Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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zahlen.  Zur  Lagerung  wurde  ein  Lattenrost  und  Gerstenstroh  benutzt.  Vor  der  Einstellung
  standen  die  Thiere  schon  einige  Zeit  abgesperrt  unter  thierärztlicher  Aufsicht  im
Gehöft  des  Lieferanten.  Der  Aufenthalt  in  der  Anstalt  dauert  in  der  Regel  6  Tage.

In  Cannstatt  gingen  Beschaffung  und  Einstellung  der  Thiere  unter  ähnlichen
Bedingungen  vor  sich  wie  in  Stuttgart.  Die  Leihgebühr  für  jedes  Thier  betrug  gleichfalls
  35  M.  Für  die  Lagerung  wurde  Anfangs  Hafer=  oder  Gerstenstroh  benutzt,  vom
16.  Thiere  an  jedoch  zur  Verhütung  des  üblen  Stallgeruchs  mit  gutem  Erfolg  unmittelbar
  auf  den  Rost  eine  dicke  Schicht  Torfmull  und  sodann  Stroh  aufgeschüttet.

In  Karlsruhe  waren  große  (/  bis  2  Jahre  alte)  männliche  Rinder  schwer  erhältlich,
  da  der  Viehbestand  bei  dem  bestehenden  Futtermangel  während  der  letzten
beiden  Jahre  erheblich  vermindert  worden  war.  Der  Lieferant  übergab  daher  der  Anstalt
meist  aus  der  Schweiz,  Bayern,  Oesterreich,  den  Niederlanden  r2c.  bezogene  Thiere.
Das  Leihgeld  erhöhte  sich  hierdurch  von  35  auf  40  M  für  das  Thier.  Außer  den  großen
Farren  kamen  4  Kälber  von  3  bis  5  Wochen  zur  Verwendung.  Ferner  beanspruchte
der  Lieferant,  um  eine  Gewichtsabnahme  zu  verhindern,  eine  kostspieligere  Ernährung
der  großen  Thiere  mit  Hafer  oder  Schwarzmehl  und  Kleie  neben  dem  ausschließlich
benutzten  Heu.

In  Darmstadt  wurden  im  Berichtsjahre  nur  noch  ältere  und  zwar  meist  männliche
  Thiere  geimpft.  Die  Beschaffung  bereitete  auch  hier  in  Folge  der  durch  die  1893er
Futternoth  verursachten  Verhältnisse  einige  Schwierigkeiten.  Der  Lieferant  erhielt  für
jedes  Thier  50  M  Entschädigung.  Bis  zum  15.  Mai  wurden  die  Thiere  noch  beim
Lieferanten,  später  im  Stall  der  neuen  Anstalt  eingestellt  und  verpflegt.

In  Schwerin  wurden  die  erforderlichen  Kälber  wie  im  Vorjahre  gegen  je  10  M
Leihgebühr  von  einem  Schlächter  geliefert.

In  Weimar  verursachte  wie  im  Vorjahre  jedes  Kalb  eine  Ausgabe  von  etwa
12  M  Leihgebühr.  Die  Maul=  und  Klauenseuche  hat  die  Beschaffung  passender  Impfthiere
  nicht  mehr  in  dem  Maße  erschwert,  wie  im  Jahre  1893,  jedoch  waren  große,
kräftige  und  ältere  Thiere  in  Folge  des  Futtermangels  in  Thüringen,  selbst  für  höhere
Entschädigung,  nicht  aufzutreiben.

Für  Bernburg  konnten  die  Kälber  wieder  nur  mit  Schwierigkeiten  und  erheblichen
  Kosten  beschafft  werden,  weil  der  reiche  Vorrath  an  Futtermitteln  die  Aufzucht
vieler  junger  Thiere  veranlaßte.

In  Lübeck  war  die  Beschaffung  der  Kälber  wie  früher  vor  sich  gegangen.  Die
Leihgebühr  betrug  4  M.  Die  Einstellung  erfolgte  stets  einen  Tag  vor  der  Impfung.
Die  Dauer  des  Stallaufenthalts  betrug  6  Tage.

Auch  in  Bremen  hat  die  Art  der  Versorgung  mit  Impfkälbern  und  der  Betrag
der  Leihgebühr  (15  M)  sich  nicht  geändert.

In  Hamburg  erforderte  jedes  Kalb  einen  Miethspreis  von  20  M.  Die  thierärztliche
  Besichtigung  der  Impfkälber  vor  der  Lieferung  an  die  Anstalt  und  nach  der
unmittelbar  auf  die  Lympheentnahme  folgenden  Schlachtung  geschah  auf  dem  Central-Schlachtviehhofe.


Die  Anstalt  zu  Straßburg  i.  E.  hat  ihren  Bedarf  an  Impfkälbern  wie  früher
gedeckt.  Es  wurden  ohne  Rücksicht  auf  den  Preis  die  geeignetsten,  möglichst  rothweiße
weibliche  Thiere  mit  gut  verheiltem  Nabel  benutzt.

In  Metz  gelang  es  trotz  der  nach  der  vorjährigen  Futternoth  und  dem  Rückgange
des  Viehbestandes  nothwendig  gewordenen  starken  Aufzucht,  wie  früher,  kräftige,  ausschließlich
  weibliche  Thiere  zu  beschaffen.