Metadata : Der Preußische Staat.

Aummer  115

Vom  Reichêtag.
Am  Mittwoch  hat  sich  der  Reichslag  bis  zum
5.  Juli  vertagt.  Die  Sommersitzung,  zu  der  er
dann  zusammentritt,  dürfte  nur  von  sehr  turzer
Dauer  sein.  Es  ist  wahrscheinlich,  daß  das  Haus
nach  3  Tagen  bereits  wieder  bis  zum  Herbst  in
Ferien##ehen  wird.

Berschiedene  Na###chten.

Wien,  18.  Mai.  In  Wiener-Neuttadt  ereignete
  sich  in  der  Fabrir  für  Deeinfeklions-=apparate
  der  Firma  Thureseld  eine  Explosion
des  Sauerstoffbehälters.  Drei  Arbeiter  wurden
  getötet,  drei  schwer,  drei  leicht  verletzt.  Ferner
emstand  im  Packraum  der  dortigen  Pyrotechnischen
  Anstalt  der  Firma  Hansel  und  Teltbaner
durch  Unvorsichtigleit  eine  Explosion,  ourch  oie
das  ganze  Gebäuce  zerilört  wurde.  Neun  Arbeiler
  wurden  getötet,  mehrere  schwer  und  mehrere
  leicht  verletzt.

Bern,  17.  Mai.

 

Aus  Kiew  werden  große
1####schwemmungen  geimeldet.  Ein  Teil  der
Stadt  steht  unter  Wasser.  Das  Eleltrizitäts—
werk  ist  zerstört,  die  Stadt  ——  in  Dunlelheit.
  Die  Ueberschwemmungen  des  Don  haben
  nach  Meldungen  aus  Roslowo  einen  unheimlichen
  aAmfsang  angenommen.  Der  Schaden  ist
wr  sehbar.

ouf,  16.  Mai.  „Journal“  meloet  ans
a#hen,  Ein  schwerer  Wirbelsturm  ging  über
die  Gegend  von  Saumur.  Der  Schaden  itt  sohr
beträchtlich.  Die  Ernie  des  Bezirles  isl  als  vernichtet
  anzusehen.

Sof--  und  Personalnacheichlen.

Amsterdam,  13.  Mai.  Nach  in  Cristiania
cingetroffener  Meldung  aus  Stockholm  ist  Kö
nig  Gustav  ertrankt.  Er  hat  sich  einer  Operalion
  unterjiehen  müsisen.

B#werische  Nacheichten.

Augsburg,.  18.  Mai.  Voyn  Wilderern  ersch
  #ssen  wurde  in  der  Nacht  zum  Mittwoch  im
Jagogebiet  eines  Augsbimnger  Pachtertzusot
tiums  im  benachbarten  Bobingen  der  42  Jahre
alte  Jäger  Joh.  Taschner.  Da  die  Leiche  sowohl
einen  Schr##t  als  einen  Kugelschuß  aufweist  und
der  Jagdhund  Taschners  miterschessen  wurde,
nimmt  man  an,  das  die  Tat  meuchlingss  von
zwei  Wilderern  verült  wurde.  Taschner  war  verheiratel
  und  Vater  von  fünf  Kindern.

Schwabmünchen,  18.  Mai.  Beim  Transport
  eines  Grabkteines  stürzte  das  Fuhrwerk  um,

wabei  die  Frau  des  Steinmetzmeillers  Norbert
dd°  in  Langerringen  durch  den  Sturz
einen  schweren  Schädelbruch  erlilt  und  nach  wenigen
  Minuten  tot  war.

Kaufbeuren,  18.  Mai.  Geitern  abend  ging
über  Kaufbeuren  ein  schweres  Gewitter  mit
Hrepen  Regenmengen  nieder,  das  im  Verlaufe
ceiner  Stunde  zu  größter  Hegtigkeit  sich  steigerte
und  von  anhaltenden  starlen  elektrischen  Entladungen
  begleitet  war.  Die  Blute  und  Fluren
blieben  glucklicherweise  unbeschadigt.

Uschaffenburg.  18.  Mai.  In  Fechenheim
spielten  mehrere  Knaben  im  Alier  von  12  bis  14
Jahren  mit  einem  Granatzünder.  Durch  eine
Explesion  wurde  ein  Knalc  sofort  gelötet  und
sechs  schwer  verletzt.  Einer  der  Schwerverletten
ist  bereilo  seinen  Verletzungen  erlegen.

Begerliches  Oberland.

Drien,  13.  Mai.  Der  König  ill  heute  vormitlag
  912  uhr,  legleitet  ron  dem  Obertthof-=meister
  Freiherrn  von  Leounrod,  in  Prien  eingetrissen.
  Im  Vahnhof,  welcher  im  Feischmuck
prangte,  empsingen  die  Königin  mit  den  Prin
zestinnen  Hildegard,  Wiltrud  und  Gundelinde
sowie  deren  Gesolge  den  König.  Außerdem  waren
  Asssend  Reichsrat  Freiherr  von  Cramer-Kletl,
  die  Generale  von  Bomhard  und  Scheller,
Kämmerer  Baron  Waldenfels,  Oberlandgerichteral
  Krainer  als  BVorstand  de:  Amtsgerichts,

 

 

 

Pfsarrer  Frischhut,  Bürgermeister  Haas,  Beifeerducter

  Dr.  Weinhart,  Stationsvorstand  «
der  und  Frau  Dr.  Weinhart  als  Vorsteherin
des  Frauenrerein.  Das  Königspaar  zog  alle
zum  Empfang  Erschienenen  ins  Geipräch.  Beie
herrlichem  Wetter  erfolgte  im  offenen  Hoswagen
die  Fahrt  durch  den  reich  beflaggten  Markt  Prien
nach  Schloß  Wilde##warth,  wo  gleichfalls  die
Ortsjugend  mit  der  Lehrerschaft  und  der  Gemeinde
  dem  König  einen  freudigen  Empfang  bereitete.
  Das  Königspaar  und  die  Prinzessinnen
haben  abends  gegen  8  Uhr  Prien  wieder  verlassen
  und  sind  um  9  Uhr  20  Minuten  nach
München  zurückgelehrt.

Nolbermoor,  18.  Mai.  Am  Mittwoch  den
16.  Mai  siel  der  zwei  Jahre  alte  Knabe  des
seit  Kriegsbeginn  im  Felde  stehenden  Fabrilarbeiters
  Hirschberger  in  den  hochgehenden
Werkkanal  der  Baumwollspinnerei  und  wurde
etwa  100  Meter  weit  fortgerissen.  Der  bei
S#  Seestaller  als  Bäckerlehrling  beschäftigte

15  jöhrige  Karl  Anderl  sprang  in  den  Kanal
und  das  Kind  vom  Tode  des  Ertrinkens.
Ehre  dem  wackeren  jungen  Manne  für  seine
bro#e  Tat!

IIFSel#sr  Aneigen  ##  #

Bas  A#bling,  18.  Mai.  Das  zweijährige
Kind  des  Sattlers  Thaler  vrom  Marmorwerk
wird  vermißt.  Man,  tefutchtei.  daß  es  in  den
Trijtlanal  gefallen  ist

Irschenberg,  18.  Mai.
ersreut  sich  hler  rines  neuen  Aufschwunges.  Die

Gutsverwalterin  Auna  Ableitner  des  Auerbauernhofes
  im  unteren  Leihachtale  hat  einen
zweijährigen  Hengst  um  30000  Mt.  und  zwei
Fuchshengstfohlen  um  36000  Mk.  an  einen  Erdinger
  Bauern  verlausft.

Baprischzell,  138.  Mai.  Unsere  Alluorbern
Verlobten  sich,  alljährlich  am  Freilag  in  der
Kreuzwoche  einen  Kreugritt  zum  guten  Gedeihen
der  ferdezucht  alzuhalten.  Auch  heute  sand  er
wieder  in  seierlicher  Weise  unter  Al#-  iingen  der
Erangelien  in  den  Kirchlein  von  Weitan,  Dorf
und  Osterhe  sen  und  mit  einem  Ant  in  der  Psarrlirche
  slatl.  Voran  zog  ein  Neiter  mie  Kirchenfahne,
  dann  folgten  60  Neiter;  auch  der  Seelsorger
  war  zu  Pfserde.

Tegerusce,  18.  Mai.  Der  als  langlähricer
Bürgermeister  und  Landrat  in  weiten  Kreien
ke#launte  Qekonomierat  Johann  Ni#  in  Te.
gernsee,  Ehrenburger  der  Gemeinde,  jeiert  am
22.  Mai,  mit  seiner  Gattin,  geb.  Rummel,  die
golocnec  Hochzcit.

Wasserburg,  18.  Mai.  Der  Besuch  aus
der  nahen  Großstadt  hat  mit  dem  schonen  Maimelter
  schon  recht  lelhaft  eingeienzt  Neben  der
schönen  Gegend  werden  es  wohl  auch  die  proringlerischen
  Fleischlöpse  sein,  die  ihre  Anziehungstkrast
  lundtun.

Traunstein,  18.  Mai.  Am  J.  Mai  halen
sich  aus  der  elterlichen  Wohnung  in  Traunstein
die  Kaufmannesöhne  Ott?  Kiderlen,  Realschüler
der  5.  Klasse,  und  sein  Bruder  Feroinand,  Realschüler
  der  3.  Klasse,  heimlich  entfernt.  Die  Knaben
  trieben  sich  zuerst  einige  Tage  in  der  Gegend
  von  Traunstein  in  Wäldern  umher  und
haben  sich  vermutlich  nach  der  Gegend  von
Mühldorf  begeben.  Sie  beabsichtigen,  nach
Rosiok  in  Mecklenburg  weiter  zu  wandern,  wo
sie  schon  im  vorigen  Jahre  gentin  hatlen.  Auf
die  Ergreifung  der  jugendlichen  Auereißzer  ist  eine
Belohnung  von  100  Mk.  ausgesenzt.

Freilassing,  18.  Mai.  Während  ihre  Angehorigen
  auf  dem  Bittgang  sich  befanden,  hat
in  Saaldorf  die  Bauerntochter  Viltoria  Eder
sich  erhangt.  Die  brave  Familie  wird  allgemein

Die  Psferdezucht

hedauert.
Vad  Reichenhall,  18.  Mai.  Die  1.  Fremdenliste
  rerzeichnet  mehrere  hundert  Kurgäste.

Eine  Reihe  ven  Maf  nahmen  wurd“  keschlossen,
die  einerseits  das  Hamnern  durch  KRurgäste  unmöglich
  macht.  andererseile  aber  eine  geregelle
und  möglichit  gleichheitliche  Verpflegung  der
Kurgäsie  sicherstellt.  Die  Holel  und  Peniionsbssiter.
  die  fjämtlich  im  Kurverein  zusammengeschlossen
  sind,  haten  Minde'spreise  für  Pensienen
  im  Betrag  von  8  und  10  Ml.  für  den
Tag  samt  Wohnung  feitgelegt  und  sich  bei  Meidung
  einer  Konventionalstrafe  zu  deren  Einhaltung
  verpflichlet;  auserdem  wurde  eine  beschei.
dene  Einheitsspeifenkarte  ausgcarbiitet.  Cine  Regelung
  der  Speisenalgabe  ourch  die  Regierung
sieht  überdies  noch  bevor.

Cotamachrichten.

Verwendung  im  Hcerc.

 

Von  amtlicher  Stelle  wird  und  milgeleill:
Der  im  Oltel#r  1916  von  den  deutschen  Kriegeministerien
  an  de  Truppen  ausgegebene  Erlaß.
der  diesen  die  möglichitc  Schonung  von  Soldaten
aus  solchen  Familien  ans  Herz  legte,  die  schon
schwere  Blutopser  gebracht  hatien,  und  deren
letter  Sehn  dem  Feinde,  unmittelbar  gegennberstand,
  hat  sch  on  manchen  Mann  an  einen  verhältnismäsiig
  sicheren  Peiten  Zebracht  und  von
mancher  schon  hartgeprüften  Familie.  wenigitens
die  schwerste  Sorge  genommen.  Vielfach  hat
dieser  Erlaß  aber  auch  eine  falsche  Beurkeilung
  erfahren,  besonders  bei  Angehörigen,  die
cine  solche  Bitle  gestellt  haben  und  denen  oie  Erjullung
  der  Bitte  rersagt  werden  mußte.  Hier
iit  vor  allem  darauf  hinzuweisen,  daß  ein  Recht
der  ein  Anspruch  auf  Sicherstellung  des  letzten
Sohnes  nicht  besleht  und  daß  die  anscheineno
nicht  gleichmäs  ige  Auslegung  der  gegebenen  Bestimmungen
  seitens  der  Truppenteile  in  den  verschiedenen
  Verhältnissen  legründet  it.  Wahrend
  an  den  einen  Truppenteil  solche  Gesuche
nur  ganz  vereinzelt  gelangen,  häufen  sie  sich
lei  einem  anderen.  Der  eine  kann  die  wenigen
Bitten  fast  ausnahmslos  erfüllen,  auch  wenn  cs
p  um  minder  schmere  Fälle  handelt,  der  andere
  kann  aus  der  Fülle  der  Bitten  nur  die
Fälle  berücksichtigen,  de  besonders  trauirig  gelagert
  sind.  Beide  haben  infelge  der  Verwendung
  von  garnisonsdiensttauglichen  Mannulschaften
  hinter  der  Front  nur  noch  wenige  Posten
sern  von  der  vordersten  Linic,  auf  die  sie  die
zu  schonenden  Lente  einteilen  lönnen,  und  zunn
diese  einmal  mit  olchen  „letzten  Söhnen“  besetzt
sind,  sehlt  der  Truppe  leider  die  Möglichteit,
eine  sonst  berechtigte  Bitte  zu  erfüllen.  Em  Ausgleich
  zwischen  iden  einzelnen  Truppenteilen,  damit
  bei  allen,  miöglichtt  gleichartige  Verhältnisse
geschaffen  —  ist  aus  naheliegenden  Gründen
undurchführbar.  Die  Versetzung  zum  Besatzungsheer
  kann  für  in  den  allerseltensten  Fällen  in
Frage  kommen,  da  trog  des  allseitigen  Wun

 

sches  der  milt.  Stellen,  das  harte  Los  der  ginzelnen

  Familien  zu  lindern,  l#ets  als  oberster
Grundsac  sestgehalten  werden  muß:  „Die
Schlagfertigkeit  des  Heeres  und  das  Allgemeinwehl
  müseen  allen  anderen  Rücksichten  vorangchen.“


Rosenheim,  19.  Mai.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Leutnant  d.  R.  Otto  Krebs,  Kompagniefühler
  in  einem  Res.-Ju#  Reg.,  Sohn  des
Bezirlsarztes  Dr.  Krebs  in  Bad  Aibling,  In.
haler  deo  Eisernen  Kreuzes  2.  Kl.  und  des  Militärrerdieniterdens
  4.  Kl.  mit  Schwertern;  Benno
  Huber,  Zchmiedmeiiterssohn  aus  Albaching,
Landwehrmann  in  einem  Res.  Inj.  Neg.  Inhaber
  des  Eisernen  Kreuzes  2.  Kl.;  Fr.  Egino
Pfisler,  Gärtner  und  Sakriftan  im  Franzislanerlloster
  zu  Muhloorf,  Soldat  in  einem  Armicrungobataillon:
  Simon  Maner.  Hauslesitzerssohn
  aus  Mieskach.  Kanonier  in  einem  Fust
Arl.  Reg.:;  Ler  enhard  Nottensufeer,  Bergmann
au##  Schliersee,  Soldat  in  einer  Minenwerser
k#pagnie:  Inhatber  des  Eisernen  Kreuzes  und
dco  Militärverdienstkreuzes  3.  Kl.  mil  der  Krone
und  mit  Schwertern:  Anton  Wankerl,  Bahnarteiter
  und  Hausmeisler  aus  Schliersee,  Soldat
in  einem  Landsturm-Jus.-Bataillon,  Jnhaler
des  Eisernen  Kreuzes,  2.  Kl.;  Woligang  Ad##-mer,
  Eleltrizitate  und  Sagewerklsbesiter##l,hn
aus  Nus  derf  am  Inn,  Insanterist  in  einem  Zujanterieregiment,
  Juhaber  des  Eisernen  Kreuzes
2.  Klasie.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Landwehrmann
  Peter  Schufter,  Monteur  aus  Rosenheim,
  wurde  mit  dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kl.
ausgczeichnet:  Schuster  sieht  bereits  seit  Kriegsbeginn
  im  Felde.  Dem  (efreiten  Balthasar
Schmidt,  Gütlerssohn  aus  Pruning,  wurde  das
Eiserne  Kreuz  2.  Kl.  verliehen:  Schmidt  war
zuletzt  Schweizer  im  Flötzingerbräu,  ist  bereits
am  dritten  Mobilmachungs  tag  eingerückt  und
steht  in  einem  preuß.  Inf.  Reg.  Für  tapferes
Verhalten  erhielt  Badermeister  Zen?  Häusler,
Wehrmann  in  einem  Inf.-Neg.,  das  Eiserne
Kreuz  2.  Klasie.

Todesfall.  Im  Diensie  der  Nächstenliebe
starb  in  München  Fräulein  Christine  Mayer,
Tochter  des  Herrn  Geh.  Medizinalrates  Dr.
H.  Rob.  Maver.  r  Kreisarit  in  St.  Goars-Ruuses
  a.  Rh.  Die  Leiche  wird  nach  Roĩenheim
überführt  und  hie  leerdigt.  Drei  Brüder  der
Berstorlenen  dienten  im  .  Leib--Regiment.
je  in  der  gleichen  Kompagnie.  Der  älteste  davon
jiel  als  Hauplmann  und  Kompagnieführer  in
den  Kampfen  bei  Mpern  im  Jahre  1914,  wäh
reno  dort  der  jungsie  der  drei  Brüder  als  Arzt
den  Verwundeten  die  ersten  Verbände  anlegte.
Er  itehl  jetzt  als  Mililär-Asfistenz=  Arzt  in  Ham.
lurg.  Der  dritte  Bruder  tul  hoch  in  den  Karpathen
  als  Militärarzt  Dienit.

Kanallauamt.  Der  Vahnrerwalter  der
Bauinspeltien  Rosenleim  Otto  Entlin  wurde  in
gleicher  Dieniteseigenschaft  in  ctatsmäßiger  Weise
  an  die  Kanalbauinipeition  Aschaffenburg  berufen


er  Hias“  u.  die  U  Boot  Spende.
Aus-  der  Vtitte  des  Reichs  tags  ist  cine  u#s  (Gabe
kes  ganzen  deutschen  Molles  darzutringenoe  U-Rrot.
  Spende  angeregt  worden.  Allentheiden  ist
diese  Anrtegung  kereits  verwirklicht  worven,  auch
Rosenheim  will  dabei  nicht  zuruckbleiben.  Der
Flottenbund  deulscher  Frauen  wollie  3u  oie  ien
Zweck  einen  cigenen  Abend  veranflalten.  Die
dafür  in  Aussicht  genammenen  kunstleri#chen  Darbietungen
  werden  aber  jetzt  durch  die  Auffuhrung
  des  feldgrauen  Spiele  „Der  Ss“  er
sett.  Die  Auffuhrung  zugunsien  der  Il.  Boot-Spende
  findet  am  kommenden  Montag  fatt.
Rosenheim  mird  eine  Ehre  dareinsetzen,  an  diec.
sem  Abend  den  tapferen  U.  Boot  Helden,  dic  so
glänzende  Taten  in  der  Niederzwingung  unseres
  schlimmsten  Feindes#r  ollbringen,  eine  Danlesschuld
  al  zutragen  Gerade  diese  Aufführung
des  „Jias“  rerdient  einen  vollbesetzten  Saal.
Die  U.  Beot-  Helten  sollen  wissen,  das  ihrer  auch
am  Fuße  der  Alpen  dankbar  gedacht  wird.
Die  Inn-Wasserkraft.  In  Nr.  —19
bringt  oi.  „München-Augsburger  Abenostg.“
einen  Artikel  über  die  gewerbliche  Emwiatung
anc#ns.  Da  werden  auch  die  Wass#ekratte
v.  Ill.  r.  Lech.  Isar  und  Inn  ausgezahn.  Mit
Bezug  auf  lebteren  heißt  coe:  Zur  An-nubung
des  Jnn  zwischen  Jettenbach  und  Muhlar  iji
ein  Plan  ausgesiellt,  nach  dem  501½  zur
Varfügung  stehen  und  dessen  Aueführung  60
Millionen  Mark  kostet.  Ju  Aussicht  genommen
ist  ein  Aluminiumwerk.  **  fehlen  noch  Unternehmungen,
  die  das  Sommerwasser  uber  165
S.kuneen-Kubilmeter  ausnutzen.  Ein  weiter's
W.##  an  dieser  Strecke  könnte  überschlägig
207  000  PS.  erzeugen.  Olerhalb  Jettenbachs
und  unterhalt  Mühldorfe  steht  die  Kraft  oes
Jnnn  nech  zur  Verfügung.  Die  obere  Stufe

ven  Kufitein  bis  Attel  könnte  60  000  MS.,  die
Stuse  von  Mühldorf  bis  Simbach  wenigstens
5%%  PS.  erzeugen.

t  Steuereinzahlung  hat  oas  Kagl.
Ken  Resenheim  die  Tage  vron  Montag,  den
21.  bis  Freitag,  den  25.  Mai  bestimmt.  Wir
machen  auf  die  Bekanntmachung  des  K.  Rentamts
  Rosenheim  hierüber  aufmarksam.

Fleischlose  Wochen?  Nach  einer  Meldung
  der  „Badischen  Landesztg.“  hat  der  babische
  Minister  des  Innern  Frhr.  v.  Booman  im
Haushaltsaueschuß  der  dadischen  zweiten  Kam- 



mier  mitgeteill,  das  Kriegsernährungsamt  habe

 

Sonntag,  20.  Mai  1917,

die  Einführung  sie  schl  ser  Wochen  im  Spätjahr
in  Aussicht  genommen,  um  den  Viehstand  im
Denischen  Reiche  zu  schenen.  Diese  Nachricht
darf  noch  bezweiselt  werden,  doch  hat  erit  jüngit
Minister  v.  Brettreich  milgeteilt,  daß  wir  und
gegen  Herb##mehr  an  Gemsselest  werden  ge.
wöhnen  mussen.

Nusil  and  Thealer

er  Hias“.
Ein  edaraui  Epiel  reu  H.
Ab  Samolag  in  Resenheim
.,Deutscher  Kaiser“.

Eine  reuische  Pat##zuille  ist  in  einen  Hinterall
  geralen  und  der  flarten  Ueb  #macht  erlegen.
Der  rerwundete  Leumant  Wengern  u.  einige
Sldaten  sind  gesangen,  #de  andern  lol:;  nur

„Hin“,  der  Bursche  des  Leulnanis  it  entrannen-
  kehr!t  aler  #rei  mlilig  zurn4  u##l  ihm  das
Schickjal  seiner  Herru  lene  Nuhe:  I.##1.

Diese  ruhreute  Tieue  do#ht  dem  lraven  Vur,
schen  zum  #erhangnis  zu  werten,  dem  sein
Leutnam  und  die  deutschen  Seloalen  werden  auf
Vetreiben  des  ĩchurliichen  Qaushoimeisters  Ga
trren  rom  Schio)  „Mon  Plaisir“  b#eschuloigt,
rie  Pfortsetofrau  eim  roei  zu  halen.  Am  andern
  Moargen  ichon  soil  de  Kriegegericht##igung
statlfinden,  uler  deren  Ausgang  bei  dem  blin.
den  Deutschenhaf  lein  Zweifel  beitehl.

In  dieser  hoffnungslosen  Lage  beschließt
iae  zu  fliehen  und  Hilse  hertbeizurufen.

Durch  Vermittlung  der  in  den  Burschen  ver
sw.  ssenen  Kantmerzofe  Ninette  gelingt  die  Flucht.
D  zurucklieibenken  verwundeten  Leutnant

 

Gilardone.
Theatersaul

VDem
zaubert  ein  wohltitiger  Fiebertraum  traute  Heimatbild#er
  zurnd.  die  zu  den  itin  mungerollhen
Cinlagen  der  Stae:  gehoren.  Zm  Fruhli  ings
zauler  de;  dent  Waldes  sieht  er  sein  jun
ges  Weil  wantein  und  im  undern  Bilde  im
Vrautfleid  in  der  Karelle  sur  ihn  beten.

In  der  Ruhe'tetlung  hegt  man  inzwischen
ermi  ile  Besorgnis  wegen  ce?  Schidfals  der  Patrauille,
  geht  aber  trotzoem  mit  Eifer  daran.

Kong=  Ge##urlstag  im  Felde  wurdig  zu

egehen.  Die  Kompagnie  marschiert  auf,  die
behe  .  spielt  einen  schmetternden  Marich,
und  gibt  damm  das  Signal  zu  ungebunoener
Seldat.  mrehlichiein.  Wer  untker  den  Feldgrauen
irg#end  etwas  zur  Unterhaltung  beltragen  tann.
meldet  sich  und  so  piell  iill  ror  umern  Augen
ein  Variele  Pragramm  ab.  das  sich  uberall  iehen
laisen  lonnie.  se  glanende  2  im'ilern  iind  darun

 

 

ter.

Mitien  in  rem  Fesieelnte!  aler  tommt  alem:
les  der  al  Franzose  veikleidel:  Hias  und  mel.
del  das  Unheil.  das  der  Palrouille  widerfahren
  und  das  schreklice  SWhicfal.  das  den  Ge.
fangenen  drehl.  Zofort  ĩent  sich  der  Ol#rleutuant
  lelephenisch  mit  dem  Regimente  ins?
Benehmen  und  erhait  die  Mitteilung.  daß  am
andern  Me'rgen  ein  umfassender  Angriff  auf
das  frantösische  Schloß  erfolgt.  Damu  in  532
Königefen  jah  unterl  rechen.

Der  drite  All  fuht  uns  in  die  Kriegegerichtsiipung
  undo  rerieht.  die  HDandlung  ge
schickt  zu  heigern:  das  Urieil  ileht  hei  de:  Mehr
zahl  der  Richter  säen  im  vornlherein  ien,  obichon
der  rerdachlige  Eis#er  dz  S#aldaten  Gaiton  allen
auffallen  musse.

Während  der  Teihnnolung  macht  sich  („#e
ich  lchier  lemerkbar,  dae  sich  derart  sieiger:,
daf  der  Verfsirende  aui  den  Schluß  drangt.
Eben  beantragt  der  bffentliche  Anklager,  die
deutschen  Ceiangenen  d'?  Mord#s  schuloig  zu
sprechen,  da  kemmt  die  aufregende  Meldung.  daß
die  Deutschen  die  franzose'cr  Line  durchkrochen
halen  une  im  Siurm  gege't  dns  Schlot#  vor

brechen.
Dieser  Strm  wird  nun  in  einem  gretarig
inienierter.  teno  wahren  Film  vorgefuhrt

und  selt  sich  elem  dramalisch  wirkfam  in  der
Buhnenhand  lung  junl.  Die  Besatzung  wird  uberwaitigl,
  dar  gesamte  Krichegersch  geiangen  ge
nemmen.  Der  Befteiung  des  Leutnams  Wen

gern  uno  seiner  Begleizt  aus  bochiter  N.1  rolgt
auf  dem  Fus#  die  Tutlarrung  des  gemeinen
Hausheimcisers.

In  wurdiger  Weise  klingt  dar  Suck  aus  in
ein  Hurrah  an  Kaiser  und  Konig.  Heer  und
Flotie  uno  schlieilt  mit  dem  beherzigenowerten,
eindringuichen  Mahnrui  der  Charitas.

Das  it  in  kursen  Strichen  der  Inhalt  des
jeldgrauen  Spiels,  das  ren  heute  Samstag  ab
in  Resenheim  im  Theatersaal  zum  „Deutichen
Kaiser"“  uler  die  Breller  geht.  In  Munchen
erlelte  es  am  15.  Mai  seine  250.  Aufführung
durch  die  (Gruppe  Suo  ders  felograuen  Spiels.
Die  Darneller  des  „Lias“,  Gaston.  Wastl.  Alisi
  und  der  Ninette  haben  bei  allen  Aufführun.
gen  mitgewirlt;  die  verschiedenen  anderen  Nol.
len  100  bie  150  mal.  Der  Jean,  der  schon  von
Anfang  an  mitgemacht,  dann  bei  der  Gruppe
Nord  und  zuletzt  bei  der  Gruppe  Weit  lätig  war,
spielte  bei  der  Jubilaumerorstellung  zum  322.
Male.

Nachtrag.

„Der  Hias“.  Voan  der  Spielleitung  wurde
  heute  nachmittags  folgendes  bekannt  gegedben:
  Wegen  Nichtbeurlaubung  eines  Haupt#
Mitwirlenden  kann  die  heutige  Nachmittagsdor.
stellung  (#chülervorsrellung)  nicht  slattfinden.
Ob  die  Abendrorstellung  i  Samstag,  tattfinden
  kann,  wird  noch  bekannt  gegeben.