwehr, ein Teil der schweren Artillerie, ein Teil der mobilen Landwehrinfanterie.
“45) Jedes Bataillon hatte als der Truppe unmittelbar folgende Gefechtsbagage
4 (Jägerbataillon 8) Patronenwagen, 4 Feldküchen, 1 Sanitätswagen, als
große Bagage 1 Stabspackwagen, 4 Kompagniepackwagen, 5 Lebensmittelwagen
einschl. Marketenderwagen, der Regimentsstab 1 Packwagen und den Schangzzeugwagen,
die M. G. K. als Gefechtsbagage 1 Vorratswagen, 1 Feldküche, als große
Bagage 1 Packwagen, 1 Futterwagen.