Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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ähnlich  durch  die  Kolbenstange  bewegt  wird.  Das  andere  Ende  dieses
Schwebebalkens  oder  Hiebels  steht  wieder  mit  einer  Stange  in  Verbindung,
  welche  endlich  an  einer  sogenannten  Kurbel  (d.  h.  eine  gebogene,
  gekrümmte  Handhabe  zum  Drehen  eines  Dinges)  das  Schwungrad,
und  mittels  desselben  die  ganze  Maschine  in  Bewegung  setzt.  Der
Dampf,  nachdem  er  seine  Kıaft  auf  den  Kolben  im  Cylinder  ausgeübt
hat,  wird  durch  kalte  Röhren  aufgefangen,  darin  wieder  zu  Wasser
verdichtet  und  als  solches  wiederum  in  den  Kessel  zurückgeführt.

Früher  waren  die  Dampfmaschinen  insofern  im  höchsten  Grade
lebensgefährlich,  weil  bei  Überheizung  des  Kessels  derselbe  leicht
zersprang  und  dabei  die  furchtbarsten  Verwüstungen  anrichtete.
Allein  auch  hier  wusste  der  Scharfsion  des  Menschen  Abhülfe  zu
schaffen.  Jetzt  wird  an  jedem  Dampfkessel  eine  Klappe  angebracht,
die,  sobald  sich  im  Kessel  zu  viel  Dampf  entwickelt,  sich  von
selbst  öffnet,  und  den  überflüssigen  Dampf  unter  gewaltigem  Zischen
und  Sausen  ausströmen  lässt.  Diese  Klappe  Leisst  Sicherheitsventil.

Erwägt  man  selbst  nur  den  einzigen  Umstand,  wie  grossartig
die  Leistungen  und  Wirkungen  der  Dampfwagen  auf  den  Eisenbahnen
sind,  wie  eine  einzige  Lokomotive  über  1000  Menschen  in  30—40
Wagen  fast  pfeilschnell  dahin  führt,  so  ist  es  nicht  zu  viel  gesagt,
wenn  man  behauptet:  Die  Dampfmaschine  ist  die  Königin
aller  Maschinen!

19.  Die  Wärme.

Die  Wärme  nehmen  wir  durch  das  Gefühl  wahr,  indem  sich
die  Körper  je  nach  dem  Grade  ihrer  Wärme  kalt,  lau,  warm
oder  heiss  anfühlen.  Der  höchste  Grad  von  Wärme  heisst  Glühhitze,
  wobei  die  Körper  leuchten,  und  dies  ist  es,  was  wir  Feuer
nennen.  Manche  Körper  leuchten  auch  ohne  einen  hohen  Wärmegrad,
  wie  wir  dies  am  faulen  Holze  und  manchen  Insekten,
z.  B.  den  Johanniswürmchen  schen.  Worin  das  Wesen  der
Wärme  besteht,  wissen  wir  nicht.  Aber  wir  vermögen  die  Wärıne
auf  sehr  verschiedene  Weise  hervorzubringen.  Giessen  wir  Wasser
auf  ungelöschten  Kalk,  so  werden  beide  Körper  heiss,  und
durch  Reiben  können  wir  Holz,  Eisen  und  andere  Körper  erhitzen.
An  den  Wagen  auf  Eisenbahnen  kann  es  geschehen,  dass  sich  die
Axen  beim  Fahren  durch  die  Reibung  bis  zum  Glühen  erhitzen
und:  den  ganzen  Zug  in  Feuersgefahr  setzen.  Eisschollen  schmelzen,
wenn  sie  an  einander  gerieben  werden.

Die  Wärme  erscheint  hauptsächlich  bei  dem  Verbrennen
ıler  Körper.  Das  Verbrennen  aber  oder  das  Feuer  entsteht  auf  verschiedene
  Weise:  durch  das  Schlagen  des  Stahls  an  einen  Stein,
—  durch  Streichhölzer,  deren  Spitze  in  einen  phosphorhaltigen
  Teig  eingetaucht  ist,  —  durch  Zündhölzer,  die  man  in
enze,  mit  entzündendem  Stoffe  halbgefüllte  Fläschchen  stösst  u.  8.  w.