Volltext : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1910. (37)

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8  61.

Abs.  I.  Vor  der  Bescheidung  der  in  §§  59,  60  bezeichneten  Anträge  und  Entwürfe
sind  die  Pläne  während  einer  angemessenen  Frist  für  die  Beteiligten  zur  Einsichtnahme
aufzulegen.  Wer  nicht  innerhalb  der  Auflagefrist  Einspruch  erhebt,  gilt  als  zustimmend.
Die  Auflage  ist  vorher  öffentlich  bekanntzugeben  und  außerdem  den  aktenmäßig  bekannten
Beteiligten  durch  besondere  Zuschrift  mitzuteilen.  In  der  öffentlichen  Bekanntgabe  und  in
der  besonderen  Mitteilung  ist  auf  die  Folge  der  Versäumung  der  Einspruchsfrist  hinzuweisen;
auch  ist  darin  anzugeben,  ob  eine  Abänderung  der  Baubeschränkungen  beabsichtigt  ist.

Abs.  II  unverändert.

§  2.

Abs.  I.  Die  Erledigung  von  Grundabtretungen  zu  öffentlichen  Plätzen,  Straßen  oder
Wegen  fällt  dem  Ubereinkommen  der  Gemeinden  mit  den  Beteiligten  anheim.

Abs.  II  unverändert.

Abs.  III.  Bauführungen  in  neuen  Bauanlagen  dürfen  erst  dann  bewilligt  werden,
wenn  die  Herstellung  des  Straßenkörpers  für  den  entsprechenden  Teil  der  Straße  von  einer
Querstraße  bis  zur  nächsten  Querstraße  und  für  die  Verbindung  mit  einer  bereits  bestehenden
Straße  gesichert  oder  wenigstens  Sicherheit  dafür  geleistet  ist,  daß  diese  Herstellung  binnen
einer  zu  bestimmenden  Frist  erfolge.  Ist  eine  Straße  bereits  zum  Teil  mit  fertigen  Bauten
besetzt,  ohne  daß  bisher  die  Herstellung  des  Straßenkörpers  gesichert  worden  ist,  so  hat  der
Unternehmer  von  neuen  Bauführungen  für  die  Herstellung  des  Straßenkörpers  nur  insoweit
Sicherheit  zu  leisten,  als  die  eigenen  und  die  noch  unbebauten  fremden  Grundstücke
reichen.

Abs.  IV.  Wurde  infolge  dieser  Auflage  der  Straßenkörper  auf  Kosten  eines  Bauunternehmers
  über  dessen  Bauanlage  hinaus  längs  fremden  Grundstücken  hergestellt  oder
gesichert,  so  darf  einem  anderen  Bauunternehmer  ein  Neubau  auf  solchen  weiteren  Grundstücken
  nur  bewilligt  werden,  wenn  Ersatz  für  den  auf  Herstellung  der  Straße  längs  dieser
Grundstücke  gemachten  oder  aus  der  Sicherung  der  Straßenherstellung  erwachsenen,  notwendigen
  Aufwand  geleistet  oder  durch  Kaution  gesichert  ist.  Die  gleiche  Ersatzpflicht  tritt
ein,  wenn  der  Straßenkörper  auf  Kosten  der  Gemeinde  hergestellt  worden  ist.

Abs.  V.  Die  Verpflichtung  zur  Ersatzleistung  erstreckt  sich  jedoch  für  die  nur  an  einer
Straßenseite  angrenzenden  Eigentümer  nicht  auf  mehr  als  die  Hälfte  der  für  Herstellung
der  entsprechenden  Straßenstrecke  aufgewendeten  Kosten.  Bei  nur  einseitig  bebaubaren  Straßen
haben  die  Anbauenden  Ersatz  der  Straßenherstellungskosten  für  die  ganze  Breite  der  auf  sie
entfallenden  Straßenstrecke  zu  leisten.