Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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Obrigkeit  des  Klaͤgers  foderte  also  den  Beleidiger,  und  dieser
  erschien  nicht,  weil  er  eben  so  wenig  Zutrauen  zur  gegenseitigen
  Obrigkeit  hatte,  und  weil  es  ihm  ohnedies  sehr
bequem  war,  nicht  erscheinen  zu  muͤssen.  Man  sprach  also
schon  deßwegen,  weil  er  nicht  erschien,  das  Urtheil  gegen
ihn,  und  wo  man  alsdenn  zukommen  konnte,  nahm  man
ihm  Früchte  oder  Güter  hinweg.

Wenn  man  in  dieses  Zeitalter  hineinsieht,  so  glaubt  man
in  ein  Gewühle  von  Schuljungen  hineinzusehen,  die  alle  Augenblicke
  Friede  mit  einander  machen,  alle  Augenblicke  sich
wieder  entzweien,  in  große  aber  schnell  wechselude  Parthicen
sich  theilen,  und  jede  Beleidigung,  die  einem  Cameraden  ihrer
  Parthic  widerfährr,  als  frohe  Gelegenhenheit  ergreifen,
sich  mit  den  andern  zu  schlagen.  Nicht  immer  ist's  eigentliche
  Feindschaft,  die  sie  entzweit,  sondern  nur  das  Stillesitzen
  ist  ihnen  unbequem;  am  Ende  entsteht  aber  doch  oft
Bitterkeit,  und  Bitterkeit,  die  in  ihren  Folgen  manchmal
desto  gefährlicher  ist,  da  sie  ohne  Maaß  und  Ziel  einander
nur  blindlings  zu  schaden  suchen.  So  gieng  cs  mit  den
Händeln  zwischen  den  alten  Grafen  von  Wirtemberg  und  den
Schwöäbischen  Reichsstädten.  Oft  entstandenc  kleine  Zänkereien
und  kleine  oft  muthwillig  gegen  einander  ausgewechselte
Stöße  erweckten  endlich,  ungeachtet  der  häufigen  Friedensschlüsse,
  die  dazwischen  kamen,  wechselsweis  unvershnliche
Gesinnungen,  und  da  man  vor  dem  Kaiser  und  seinen  Friedensedikten
  keine  Achtung  hatte,  so  brach  diese  Antipathieendlich
  in  einen  der  heftigsten  Kriege  aus,  wie  wir  unter
Eberhard  dem  Greiner  sehen.

Der  erste  Sturm  war  bald  vorüber.  Im  Jahr  1340
fielen  die  Eßlinger  in  das  Wirtembergische  ein,  aber  ausser

einigen  wechselsweisen  Berwuͤsiungen  hatte  diese  deltzus
Spitiler's  saͤmmil.  Werte.  V.  B