Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1858. (24)

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B.

Die  revidirten  Abschnitte  der  näheren  Bestimmungen  der  Kriegsverfassung
des  deutschen  Bundes.

Durch  Bundesbeschluß  vom  4ten  Januar  1855,  ü  fste  Sitzung  §  6  des  Protocolls,  angenommen.

Erster  Abschnitt.
Stärke  des  Bundesheeres  und  allgemeine  Bestimmungen.

Kriegemacht,  &  1.  Die  Kriegsmacht  des  Bundes  ist  aus  den  Contingenten  aller  Bundesstaaten  zu-Contingente

  sammengesetzt.  Jedes  dieser  Bundescontingente  besteht  aus  dem  Haupt-,  dem  Reserveund
  dem  Ersatzcontingent.  Die  beiden  ersteren  sind  bestimmt,  als  Bestandtheile  des
Bundesheeres  in  das  Feld  zu  rücken  und  die  Bundesfestungen  zu  besetzen;  das  letztere  bleibt
zur  Bildung  des  dem  Heere  nachzusendenden  Ersatzes  im  eignen  Staate  zurück.

Diese  Contingente  werden  nach  der  im  Bundesbeschlusse  vom  1  Aten  April  1842  festgesetzten
  Matrikel,  welche  in  der  Anlage  unter  Ziffer  1  beigefügt  ist,  berechnet,  und  betragen
für  jeden  Bundesstaat  an  streitbarer  Mannschaft

im  Hauptcontingent  Ein  und  ein  Sechstel  (11)
im  Reservecontingent  ein  Drittel  (1.  Procent  dieser  Matrikel.
im  Ersatzcontingent  ein  Sechstel  (7)
Aufgebot  und  &  2.  Das  Bundesheer  muß  in  der  Stärke,  in  welcher  dasselbe  vom  Bunde  aufgeboten
Ersat.,  wird,  in  allen  seinen  Theilen  vollständig  gestellt  und  vollzählig  erhalten  werden.

Damit  aber  bei  größeren  Verlusten  einzelner  Bundescontingente  unverhältnißmäßige
Leistungen  vermieden  werden,  soll  der  Ersatz  an  Mannschaft  für  das  Heer  in  einem  Kriegsjahre
  ein  halbes  Procent  der  Matrikel  nicht  übersteigen.

Größere  An-  3#.Größere  Anstrengungen  müssen  durch  besondere  Bundesbeschlüsse  bestimmt  werden.

strengungen.  Sind  solche  größere  Anstrengungen  ausnahmsweise  auf  Ersuchen  des  Bundes  von  einzelnen
  Bundesstaaten  geleistet  worden,  so  sind  die  dadurch  veranlaßten  Kosten  alsbald  nach  der
Matrikel  auszugleichen.

Streitbare  und  –.  In  der  Zahl  der  §  1  erwähnten  Contingente  ist  nur  die  streitbare  Mannschaft
chtstreitbar-  aller  Waffengattungen  begriffen.
Mannschaft.  .  .  ..  -..  Z
Zur  streitbaren  Mannschaft  werden  gerechnet:  die  Offiziere,  Unteroffiziere,  Gemeine,
Spiel=  und  Zimmerleute,  dann  die  Artilleriefuhrwesenssoldaten,  soweit  sie  nach  §  10  binzugezählt
  werden  dürfen,  —  ferner  von  Musikern  höchstens  acht  bei  jedem  Bataillon,  insofern
sie  auch  als  wirkliche  Spielleute  (d.  i.  Signalisten)  verwendet  werden  können.
Dagegen  sind  über  die  als  Contingente  festgesetzten  Zahlen  zu  stellen:  alle  Beamte  und
Mannschaften,  welche  dem  Heere  als  Geistlichkeit,  als  Gerichtspersonal,  ferner  für  das  Armee-