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zur besorgnis Häusser d. Gesch. 3, 158; das loos des
stoffes, der begehret werden kann, und besessen,
und zerstört Müllner Schuld 4, 3; auch näher bezeichnet
durch Zusammensetzung, arbeits-, bau-, bild-,
denk-, farb-, grund-, krankheits-, lebens-, nahrungs-,
roh-, streit-, uuterhaltungs-, verbandlungs-, werkstoflf
u. f. w.; in der Spr. der Chemie sauer-, stiek-, wasser-,
koblenstott; freier, übertragen auf Menschen nach ihrer
Verwendbarkeit: was mit dicsem tretflichen stoffe (von
Soldaten) zu leisten war Häuffer d. Gesch. 3, 69;
Wus für ein treftlicher stoff noch in diesem deutschen
burgerthumo rersteckt war Si; es war doch ein mächtiger
stoff in ihm Freytag Soll 2, 102; — scherzhaft
von Nahrungsmitteln: der holzkorb mit sebönen stoffen
trumpfe, wein, spickgans und thec Moltke 6, 182;
in burschikoser, und jetzt allgemein in neckischer Spr.,
vom Bier: serge fur stotff Benedix rel. Stud. 1, 8. —
Zusammensetzungen: stoffarm, arm an Stoff, befonders
in Bezug auf Geisteserzeugnisse: stoffarme erzäblungen.
bilder. — Stofzmanges m. Mangel an Stoff, besonders
zum Berichten u. ä.: morgen fullt unsere sitzung aus
wegen stolffmangel Bismarckan Gerlach 203; in studentischer
Spr. — Mangel an Bier. — Stoffwechsel, m.
Wechsel, Wandel der Stoffe, aus denen organische Körper
ausgebaut sind.
Stoffen, aus Stoff, besonders gemusterter Seide,
bestehend: ein stoffen kleid, verdis sericu iguris dibersis
plena Füsch in Zufammenfetzungen: in ihren
goldstoffnen kleidern Goethe DuW. 5; der silberstoffne
mantel Platen Abbass. 6, 201. — stosflich, den
Stoff angehend, auf den Stoff bezüglich, neueres, zuerst
von Campe angeführtes Wort nach der weiteren
Bed. des Subst.: masse (des Volks), die immer zuerst
stossarm — Stkollen.
nach stofflchem reize begehrt Treitschke 4, 445; das!
stofllich poetische Keller Nachl. 137; udrigens war
stofllich alles, was man jetzt immer wieder neu entdeckt,
schon vorhanden 25; als Subst.: die erkundung
des stofllichen und sinnlichen Sinnged. 6.
Stöhnen, schmerzlich, laut und schwer atmen; aus
dem niederd. niederl. stenen (gemere, ingemiscere,
ætras ore ciere voces Kilian) zuerst ins Mittelreutsche
als stenen (Lexer) eingedrungenes Wort, später
in heutiger Form, verwandt zu altengl. stunian hallen,
altnord. atynja stöhnen, in Urverwandtschaft zu altflav.
stenja, griech, steno stöhne, braufe; stöhnen, stönen,
augemere ob (uborem Schottel; von Menschen: bei
der arbeit, im bangen traume. vor schmerzen stöhnen:
(er) stöhnt nach dem schlaf (jehnsüchtig) Cronegk
2, 199; ein banges sch um dich, das hier und da
ein freond bei stillen thrünen stöhnet Leffing Od.
1, 5; auch: tief in kerkers nacht . stöhnt mein geist
nun Bürger Elegie; vergebens stöhnet ihm der bange
seufzer oseh Schiller Räub. 3,1; von ähnlichen Lauten
bei Tieren: das stöhnen der ksmeele Goethe Div.
5, 1; die pferde stolperten und stöhnten Freytag
Ahnen 1, 376; bei Dingen: die dielen stöhnen unter
seinem tritte; unter dem regen gewuhl der nieder sich
lagernden völker stöhnte der grund Bürger JIl. 2, 96.
Stolle, s. Nebenform zum Masc. stollen; die stolle,
Aler# Steinbach:; landschaftlich Bezeichnung eines
Gebäcks von länglich-dicker, an beiden Enden zugespitzter
Form, besonders zu Weihnachten üblich, weihnachtsstolle,
auch nach den Zuthaten buiter-, rosinen-, mandelstelle:
übertragen auf ausgelassenes Fett in ähnlicher
Gestalt, nierenstolle: — bei Weipgerkern und Handschuhmachern
scheibenförmiges Gerät zum Ausdebnen
der Felle Jacobsson. — Stollcn, m. Pfosten, Klotz
als Stütze, afd. stollo hasis, gradus. mhd. etolle. zu
stall und stellen und den dort ausgeführten Wörtern
gehörig; als Gerät, Untergestell für Gegenstände: J/%.
crunmi bettstoll, uschstollen Dief.; das bette uff guldin
stollen bilft dem kranken nit Frölich Stob. 19.4; lasz
M. Heyae, Deursches Worterbuch, 111.
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einen kranken mann in seid und sammet liegeo, hüng
allen schmuck umb ihn, dasz sich dio stollen biegen
Opitz 3, 286; eiven stollen on seinem bett Wieland
Klel. 1, 431; cinen sarg# mit schwarzem kreuz und
runden schwurzen stollen Platen gläs. Pantosfel 3;
Pfosten für eine Bühne: zimmerleute, die mit stollen,
lutten und brettern angezogen kamen, um das drama--tische
gerust aufzuschlagen Goethe Tagh. 1302; stollen
an Geländern Adelung; an Hrfeisen, hintere kurze
Absätze; an Messerllingen, Absatz am Angel; stollen
am Abzug des Mehrladers, abzugsstollen Instruct. 25;
im Bergbau, horizontaler Gang in das Gebirge zur
Abjührung von Wasser und Zuführung von Lufst:
stollen, JOdina, mine, cunieulus Schottel; das mass
der günge und stollen Opitz 1, 135; auch ist der
stollen trocken und gefabrlos Körner Bergknappen 3;
bei Bäckern landfchastlich wie das Fem. skolle (s. d.):
der stollen, eine art gebsekenes, panis ssimilagineus
Steinbachz bei Meistersingern mit einem andern gleicher
Teil eines Strophengebäudes, auch als technischer Ausdruck
der altdeutschen Metrik angenommen; — Schimpfwort
für Personen: vierschrötige trollen, knollen,
stollen Garg. 75.
Stolpern, im Geben anstoßen, erst uhd. bezeugtes
Wort von duniler Herkunft, vielleicht lautmalend (val.
holpern); im 16. Ih. auch als stalpern: wenn er mit
den fuszen stalpret Wickram Goldsad. X 2d; (das
Pserd) stsmpfet und stalpret fast mit seinen fuszen 8 45;
gewöhnlicher in der heutigen Form: es stolpert ein
bferd mit vier beiaen Garg. 39; neckender Zurus:
stolper nit, öchslia! Schade Sat. 3, 285; feit 17. Jh.
häufiges Wort: stolperte mein pferd auf dem eise
Weife Erznu. 105; gieng also, oder stolperte vielmehr
nach hause Wieland Sgylv. 1, 8; sie stolperten
durchs dörsehen Hölty 9; wie ein rasender stolperte
er in dem engen raume hin und her Goethe W. Meister
4, 8; ich stolperte dabei jeden augenblick uber die
fatalen baumwurzeln Eichendorff Taugen. 40; retirade
die nicht ohne etwas stolpern ablief Moltke 8, 137;
übertragen: mit der zunge, uber ein Wort stolpern;
(er) stolpert lobend oder tadelnd Goethe ital. Reise 1;
in stolperaden versen Treitschke 2, 339; ober juristische
zwirnsfäden wird die königliche regierung nieht
stolpern in der ausubung ibrer pllicht Bismarck
Red. 4, 372 (vgl. hierzu Schiller Fiesko 2, 5); die gesamtheit
. zum stolpern zu bringen 16, 235; in einer
allitterierenden Verbindung: was thuts, ob wir mal
stolpern oder sturzen? Bürger Mamsell la Regle; er
sprach vom fortgesetzten stürzen und stelpern des
ministeriums Bismarck Red. 2, 133.
Stolz, stattlich, hoch; voll Selbstgefühl. Hoch= und
niederd. Wort, ahd. mhd. stolz. mud. stokt, altfrief.
stult; wohl mit der ursprünglichen Bed. des Aufragenden,
im Ablaut zu stelze (s. d.); einen Fingerzeig
für älteren Sinn kann die allein sichende ahd. Glosie:
der fursten stolze arehitrictinus (Graff 6, 679) geben,
die aus einen hinweist, der in der Halle auf dem erhöhten
Herrenrlatz (##ririchsasum) seinen Sitz bat,
im Gegensatz zu den tiefer angeordneten Sitzen der
niedrigeren Diener; die Steigerungsgrade nur selten
und in älterer Spr. mit Umlaut: das die beiden am
stölzesten .. gewesen sind Stücke in Estber 9, 6; (daß)
der sträfliche durch seinen mordsig stölzer wird
Butschky Kanzellei 217; die Bed. des durch Gestalt
und Kostbarkeit Hervorragenden, Prangenden bis in
die hentige Spr.; von Menschen, Tieren, Gegenständen:
stolz was sin gesinde Par- 15, 25; diu stolze muget
Neidhart 25, 4; vil stolz was siacs (des Hahnes)
kambes schin Boner Edelst. 43, 24; hie sollen sieh
legen deine stolzen wella a Hiob 36, 11; Samos stolzen
wein Hagedorn Exigr. 30; bei Adelung stolzes
haus, stolzes müdohen, stolze klcider, — prächtig, als
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stolpern stolz.