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ber man kann sich von vornherein dem Eindruck
nicht entziehen, daß ihm dieses Derlangen nach Sanftmut
nicht bloß gegen die Natur, ich möchte sagen, gegen das
ganze Ethos geht. Es ist keine Frage: hätte der Geist der
Bergpredigt über diese Natur gesiegt, so hätten wir nie
diese ungebrochene Kraft des hasses und des Jornes erlebt,
die doch eines der Geheimnisse seiner durchschlagenden
Erfolge ist. Darin liegt das gewisse Recht der Kuffassung
Bismarcks mehr als hagen denn als Siegfried. Vorzüglich
tritt sein eigenes Ethos im Kampf mit dem christlichen hervor
in dem Brief vom 9. September 1840 As:
„Gute Nacht, mein geliebtes herz, mögen dich Gottes
Engel schützen, und bete für mich, daß ich ihm treu bleibe;
ich werde hier so weltlich und so zornig, wenn du nicht bei
mir bist. Gestern war ich mit Malle im Sriedrichshain
(Begräbnisstätte der Märzgefallenen!), und nicht einmal
den Toten konnte ich vergeben; mein herz war voll Bitterkeit
über den Götzendienst mit den Gräbern dieser Derbrecher,
wo jede Inschrift auf den Nreuzen von, Freiheit
und Recht“ prahlt, ein Hohn für Gott und Menschen.
Wohl sage ich mir, wir stecken alle in Sünden, und Gott
allein weiß, wie er uns versuchen darf, und Christus unser
herr ist auch für jene Meuterer gestorben; aber mein berz
schwillt vor Gift, wenn ich sehe, was sie aus meinem baterland
gemacht haben, diese Mörder, mit deren Gräbern der
Berliner noch heut Götzendienst treibt.“
Und ebenso tief und wahrhaftig ist das Bekenntnis
des bewußten Gegensatzes zwischen der christlichen Sorderung
und dem eigenen Dermögen in dem Brief aus Nor-