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Kulturgüter nur im Zusammenhang und in Wechselwirkung
mit deutschem Wesen und deutscher Kultur
gewachsen sind. Die deutsche Eiche trägt uns; wir sind,
ob auch politisch unabhängig, ihr als Zweig eingepfropft.
Und bringt der Sturm die Eiche zu Fall,
wird auch der Zweig sterben. — Seien wir ehrlich:
Die deutschen Helden haben in den zwei Kampfjahren
auch für uns gekämpft und gelitten; für uns
baben sie tausendmal dem Tod ins Auge geschaut,
für uns sind viele in den Tod gegangen. Den Deutschen
(und ihren Bundesgenossen) haben wir's zu
danken, daß die Kosaken ihre Nosse nicht im Rhein
und in der Limmat tränken. Unterdessen saßen wir
ruhig unter unserem Feigenbaum, und die meisten
unter uns sahen gemütlich dem Kampfe zu. Es ist
ja so nett, sich im beseligenden Gefühle der Unbedeutendheit
von aktiver Teilnahme dispensiert zu
wissen und sich zu jeder Stunde zu sagen: „Mein
Bruder ist so riesenstark; er wird's schon machen.“
Aber wenn er nun den Kampf siegreich ausgefochten,
bekommt die Sache ein anderes Aussehen. Da dürften
es uns doch die Sieger sagen und zu fühlen geben:
Wir fochten an der Maas und an der Somme, am
najec und an der Weichsel und an hundert andern
ten, und ihr wart nicht dabei. Wir retteten das
deutsche Wesen, dessen ihr euch selber erfreut. Und
ihr saßet in der Ruhe, waret im allgemeinen kühl
15 ans Herz hinan, und manche von euch waren sogar
lieblos und uns feindlich. Mir graut vor der
Gemütsdepression, die dann etwa über uns
ommen könnte. Und doch ist dies von drei möglichen
Übeln erst das kleinste. Und wir werden
uns (abgesehen von der Kälte und Lieblosigkeit)