Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Fünfundzwanzigster Jahrgang (25)

162

denselben  verbundenen  Gefahr  für  Menschen  nicht  statthaft.  Vor  dem  Ausbruche  der
Krankheit  ist  eine  Behandlung  der  gebissenen  Thiere,  durch  welche  die  Vernichtung  des  mit
den  Bißwunden  in  den  Körper  gedrungenen  Ansteckungsstoffes  bezweckt  wird,  angezeigt.
Obwohl  diese  Vorbauungskur  schon  deßhalb  keine  absolute  Sicherheit  gewährt,  weil  die
kleinen  Bißwunden  in  der  behaarten  Haut  nicht  sämmtlich  aufgefunden  werden  können,
so  sind  doch  der  Erfahrung  gemäß  manche  Thiere  durch  eine  entsprechende  Behandlung  der
Wunden  vor  dem  Ausbruche  der  Krankheit  zu  schützen.  Gewöhnlich  werden  unsere  Hausthiere
  von  den  wuthkranken  Hunden  am  Kopfe  (Oberlippe  und  Nase)  oder  an  den  EGliedmassen
  gebissen.  Cs  empfiehlt  sich  die  Wunden  baldmöglichst  mit  Seifenwasser,  oder  mit
verdünnter  Karbolsäure  auszuwaschen  und  darauf  mit  einem  glühenden  Eisen  auszubrennen.
Die  hiernach  in  der  Wunde  entstehende  Eiterung  wird  zweckmäßig  mehrere  Wochen  hindurch
mittelst  Anwendung  von  Reizmitteln  unterhalten.