— 367 —
eines poetischen Lesestücks, wobei auch die Kenntnisse in der Literatur der Sprache und
die Sprechfertigkeit zu ermitteln sind.
Die Lehrprobe wird in einer der Oberklassen einer höheren Volksschule abgehalten
und ist die Aufgabe dazu so zu bemessen, daß jeder Candidat Gelegenheit findet, seine
Befähigung zu sprachwissenschaftlicher Behandlung des Stoffes und zur Anleitung in
correctem Sprechen zu bethätigen.
* 33. Was diese Fachprüfungen betrifft, so sind dieselben bezüglich der Darlegung
der erworbenen Fertigkeiten, fachwissenschaftlichen Kenntnisse und practischen Lehrgeschicklichkeit
in derselben Weise und, soweit dies thunlich ist, auch der Zeit nach zugleich mit
den betreffenden Abtheilungsprüfungen der Wahlfähigkeitsprüfung abzuhalten (vergl.
hierzu § 24, Absatz 6 und § 28, Absatz 2 dieser Prüfungsordnung).
Außerdem aber hat jeder Aspirant sich einer schriftlichen Prüfung zu unterwerfen;
in dieser ist zu liefern
a) ein deutscher Aufsatz, in welchem der Aspirant von seiner allgemeinen und sprach-Prüfung
in
der Musik, im
Schönschreiben,
Turnen und
Zeichnen.
lichen Bildung Zeugniß ablegen kann (§ 32, Absatz 1); zu dessen Anfertigung
ist eine Zeit von 8 Tagen zu gewähren;
b) eine deutsche Clausurarbeit über eine Frage des betreffenden Fachunterrichts.
Die deutsche Arbeit sub a kann eventuell dasselbe Thema als diejenige haben, welche
von den die gesammte Wahlfähigkeitsprüfung Bestehenden zu bearbeiten ist.
Was die Prüfung für den Unterricht im Schönschreiben und im Zeichnen betrifft,
so hat jeder Aspirant einige Proben seiner Fertigkeit vorzulegen, beziehentlich nach Umständen
unter Clausur zu liefern.
In der Lehrprobe hat er insbesondere nachzuweisen, daß er im Stande ist, die
Fehler der Schüler gehörig zu corrigiren, auch an der Wandtafel eine correcte Vorschrift,
beziehentlich Vorzeichnung zu geben.
34. Diejenigen, welche bei Erstehung dieser Prüfung mindestens die Hauptcensur
II erhalten, können zur Ertheilung des betreffenden Unterrichts auch an Seminaren
und Realschulen II. Ordnung, nach Befinden auch an anderen höheren Unterrichtsanstalten
zugelassen werden, wogegen Diejenigen, welche nur die Hauptcensur V
erreichen, auch zum Unterrichte in den Oberklassen der mittleren und höheren Volksschulen
nicht zuzulassen sind. Es soll aber den Geprüften freistehen, wenn sie den II.,
beziehentlich den V. Hauptcensurgrad nicht erreichen, sich nach Ablauf von 3 Jahren
zur Erlangung eines höheren Censurgrades nochmals dieser Prüfung zu unterwerfen.
Besondere,
durch die Fachlehrerprüfung
begründete
Rechte.