182 Belträge zur Lehre von den dinglichen Gewerbsrechten.
zicht ist nach dem Grundsatze, daß Verzichte überhaupt
streng auszulegen sind, nur auf die Person
des Verzichtenden zu beziehen, hindert viesen also
nicht, sein dingliches Gewerbsrecht gültig zu veräußern,
wofern nicht der Verzicht sich auch ausdrücklich
auf das dingliche Recht erstreckt.
3) Fünfjährige freiwillige Unterlassung des
Betriebs hindert eben so nur die Person des jetzigen
Inhabers, das Gewerbe selbst auszuüben; in
Veräußerung des Gewerbes als Vermögensrechtes,
woferne solche nur sonst zulässig ist, wollte ihn
das Gewerbögesetz nicht beschränken.
4) Die Einstellung oder gänzliche Entziehung
der Gewerbskonzession zur Strafe ist ohnehin nur
polizeiliche Maßregel, welche den dermaligen Inhaber
trifft, hat also keinen Einfluß auf die Veräußerungsbefugniß.
Diese Säte ergeben sich, wenn man den Art.
VI des Gesetzes v. 11. Sept. 1825 mit dem Art. X,
Nr. 3 vergleicht, wonach Veräuherung= Erlöschung
und Verödung von dinglichen Gewerbörechten Gegenstände
der civilrichterlichen Beurthellung sind,
ei welcher es sich nicht um die nach polizeilichen
Normen zu beurtheilenden Umstände der perfönlichen
Befähigung zur Ausübung eines Gewerbes
und der hiernach dem Inhaber des dinglichen Rechts
zu ertheilenden persönlichen Ausübungs-Erlaubniß,
sondern um das in der Dinglichkeit des Gewerbes
liegende Vermögensrecht handelt.
S. 11.
Was hier insbesondere die Frage betrifft, ob
und wie dingliche Gewerbsrechte durch Nichtgebrauch
erlöschen: so ist diese sehr bestrittene
Frage 12) in einem Erkenntnisse des OAG. vom
20. März 1847 (RNr. 1133 48) dahin entschie=12)
Val. Bl. f. RA. Bd. X, S. 40.