Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1918. (45)

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zember  d.  Is.  rechtskräftig  wird  und  die  einzelne  Strafe  oder  spätestens  am  21.  Dezember
  d.  Is.  ihr  noch  nicht  vollstreckter  Teil  höchstens  2  Jahre  beträgt.  "

III.
Mit  den  Strafen  (I  und  II)  sind  auch  die  Nebenstrafen  und  die  rückständigen  Kosten
erlassen  sowie  alle  Straffolgen  aufgehoben.

Bei  Bewilligung  von  Bewährungsfristen  unterbleibt  vorläufig  auch  die  Vollstreckung.
von  Nebenstrafen  und  die  Beitreibung  der  Kosten.

IV.

Ausgenommen  von  den  Begnadigungen  nach  Nr.  II  sind  anhängige  Strafverfahren
und  rechtskräftig  erkannte  Strafen  wegen  Hoöchstpreisüberschreitung,  übermäßiger  Preissteigerung,
  Preistreiberei,  Schleichhandels  und  Kettenhandels;  doch  kann  in  diesen  Fällen  das
Strafverfahren  niedergeschlagen  oder  die  Strafe  erlassen  werden,  wenn  besondere  Gründe
dafür  sprechen.  Das  Gleiche  gilt  für  die  Niederschlagung  von  Strafverfahren  gegen  Kriegsteilnehmer
  wegen  anderer  als  der  in  Nr.  II/A  a  bezeichneten  Verbrechen.

«  ·v.

Strafverfahren  wegen  Straftaten,  die  vor  dem  heutigen  Tage  begangen  sind,  können
niedergeschlagen  werden,  wenn  das  Strafverfahren  infolge  der  Kriegsverhältnisse  längere
Zeit  geruht  hat.

VI.

Gegen  Kriegsteilnehmer  können  auch  Dienststrafverfahren  und  ehrengerichtliche  Verfahren
  nach  der  Rechtsanwaltsordnung  niedergeschlagen  werden,  wenn  besondere  Gründe  dafür
  sprechen  und  die  Verfehlung  vor  dem  heutigen  Tage  und  vor  der  Entlassung  von  den
Fahnen  begangen  ist.

VII.

In  den  Strafregistern  sind  alle  Vermerke  über  Verurteilungen  zu  löschen,  die  bis  zum
heutigen  Tage  durch  bayerische  Gerichte  wegen  Zuwiderhandlungen  gegen  die  auf  Grund
des  §  3  des  Gesetzes  über  die  Ermächtigung  des  Bundesrats  zu  wirtschaftlichen  Maßnahmen
  vom  4.  August  1914  (RGl.  S.  327)  und  auf  Grund  des  Artikel  4  Nr.  2  des
Kriegszustandsgesetzes  erlassenen  Vorschtiften  erfolgt  sind,  mit  Ausnahme  der  Verurteilungen
wegen  Höchstpreisüberschreitung,  übermäßiger  Preissteigerung,  Preistreiberei,  Schleichhandels
und  Kettenhandels.