Full text : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

Vorwort.

Die  LX.  Konferenz  der  Zentralstelle  für  Volkswohlfahrt,  die  am
16.  und  17.  November  1916  in  Berlin  tagte,  beschäftigte  sich  mit  dem
wichtigen  Thema  „Zwang  und  Freiheit  in  der  Jugendpflege“.  Nachdem
  die  Frage  in  der  Fachpresse  schon  vielfach  erörtert  worden  war,
trat  an  die  Zentralstelle  die  Anregung  heran,  in  einer  öffentlichen  Aussprache
  ihre  weitere  Klärung  herbeizuführen,  vor  allem  aber  den  Vereinigungen
  der  Jugendpflege  Gelegenheit  einer  Stellungnahme  zu  ihr
zu  geben.  Darin  allein  lag  die  Absicht  und  der  Zweck  der  Konferenz.
Es  sollte  weder  ein  Programm  entwickelt,  noch  sollte  auf  das,  was
sich  als  Ergebnis  aus  den  Verhandlungen  herausstellte,  irgend  jemand
verpflichtet  werden.

Die  Verteilung  des  Stoffes  war  in  der  Weise  vorgenommen,  daß
zunächst  ein  auf  wissenschaftlicher  Grundlage  zu  erstattender  einleitender
Vortrag  vorgesehen  war.  Alsdann  wurde  in  einem  ersten  Teile  die
Frage  des  Zwanges  und  in  einem  zweiten  Teile  die  Frage  der  Freiwilligkeit
  je  in  zwei  Vorträgen  mit  anschließender  Aussprache  erörtert.
In  einem  dritten  Teile  schloß  die  Tagung  mit  Verhandlungen  über
die  Jugendbewegung  ab.  In  den  vorliegenden  Bericht  ist  als  besondere
  Einleitung  noch  ein  Aufsatz  aus  der  Concordia  aufgenommen,
den  Fräulein  Dr.  Siemering  zur  Vorbereitung  für  die  Konferenz
veröffentlicht  hatte.

Aus  Rücksichten  der  Zeiteinteilung  erwies  es  sich  als  notwendig,
die  Tagesordnung  ein  wenig  zu  verschieben,  d.  h.  einzelne  Vorträge
halten  zu  lassen,  ehe  die  Aussprache  über  die  vorhergegangenen  Vor-