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Obrigkeit des Klaͤgers foderte also den Beleidiger, und dieser
erschien nicht, weil er eben so wenig Zutrauen zur gegenseitigen
Obrigkeit hatte, und weil es ihm ohnedies sehr
bequem war, nicht erscheinen zu muͤssen. Man sprach also
schon deßwegen, weil er nicht erschien, das Urtheil gegen
ihn, und wo man alsdenn zukommen konnte, nahm man
ihm Früchte oder Güter hinweg.
Wenn man in dieses Zeitalter hineinsieht, so glaubt man
in ein Gewühle von Schuljungen hineinzusehen, die alle Augenblicke
Friede mit einander machen, alle Augenblicke sich
wieder entzweien, in große aber schnell wechselude Parthicen
sich theilen, und jede Beleidigung, die einem Cameraden ihrer
Parthic widerfährr, als frohe Gelegenhenheit ergreifen,
sich mit den andern zu schlagen. Nicht immer ist's eigentliche
Feindschaft, die sie entzweit, sondern nur das Stillesitzen
ist ihnen unbequem; am Ende entsteht aber doch oft
Bitterkeit, und Bitterkeit, die in ihren Folgen manchmal
desto gefährlicher ist, da sie ohne Maaß und Ziel einander
nur blindlings zu schaden suchen. So gieng cs mit den
Händeln zwischen den alten Grafen von Wirtemberg und den
Schwöäbischen Reichsstädten. Oft entstandenc kleine Zänkereien
und kleine oft muthwillig gegen einander ausgewechselte
Stöße erweckten endlich, ungeachtet der häufigen Friedensschlüsse,
die dazwischen kamen, wechselsweis unvershnliche
Gesinnungen, und da man vor dem Kaiser und seinen Friedensedikten
keine Achtung hatte, so brach diese Antipathieendlich
in einen der heftigsten Kriege aus, wie wir unter
Eberhard dem Greiner sehen.
Der erste Sturm war bald vorüber. Im Jahr 1340
fielen die Eßlinger in das Wirtembergische ein, aber ausser
einigen wechselsweisen Berwuͤsiungen hatte diese deltzus
Spitiler's saͤmmil. Werte. V. B