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Belgrad, im Kreise einer von diesen Ideen erfüllten Studentenschar
verkehrend, trug sich Princip mit Attentatsplänen gegen
den Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand, gegen den sich
damals aus Anlass seiner Reise nach den annektierten Ländern
der Hass der monarchiefeindlichen Elemente Serbiens besonders
akzentuiert hatte.
Er befreundete sich mit Kabrinovitch, der in den selben
Kreisen verkehrte und dessen radikal-revolutionäre Ansichten
ihn, nach seinem eigenen Geständnisse, zum selben der Monarchie
feindlichen Gefühl und zur Propaganda durch die Tat
führten. Aber so sorgfältig dieses Komplott vorbereitet und so
fest der Entschluss der Verschwörer auch gewesen sein mag, SO
wäre es doch nie zu dessen Verübung gekommen, wenn sich
nicht, gleich wie im Falle Jukic, Leute gefunden hätten, die den
Komplizen die Mittel zur Verübung des Anschlages zur Verfüeung
gestellt hätten. Denn es fehlte ihnen, wie Princip und
Kabrinovitch ausdrücklich bestätigen, an den nötigen Waffen,
ebenso aber auch an Geld zu deren Anschaffung. Interessant ist
es nun zu sehen, wo sich die Komplizen ihre Werkzeuge zu verschaffen
suchten. Milan Pribicevic und Zivojin Dacic, diese beiden
führenden Männer der Narodna, waren die ersten, an die
sic als sichere Helfer in ihrer Not dachten, offenbar deshalb, weil
es im Kreise der Attentatslustigen bereits zur Tradition geworden
ist, die Mordwerkzeuge von diesen Repräsentanten der Narodna
zu beziehen. Der zufällige Umstand, dass diese beiden
Männer zur kritischen Zeit nicht in Belgrad weilten, vereitelte
allerdings diesen Plan, doch waren Princip und Kabrinovitch
deshalb nicht verlegen, eine andere Unterstützungsstelle zu finden,
jenen Milan Ciganovic, einen gewesenen Komitadji, jetzt
Beamten der serbischen Eisenbahndirektion in Belgrad, gleichfalls
ein aktives Mitglied der Narodna. Dieser und durch dessen
Vermittlung sein Freund, der schon mehrmals genannte königlich
serbische Major Voja Tankosic, ebenfalls einer der Führer
der Narodna (siehe Beilage V), der im Jahre 1908 Leiter der
Bandenschule in Kuprija gewesen war, erscheinen nun als geistige
Leiter des Komplotts. Nur ein leises Bedenken hatten sie
zuerst — ob die drei Verschwörer auch fest entschlossen wären,
die Tat zu wagen — ein Bedenken, das unter ihrer suggestiven
Mithilfe allerdings bald schwand. Dann aber waren sie zu jeder