380 Faussteren
-eren, tr.: verbiegend, krümmend verdrehn ꝛe.
— Fäuft (lat.), m., —#; -e; Jus, m. /§ 24, 21:
Name, bes. eines in der Volkssage berufnen Zaubrers,
s. Gödeke Gr. 1, 421 ff.; Eine dramatische Bearbeitung,
die für das Volks= u. Purpentheater verwendet
wurde u. Goethe zu seinem F. veranlaßte. 422;
Sein (Gocthe's] F. erfaß te den geistig bewegten Menschen,
der alles Wissen versucht hat u. v. Allem unausgefüllt
u. unbefriedigt, aus der Welt der Bücher u. des
Forschens in die Welt des Genießens u. des Handelns
vorschreitet 2c. 721; Das F.-Buch; Die F.-Sage 2c.
Sisch, a.: in der Weise Fausts: Derf—e Titauismus.
RNosenkranz Poes. Gsch. 719; Auf gut f. von Begzierde
zu Genuß taumelu [s. G. 11, 1421. Spielhagen Pr. 3,
165 2c. -ulus, m. (§ 24, 21: Eigenn., kleiner
Faust: Nachkommen des weiland vom Teufel geholten
Dr. Faustus, Fäüstuli pösthumi Tnachgeborne kleine
Faustel. ebd. us: 1) s. Faust. — 2) a.: glücklich
2c., s. Quod. — I. Faut (frz. föo): s. Comme.
— II. Faüt: als Bstw.: F.,Fracht (frz. faux fret.)
wird die Vergütung genaunt, welche der Befrachter eines
Schiffes dem Schiffer zu gewähren schuldig ist, wenn er
die ihm versprochne Ladung bis zu der im Kontrakt
(Certe-Partie) best. Zeit nicht hat an Bord schoffen lassen.
Encykl. f. Kauf. 1, 34 a #c.; auch: Wenn die Ladung,
die schon eingenommen war, irgend welcher Umstände
wegen an demselben Orte wieder ausgeladen werden
muß, so sagt man: das Schiff hat eine F.-Fracht gemacht.
Dobrik 302a. Te (sfrz. föt), k.; —s: Mangel z.:
F. de r2c., aus Mangel an 2c., z. B.: F. d’argent
(darshängl, an Geld; F. de mienxk imjöl, in Ermanglung
von Beßrem; weil man nichts Beßres
hat. — HFauteuil (frz. sotöll), m. (u.), —3; —:
Lehnstuhl (vgl. Faldistorium): Das F., in welchem er
lag. Keihner Says. 3. 161 2c.; Präsidentstuhl rc.;
nam, auch: einer von den (40) Sitzen in der frz.
Akademie (s. d. 2 u. Quarante): Als Ponsard sich
um den F. bewarb. Mag. d. Ausld. 36, 429; Ueumon!
Alb. 2, 140 2c. — Fäüt-or (lat.). m., —#; -ören
[8 24, 3, -öris): Gönner, Begünstiger: F. delicti,
eines Verbrechens. — Faür: 1) (lat.), f., als
(ugw.) Ez. zu fauces (s. d.). — 2) (frz. fö), a.:
falsch (weibl. fausse, s. d.), z. B.: F. air (fosärl,
eine täuschende Ahnlichkeit; F. acacia (fosakäßjal,
s. Akacie; F. argent (fosarshäng], Katzensilber; F.
bond lböngl, falscher Prallsprung des Balls; übrtr.:
Verletzung od. Nicht-Erfüllung seiner Pflicht: F.-bourdon,
s. Falso; F. brillant lbriljäng], unechter,
falscher Brillant od. Edelstein, auch übrtr. auf
Schimmerndes ohne Gehalt 2c. (vgl. Harpelourre);
F. emploi (fosangplos], falsche Rechnung, worin
Summen als verausgabt aufgeführt werden, die
es nicht sind; F. feu Iföl, Bllckfener als Schiffssignal;
F. fourreau (furrS], Futteral, worin erst
das eig. Futteral sich findet; F. frais lfrSl. Neben-,
Un-Kosten, Spesen; F. frère (frärl. falscher Bruder,
z. B.: Französische Agenten, welche den Auftrag haben,
sich den geheimen Komite's des Kongresses als k. frores
(Spione) anzuschließen. Volksz. 15, 211; F. fret frätl,
s. Fautfracht; F.-fuyant (fülfingl, Ausflucht; F. jour
lihũr], falsche Beleuchtung; F. coup I##lI. Fehl-Tapus
Schlag,-Stoß, -Streich; F.-monnasyeur lmonnäjör,
Falschmünzer; F. pas lpäl, Fehltrilt, vgl. Polter-Paß:
F. plafond I-öng], f. plancher (plangsche#l,
Plafond, Decke, unter der eig. Balkendecke, zur
Vermindrung der Zimmerhöhe; F. pli, Falte, wo
keine sein sollte; F. pont lröngl, (seem.) die s. g.
Kuhbrücke; F. saunage lhonäsbl. Salzschmuggelei;
F. saunier lbohnjel, Salzschmuggler; F. titre ltit'r],
Schmutztitel. — Fäva, f.; —: am Amgzonenstrom,
ein Baum mit großen Schoten (vgl. Faba).
Ausld. 39, 1130a. — Fav#--ole (lat.): seid geneigt,
günstig!: F. Unguis, Ruf des Opferrriesters 2c.,
durch kein Mißwort die heilige Handlung zu stören
— schweigt! 2c. (s. Odi). eur (frz. —ör), 1.;
—s: 1) Gunst, Gewogenheit 2c.: Par f., aus
Gunst; En langl k., zu Gunsten Jemandes 2c.;
auch in Gunst stehnd, beliebt 2c.; A la f. de 2c.,
begünstigt v. Etwas, unter dessen Schutz 2c.; Sie
haben jederzeit ein billet [s. d.]de f. für das Boudoir
der pikantesten Cocotten. Wachenhusen Eva 75; Entrée
(s. d.) de k., freies Entree als Vergünstigung;
Jours (sbür] de f., F.= (od. Resrekt-, s. d.) Tage rc.
— 2) Art schmalen Seidenbands zum Putz 2c.,
auch F-chen; Die „Favörgen“. Weise Erzu. 55, vgl.:
Der Favör, Strauß v. Gold= od. Silberdraht, Lahn
2c. . ., welchen die . Klosterkandidaten, sobald sie in
ein Kloster ausgenommen waren, zum Zeichen dieser
„Gunst u. Gnade" zu tragen pflegten, bis sie die weltl.
Kleidung förml. auszogen. Noch kommen diese Favöre
vor bei Hochzeiten, bei Primizen der Geistlichen rc.
Schmeller 1, 579; Band mir einen prächtig glänzenden
Strauß, „Favor“, um meinen Rockärmel. Bonner
Leb. 1, 276; Nesteln, Baͤndeln .., so sie Farores
neunen. Philandet 1, 27 c. — Favol-a (it.), f.;
e: Fabel (s. d.). — Favonius (llat.), m.
[824, 21: Frühlings-, Thauwind, s. Chelidonius,
Zephyr, vgl. schwzr. Föhn (s. d. Se.). — Fäv-or
(lat.), m. [8 24, 3, öris): = Faveur (s. d. 1;
2, hier auch in jamb. Betonung): F. defensiönis,
Begünstigung der Vertheidigung, die sie im Kriminalproceß
genießt; ln em, zu Gunsten, z. B.
prölis od. prölinm, der Nachkommen. orabel,
a.: günstig, geneigt, vortheilhaft 2c. -orĩ (fr.),
m., —8; —: 1) ein Begünstigter, Günüling
(weibl.: Favoritee, auch ein). — 2) (s. 1) breiter
Backenbart: Gesicht, eingerahmt v. mächtigen, urvig
wuchernden „F—#s“, welche man in Berlin , Haarkolelelten"
zu nennen pflegt. Garienl. 15, 267a; Hadkländer
Heireh. 81 2c. rifferen, tr.: begünstigen. orik
(it.), m., -—en, (—); —en: = Faveri 1, Liebling,
— auch als Bstw., z. B.: F.l-Essen, -Gericht:
Löckchen san Stirn u. Schläfe. Gacienl. 1 5, 727a;
.Pferd; „Schrisésteller 2c. orike, f.; Iy:
s. Favorl 1, z. B.: F.-Sultanin (s. d.); auch Rame
v. Lustschlössern; Art Omnibus; Art Zeugstoff rc.
oritin, f. en: s. Favori 1. oriliomus, m.,
uv.; 0: Günstlings-Herrschaft, -Stellung 2c.
Natut 15, 99Dc. — Fav-oft (ulat.), m.,—en. —;
—eln): zellenförmige Korallenversteinrung. = no,
m. I§ 24, 2): Wabe; Kopfgrind mit honigähnl.
Feuchtigkeit.