Englische Siedlungskolonien; Südafrika. Australien 99
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Minen angelegt, und deutsche Großbanken sind an Johannes burger Geldfirmen
beteiligt. Die dortige deutsche Schule gilt als „ein starkes Bollwerk
der deutschen Kultur in Südafrika“. Sollte es ein Zufall sein, daß den
Deutschen gerade hier, wo unter ihnen ein bewußt nationaler Geist
lebendig ist, eine respektvolle Anerkennung von englischer Seite zuteil
wird? Bei der Kaisergeburtstagsfeier am 27. Jannar 1910 sprach im
deutschen Klub zu Johannesburg der High-Commissioner von Südafrika,
Lord Selburne. Er betonte die hohe Bedentung des deutschen Elements
in Transvaal:
„Wir können nicht genug von Ihnen bekommen. Ich bin sehr erfreut,
wenn Sie sich meiner Nation anschließen; aber mögen Sic das nun tun oder
nicht, jeder deutsche Mann oder jede deutsche Frau, welche nach Südafrika
kommt, bedentet eine Erhöhung der Stärke des Landes.“
Die Gesamtzahl der Deutschen Südafrikas wird auf rund 33 500 angegeben,
davon 17000 im Kapland, 2500 in Natal, 12000 in Transvaal,
1000 in der Oranjeflußkolonie.
Zahlreicher ist das Deutschtum in Australien. Schon an der ersten
wissenschaftlichen Erforschung des Erdteils haben Deutsche einen herrorragenden
Anteil gehabt. Vor allem an der wirtschaftlichen Erschließung
haben sie erfolgreich mitgearbeitet. Seit den 30er Jahren des vorigen
Jahrhunderts kam eine nicht ganz unbeträchtliche deutsche Einwanderung
ins Land. Zuerst märkische, pommersche und schlesische Bauern,
unbeugsame Altlutheraner, die sich durch die Union in der Freiheit ihres
kirchlichen Lebens bedroht fühlten. Auch höhere deutsche Bildung fand
durch etliche der 48 er politischen Flüchtlinge Vertretung. So werden
auch hier religiöse und politische Beweggründe der deutschen Auswanderung
bemerkbar. Wirksamer waren die rein wirtschaftlichen Antriebe.
Die Entdeckung der australischen Goldlager im Jahre 1851 führte Bergleuteaus
dem Harz hinüber Seit den 60er Jahren mehrte sich der deutsche
Zuzug. Das Verbot der Kanakeneinfuhr hatie den Großplantagenbetrieb
erschwert und umfassende Parzellierungen veranlaßt, die gute
Brotstellen für bäuerliche Siedler boten. Als solche fanden Landarbeiter
und Kleinbauernsöhne aus den alten preußischen Provinzen, z. T. auch
aus Wurttemberg, in größerer Zahl sich ein; vor allem in QOueensland
sind ausgedehnte Landstriche von ihnen besetzt worden. Möglich, daß
das v. d. Heydtsche Reskript, das die Auswanderung nach Brasilien
unterband, dem Zuzug nach Australien zugute gekommen ist. Man ver-7
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