liche Bestrafung der Schuldigen, was Blücher genehmigte.
Gleich darauf, als er sich mit seinem Kammerdiener allein
glaubte und meine Anwesenheit nicht bemerkte, sagte er
zu diesem: „Wilhelm, nu werd' ich die ganze Bagage visitieren
lassen. Ich will doch nicht hoffen, daß Ihr was ingesteckt
habt !“ Matürlich wurde dann auch nichts aufgefunden.
(Denkwürdigkeiten des Generals von Rüser.)
Gneisenau an die Prinzessin Luise von Preußen.
St. Cloud, 5. Juli 1815.
Das Daterland kann unsere dereinst heimkehrenden Krieger
nicht dankbar genug empfangen, den braven gemeinen
Soldaten, der nur für seine persönliche Ehre und seine Hflicht,
ohne ZKussicht auf Belohnung ficht; den hochachtbaren Subalternoffizier,
der, für Beschwerden nicht erzogen, alle Entbehrungen
und alle Mühseligkeiten des gemeinen Soldaten
teilt und ihm das Beispiel der Tapferkeit gibt. Unter allen
herrscht ein und derselbe Wetteifer, sich hervorzutun, und
keine Klage über Anstrengungen wird laut. Ein Gemeiner, der
neulich, nach ermüdenden Märschen, seinem Bataillon, das
gegen den Feind ging, nicht mehr zu folgen vermögend war,
lud aus Derzweiflung darüber zwei Kugeln in sein Gewehr
und erschoß sich.
Tagesbefehl Blüchers.
beim Einzug des ersten preußischen AKrmeekorps in Paris am 7. Juli
1815.
... Sämtliche Franzosen sind mit Ernst und Kälte zu
behandeln, aber jede mutwillige Beleidigung von unserer Seite
soll strenge bestraft werden. Ich erwarte, daß sich die Krmee
nicht durch Üübermut entehren, sondern auch als Sieger menschlich
und bescheiden betragen werde.
Der Einzug der Deutschen in Daris am 7. Juli 1815.
General von hüser erzählt: Am 7. Juli erfolgte der
Einzug in Haris, kein Triumphzug, sondern die militärische
Besetzung der Stadt in ernster, gemessener Weise. Die Truppen
biwakierten auf den großen lätzen, Kanonen mit der bren-196