Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

Angebot an Kaiferin Cugenie. Ztalienische Unternehmung in VNina? 479 
*1284. Telegramm an den Gesandten in Wien von Schweinitz 
[Cigenbändiges Konzept.] 
September hatte Schweinitz gemeldet, die Kaiserin Eugenie habe den öster- 
reschissln —i bitten lassen, eine offiziöle rsönlichkeeit m ihrem gesangenen Gemahl — der 
am 3. die FSahrt nach dem ihm als Aufentholtsort angewiesenen Wilbelmsböbe angetreten 
hatte — zu schicken, um ihn zu fragen, wie es ihm gebe, und ob er irgendwesche Wünsche habe. 
Kaiser Sran Pesepdk habe dies abgelehnt, habe aber ihn, Schweinitz, durch Graf Beust ersuchen 
lassen, von Bismarck auf die Frage noch dem Ergehben Napoleons Antwort zu erbitten. Als 
dos Schweinic#sche TCelegramm am 6. in Neims anlangte, hatte man dort bereits Kunde davon, 
daß am 4. in Paris die Revolution ausgebrochen, die Nepublik ausgerufen, und daß Iefehsbanen. 
Koiserin Eugenie aus Paris entflohen sei. Man vermutete im Hauptauartier, daß sie lich nach 
Velgien gewandt habe — in Wirtlichkeit war 9 nach England gegangen. Noch vor dem 
Eintreffen des Schweinitzschen Celegramms batte Bismarck der Kaiserin ein Aul an der Seite 
ihres Gemahls anbieten lassen. Das an den Gesandten v. Balan in Brüssel gerichtete, von 
Bismarck selbst aufgesetzte Telegramm lautete; „Sollte Kaiserin Eugenie in Belgien sein, so 
ragen Sie im Namen des Königs, ob sie wünsche, nach Kassel zu folgen, in welchem Falle Seine 
ajestät sich die Ehre gebe. Ihrer Majestät das Schloß Wilhelmshöbe anzubieten, wo der 
Kaiser wohnt.“ Wenige Stunden später gab Bismarck auf die durch Schweiniß übermittelte 
österreichische Anfrage Antwort 
NReims, den 6. September 1870. 
Dem Kaiser steht die Communication mit der Kaiserin telegrlaphisch] ulndl schriftlich 
offen, ulnd] Sleine] Mlojestät! der König hat durch den Norddeutschen Gesandten in Brüssel 
bei der Kaiserin Cugenie anfragen lassen, ob Ihre Mojlestät! nach den aus Paris gemeldeten 
Ereignissen Sich zum Kaiser nach Wilhelmshöhe zu begeben wünsche. 
* 1785. Telegramm an das Auswärtige Amt. 
[Konrept von der Hand des Vortragenden ARaks von Keudell.)] 
Aach einem Celegramm Graf Brassiers vom 1. September hatte sich de Angeli, der mit 
v. Holstein (ogl. Rr. 1717, Anm.) nicht zu einem Einvernehmen gelangt war, neuerdings erboten, 
binnen fünf Tagen in Rina. wo starke Sumpathien für IStalien bestanden, eine Vevolution 
und die Einsetzung einer prooisorischen Regierung zustande ju bringen, m welchem Iwecke er 
ich 10 ooo fres. für Waffen erbat. Brassier fragte in Berlin an, ob er darauf unter der Vedin- 
gung eingehen jolle. daß * Sache nicht als eine direkte Aktion gegen die italienische Regierung 
aufgejogen werde. Von Berlin gab man die Anfrage nach dem He##tqun weiter. 
Reims, den 6. September 1870. 
Telegramm Nr. 96 heute erhalten. Wenn bei Unternehmungen in Ninza keine Aktion 
gegen italienische Regierung, sind sie zu unterstützen, Suverlässigkkeit des Empfängers der 
Sahlung m prüfen. 
128. Erlaß an den Staatssekretär von Thile. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden RNats Abeken.] 
Reims, den 6. September 1870. 
Das erste Blatt der „Kölnischen Seitung“ Nr. 236 vom Freitag, den 26. Auguft, 
enthält den Abdruck eines in der Wiener „Presse“ erschienenen und Landau, den 15. Auguft, 
datierten Aufsatzes eines österreichischen Stabsoffiz#ers „Jur Charakteristike der doutschen