Contents : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1907. (34)

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86.

Zu  dem  Zwecke,  die  Ausflußgeschwindigkeit  der  Körner  zu  regeln,  ist  es  zulässig,  mit
dem  Trichter  einen  von  oben  in  den  Innenraum  hineinragenden  Körper  von  regelmäßiger,
nach  unten  verbreiterter  Form  (Zerstreuer)  zu  verbinden.  Der  Zerstreuer  muß  aus  hartem,
der  abschleifenden  Wirkung  des  Getreides  widerstehendem  Materiale  gefertigt  und  nach  Form
und  Größe  so  bemessen  sein,  daß  durch  ihn  unregelmäßige  Stauungen  des  Getreides  beim
Entleeren  nicht  entstehen  können.  Er  muß  mit  dem  Trichter  fest  verbunden  und  gegen
Veränderungen  seiner  Lage  gesichert  sein.

87.

1.  Die  Abstreichvorrichtung  muß  mit  dem  Unterbaue  des  Trichters  in  fester  Ver—
bindung  sein.

2.  Das  Abstreichen  muß  entweder  mittels  eines  den  Querschnitt  des  Maßes  ausfüllenden,
  schieberartigen  Messers  erfolgen,  durch  welches  die  überschüssige  Körnermenge  dicht
über  der  Ebene  des  Maßrandes  durchschnitten  und  abgehoben  wird,  oder  mittels  eines  Armes,
durch  welchen  die  überschüssigen  Körner  allmählich  über  den  Maßrand  fortgestrichen  werden.

3.  Der  Abstreicher  muß  aus  gehärtetem  Stahle  hergestellt  und  so  stark  sein,  daß  er  bei
ordnungsmäßigem  Gebrauche  keine  Formveränderungen  erleidet.  Seine  Bewegung  muß  so
geführt  sein,  daß  er  nur  parallel  mit  der  Randebene  des  in  der  Füllstellung  befindlichen
Maßes  hin  und  her  bewegt  werden  kann.  Schädliche  Stoßwirkungen  gegen  das  Maß  bei
Beginn  oder  während  des  Abstreichens  müssen  durch  die  Konstruktion  der  Abstreicheinrichtung
vermieden  sein.

4.  Der  Abstreicher  muß  mit  einer  durch  Gewichte  gespannten  Zugvorrichtung  verbunden
sein,  deren  Zug  stark  genug  ist,  um  den  Abstreicher  aus  der  Anfangslage  in  ununterbrochener
Bewegung  über  das  abzustreichende  Maß  zu  führen.  In  seiner  Anfangslage  muß  der  Abstreicher
  durch  eine  Sperrvorrichtung  festgehalten  werden.

88.

1.  Die  Wage  muß  an  einer  in  die  Grundplatte  eingelassenen  Säule  aus  Gußeisen
angebracht  sein.  Ihre  Einrichtung  hat  im  allgemeinen  den  Bestimmungen  über  Präzisionswagen
  für  eine  Höchstbelastung  mit  50  Kilogramm  (vergleiche  §  64  der  Eichordnung)  zu
entsprechen.  Sie  muß  mit  einer  Abstellvorrichtung  versehen  sein.

2.  Der  Zeiger  der  Wage  soll  eine  Länge  von  mindestens  40  Zentimeter  haben  und
vor  einer  eingeteilten  Skale  spielen,  auf  der  rechts  und  links  von  der  Nullage  je  10  Teilstriche
  in  Zwischenräumen  von  mindestens  3  Millimeter  aufgebracht  sind.  Zeiger  und  Skale